Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 11. und 12. Mai +++

Norwegen will das Vakzin von Astrazeneca nicht mehr verimpfen. Bayern und Baden-Württemberg geben Impfstoff in Arztpraxen für alle frei. Die Schweiz will die Coronaschutzmaßnahmen weiter lockern. Das und weitere Entwicklungen im Newsblog.

11.05.2021

Zwei Fläschchen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und von AstraZeneca
Impfung gegen Corona (picture alliance / SvenSimon )
Mittwoch, 12. Mai
+++ Eine Übersicht über die Corona-Kennzahlen des Tages:
Übersicht: Corona-Kennzahlen in Deutschland 
Corona in Deutschland (12.05.2021) (dpa Grafik)
+++ Die durchschnittliche Zahl der Corona-Toten in den USA ist auf den niedrigsten Stand seit zehn Monaten gefallen. Knapp über 600 Tote pro Tag verzeichneten die Experten der Johns-Hopkins-Universität im Schnitt vom Mittwoch vergangener Woche bis zu diesem Dienstag. In manchen US-Staaten wurden an einzelnen Tagen gar keine Corona-Toten registriert. Mitte Januar wurden in den USA im Wochenschnitt mehr als 3400 Corona-Tote pro Tag gemeldet. Seitdem wurde aber rasant geimpft. Rund 45 Prozent der erwachsenen Amerikaner sind vollständig geimpft, fast 59 Prozent haben zumindest eine Dosis erhalten. Nach der Ausweitung der Notfallzulassung auf Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren am Montag wurden bereits die ersten aus dieser Altersklasse geimpft. Die bestätigten Neuinfektionen fielen im Wochenschnitt auf rund 38.000 pro Tag, so wenig wie seit Mitte September nicht. Im Januar lag dieser Wert bei mehr als 250.000.
+++ Zeitgleich zur Wiedereröffnung der Tourismus-Saison in Griechenland werden auch die inländischen Corona-Beschränkungen gelockert. Ab Freitag müssten Griechen erstmals seit November das Verlassen ihres Hauses nicht mehr per SMS ankündigen, teilten die Behörden mit. Die Reisebeschränkungen zwischen den Regionen würden aufgehoben. Wer auf eine der griechischen Inseln mit dem Schiff oder Flugzeug reise, müsse aber einen Impfnachweis oder einen negativen Corona-Test vorlegen.
+++ Wegen der dramatischen Corona-Lage in Indien fordert die EU-Kommission noch striktere Beschränkungen für Reisende aus dem südasiatischen Land. Die Brüsseler Behörde appellierte am Mittwochabend an alle 27 Mitgliedsstaaten, mit koordiniertem Handeln die Ausbreitung der in Indien entdeckten Virusvariante B.1.617.2 zu bremsen. Nur noch Menschen mit zwingendem Reisegrund solle die Einreise erlaubt werden. Dazu gehören wichtige Familienangelegenheiten sowie humanitäre Gründe.
+++ Baden-Württemberg will schon von Samstag an unter bestimmten Bedingungen die Corona-Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit lockern. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen fünf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf zum Beispiel die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder öffnen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart. Damit beendet die grün-schwarze Regierung die sieben Monate lange Zwangspause für die Gaststätten. Im Südwesten liegen derzeit zwölf Kreise unter 100 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen.
+++ Norwegen will das Vakzin von Astrazeneca nicht mehr verimpfen. Das Land wolle die Immunisierung mit dem Impfstoff nicht wieder aufnehmen, sagt Ministerpräsidentin Erna Solberg. Die Regierung spende die Astrazeneca-Dosen womöglich an andere Länder. Eine Entscheidung, ob der Impfstoff von Johnson & Johnson (J&J) überhaupt zum Einsatz komme, sei noch nicht getroffen worden. Eine von der Regierung ernannte Kommission hatte empfohlen, dass beide Impfstoffe wegen des Risikos von seltenen schädlichen Nebenwirkungen aus Norwegens Impfprogramm ausgeschlossen werden sollten. Auch Dänemark hatte bei seiner laufenden Impfkampagne gegen Covid-19 gänzlich auf den Impfstoff von Astrazeneca verzichtet.
+++ Und hier eine aktuelle Übersicht der Deutschen Presse-Agentur über die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen
Corona-Fälle der letzten 7 Tage
Corona-Fälle der letzten 7 Tage (12.05.2021) (dpa Grafik)
+++ Die japanische Regierung plant eine priorisierte Impfung ihrer olympischen Athleten vor den Sommerspielen in Tokio (23. Juli bis 8. August). Wie mehrere japanische Tageszeitungen berichteten, sollen etwa 2500 Personen, darunter Sportler und Trainer, unter Aufsicht der japanischen Sportverbände geimpft werden. Dadurch würden die Olympia-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen vor der allgemeinen Bevölkerung Japans geimpft werden.
+++ Nach der Impfung von mehr als 8,7 Millionen Menschen mit dem Mittel von Johnson & Johnson (J&J) meldet die US-Seuchenbehörde CDC insgesamt 28 bekannte Fälle einer schweren Thrombose. Es handle sich um 22 Frauen und sechs Männer, drei der Betroffenen seien gestorben, heißt es in einer Präsentation. Die vorliegenden Erkenntnisse "deuten auf einen glaubwürdigen Zusammenhang" zwischen dem als "TTS" bezeichneten Thrombose-Syndrom und dem Impfstoff hin. Es scheine Parallelen zu den Vorfällen bei dem AstraZeneca-Mittel in Europa zu geben. Bei den Stoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna trete TTS offenbar nicht auf.
+++ Die spanische Regierung rechnet mit einem baldigen Aufschwung für die gebeutelte Tourismusindustrie des Landes. Für das laufende Jahr würden 45 Millionen ausländische Besucher erwartet, sagte Tourismusministerin Maroto.
+++ Baden-Württemberg gibt die Impfstoffe gegen Covid-19 ab kommenden Montag in Arztpraxen für alle Alters- und Berufsgruppen frei. In den Impfzentren soll es allerdings bei dem bisherigen Verfahren bleiben und eine festgelegte Reihenfolge eingehalten werden, teilte die Landesregierung in Stuttgart mit. Auch Bayern wird die Priorisierung für Impfstoffe bei Hausärzten ab Montag aufheben. Das kündigte Ministerpräsident Söder in München an.
+++ Der Bund will Bus- und Bahnunternehmen mit einer weiteren Milliarde Euro unterstützen. Das Kabinett hat einen entsprechenden Entwurf auf den Weg gebracht. Verkehrsminister Scheuer sagte, so könne der öffentliche Personennahverkehr leistungsfähig und zuverlässig am Laufen gehalten werden. Im vergangenen Jahr hatte der Bund für den Nahverkehr bereits zusätzliche 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Den Verkehrsbetrieben machen aufgrund der Corona-Pandemie stark gesunkene Fahrgastzahlen zu schaffen, da viele Arbeitnehmer im Homeoffice arbeiten. Manche Fahrgäste meiden zudem zur Zeit Busse und Bahnen komplett.
+++ Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) ist zuversichtlich, dass die bisher zugelassenen Impfstoffe auch vor der neuen indischen Virus-Variante schützen. Die bisher vorliegenden Daten deuteten auf einen ausreichenden Schutz hin, sagte der Direktor für Impfstrategie bei der EMA, Cavaleri, in Amsterdam.
+++ Die Schweiz will die Coronaschutzmaßnahmen weiter lockern. Womöglich sollen schon Ende Mai die Restaurant-Innenräume wieder genutzt werden dürfen, gab die Schweizer Regierung bekannt. Seit Mitte April sind bereits die Terrassen geöffnet. Voraussetzung ist, dass die Impfkampagne in hohem Tempo weitergeht und sich die Infektionslage nicht verschlechtert. Die definitive Entscheidung soll nach Pfingsten fallen. Womöglich sollen dann auch Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen wieder öffnen. Die Regierung will auch mehr Studierende an Universitäten lassen und die Homeoffice-Pflicht für Betriebe, die viel testen, in eine Empfehlung umwandeln. Ende Mai soll auch entschieden werden, ob wie geplant ab Juli Großveranstaltungen wie Open-Air-Feste mit bis zu 3000 Besuchern, ab September mit bis zu 10.000 Besuchern erlaubt werden.
+++ Auf den Philippinen sind seit Anfang März mehr als eine halbe Million Menschen wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen vorübergehend festgenommen worden. Von den 567.000 Betroffenen hätten 447.000 keine Gesichtsvisiere oder Masken getragen, berichtete der regierungsamtliche Pressedienst PNA. 116.000 Festnahmen erfolgten demnach wegen Missachtung der Abstandsregeln und 3.500 wegen der Teilnahme an verbotenen Massenveranstaltungen. Die Mehrheit sei von der Polizei verwarnt worden, hieß es weiter. Andere hätten eine Geldstrafe erhalten; die Höhe sei von Verordnungen der Kommunalverwaltungen abhängig und liege zwischen umgerechnet zwei und 86 Euro.
+++ Bundesfinanzminister Scholz will die Corona-Hilfen für die Wirtschaft bis zum Jahresende verlängern, darunter auch das Kurzarbeitergeld. Das sagt der SPD-Kanzlerkandidat in Berlin. Mehr als 100 Milliarden Euro seien bereits ausbezahlt worden.
+++ In Nordrhein-Westfalen sollen ab dem 15. Mai eingeschränkte Öffnungen der Außengastronomie wieder erlaubt werden.
Landeswirtschaftsminister Pinkwart sagte in Düsseldorf, Voraussetzung sei, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 liege. In diesem Fall dürften Gäste mit einem negativen Corona-Test empfangen werden. Innenbereiche dürften dementsprechend ab einer Inzidenz unter 50 wieder geöffnet werden.
Auch Hotels können für private Gäste unter Auflagen und bei einer stabilen Wocheninzidenz unter 100 wieder öffnen. Sie dürfen bis zu 60 Prozent ihrer Kapazitäten ausschöpfen. In Nordrhein-Westfalen sind derzeit 15 von 53 Kreisen beziehungsweise Kommunen unter der Marke von 100.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat im vergangenen Jahr zu langsam auf erste Alarmzeichen einer möglichen Gesundheitsbedrohung durch das Coronavirus reagiert - zu diesem Schluss kommt eine von der WHO beauftragte unabhängige Expertenkommission.
Auch viele Länder hätten sich zu lange Zeit gelassen, statt Vorkehrungen gegen die Ausbreitung des Virus zu treffen. In dem Bericht der Kommission heißt es weiter, das bestehende System sei ungeeignet, eine mögliche neue Pandemie zu verhindern.
+++ Die Bundesregierung erleichtert das Reisen in Europa. Geimpfte und Genesene brauchen bei Einreisen keinen Test mehr und müssen auch nicht mehr in Quarantäne. Kinder benötigen keine Impfung. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich freitesten, wenn er oder sie aus einem Risikogebiet einreist. Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden ist - oder ein PCR-Test, der nicht älter ist als 72 Stunden ist. Als geimpft gelten nur diejenigen, die mit einem in der EU zugelassenen Serum geimpft sind - von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca oder Johnson&Johnson.
Die EU-Staaten arbeiten gemeinsam an einem sogenannten "Grünen Zertifikat". Mit diesem Nachweis unter anderem für Corona-Impfungen soll das Reisen in der Europäischen Union leichter werden. Was genau geplant ist und wann es so weit ist, lesen Sie hier.
+++ Bayern will ab kommendem Montag die Priorisierungen für alle Corona-Impfstoffe bei Hausärzten aufheben. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach Angaben von Teilnehmern in einer Rede bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in München an. In den Impfzentren soll es demnach aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen bleiben. Zuvor hatte Baden-Württemberg das gleiche Vorgehen beschlossen.
+++ Norwegen verzichtet nach einem Bericht der Zeitung "Verdens Gang" komplett auf Impfungen mit dem Medikament von Astrazeneca. Die seit dem 11. März geltende Aussetzung des Impfstoffs werde beibehalten. Grund seien seltene, aber schwerwiegende Impfnebenwirkungen. Auch die Slowakei beendet den Einsatz von Astrazeneca-Impfstoff.
+++ Um Europa beim wirtschaftlichen Erholungsprozess zu unterstützen, setzt die EU-Kommmission die EU-Haushaltsregeln noch länger aus. Und zwar bis Ende 2022, wie EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni auf einer Pressekonferenz mitteilt. Die Verschuldungsgrenzen der EU waren im vergangenen Jahr bis Ende 2021 ausgesetzt worden.
+++ In Indien sind nach offiziellen Angaben in Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden so viele Menschen gestorben wie noch nie. Das Gesundheitsministerium meldet 4.205 weitere Todesfälle. Insgesamt steigt damit die Zahl der Toten auf 254.197. Experten verweisen allerdings auf eine hohe Dunkelziffer.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI innerhalb eines Tages 14.909 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 3.100 weniger als vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz wird vom RKI mit 107,8 angegeben; gestern lag sie bei 115,4. Es wurden 268 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert. Insgesamt sind es nun 85.380.
Ausführliche Informationen zu Infektionszahlen, dem Impffortschritt und der Belegung der Intensivbetten in Deutschland finden Sie hier.
+++ Das für Mitte Juli angesetzte "Parookaville"-Festival in Weeze fällt aus. Wie die Organisatoren mitteilten, macht die Corona-Pandemie das dreitägige Elektro-Festival mit mehr als 200.000 Besuchern unmöglich. Der neue Termin soll nun der 22. bis 24. Juli 2022 sein.
+++ Einer indonesischen Studie zufolge ist der Impfstoff des chinesischen Herstellers Sinovac effektiv. Er verhindere zu 98 Prozent den Tod und zu 96 Prozent eine Hospitalisierung wegen Covid-19. Die Studie wurde an Mitarbeitern des Gesundheitswesens in Jakarta durchgeführt.
+++ Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits in vielen Ländern ausgebreitet. Die Mutante sei in mehr als 4.500 Proben aus 44 Staaten in allen sechs WHO-Regionen und fünf weiteren Ländern nachgewiesen worden. Außerhalb Indiens wurden in Großbritannien die meisten Infektionsfälle mit der Virus-Variante festgestellt.
Weiterführende Informationen: Wie gefährlich ist B.1.617?
+++ Die Ständige Impfkommission hat die Hoffnungen darauf gedämpft, dass Kinder und Jugendliche schon bald gegen Corona geimpft werden. Der Kommissionsvorsitzende Mertens sagte der "Welt", man wolle die Studiendaten genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden könne. Diese Daten lägen aber noch nicht detailliert vor.
+++ Die Bundesregierung soll nach den Worten von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) den Bürgern noch im Mai eine klare Perspektive für den Sommerurlaub geben. "Bis Ende Mai sollten wir den Bürgerinnen und Bürgern eine klare Ansage machen, ob sie in den Schulsommerferien wieder in den Urlaub fahren können, damit sie die Ferien noch planen können", sagte Scholz der "Rheinischen Post".
Dienstag, 11. Mai
+++ Frankreichs Nationalversammlung hat überraschend gegen die Einführung eines Corona-Gesundheitspasses gestimmt. Eine Abstimmung am Abend über einen entsprechenden Artikel des Gesetzentwurfs für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Gesundheitsnotstand endete mit 103 Ja- zu 108 Gegenstimmen. Aus dem Bündnis von Präsident Macron stimmte die Fraktion Mouvement Démocrate gegen die Vorlage. Der Abgeordnete Latombe beklagte, dass es keinen Dialog darüber gegeben habe. Andere Abgeordnete kritisierten den Gesetzesentwurf als zu unpräzise. Zahlreiche Fragen seien noch offen. Die Regierung kann nun noch eine zweite Beratung beantragen.
+++ Das große Bürgerfest zur Deutschen Einheit fällt wegen der Corona-Krise auch in diesem Jahr aus. Der sachsen-anhaltinische Kulturminister Robra sagte, das traditionelle dreitägige Bürgerfest mit Hunderttausenden Besucherinnen und Besuchern sei in dieser Form nicht verantwortbar. Stattdessen soll es eine dreiwöchige Ausstellung in der Innenstadt von Halle geben.
+++ Rechtsextremisten haben nach Einschätzung des Berliner Verfassungsschutzes systematisch die Proteste von Corona-Kritikern für ihre Zwecke instrumentalisiert. Innensenator Geisel teilte mit, Verfassungsfeinde und dabei vor allem Rechtsextremisten und Reichsbürger hätten im vergangenen Jahr nichts unversucht gelassen, diese Ausnahmesituation für sich zu nutzen. Ausnahmslos alle in Berlin aktiven rechtsextremistischen Gruppierungen hätten sich den Corona-Protesten angeschlossen.
+++ Der niederländische Ministerpräsident Rutte hat weitere Lockerungen der Corona-Restriktionen in Aussicht gestellt. Voraussetzung sei allerdings, dass die Patientenzahlen in Krankenhäusern weiter deutlich sinken, sagte der Premier in Den Haag. Sollte das der Fall sein, dürfen Gaststätten draußen länger geöffnet sein und Fitnessclubs wieder öffnen. Die Regierung hält auch Sommerurlaub im Ausland für möglich.
+++ Die Slowakei verzichtet künftig auf den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. Der Impfstoff solle aber noch den Menschen verabreicht werden, die eine erste Dosis bereits erhalten haben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Öffentlichkeit werde im Laufe der Woche über das weitere Vorgehen informiert. Der slowakischen Arzneimittelbehörde zufolge steht der Tod einer 47 jährigen Frau wahrscheinlich in Verbindung mit einer Astrazeneca-Impfung.
+++ Die Landesregierung in Rheinland-Pfalz hat einen Drei-Stufen-Plan zur Lockerung der Corona-Regeln beschlossen. Ministerpräsidentin Dreyer teilte mit, dass ab morgen der Einzelhandel in Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 wieder unter Auflagen öffnen könne. Dies betreffe derzeit 16 Kommunen. Auch Hotels und Ferienwohnungen sollen in Kombination mit Testauflagen wieder öffnen dürfen.
In Deutschland wurde inzwischen über ein Drittel der Menschen mindestens einmal gegen Corona geimpft. Bei manchen liegt die Impfung schon Monate zurück. Wie lange hält der Schutz vor schweren Verläufen von Covid-19 an? Und wann ist eine Auffrischungsimpfung ratsam? Was bisher bekannt ist.
+++ Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in den deutschen Krankenhäusern ist erneut gesunken: Laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) ging sie auf 4.450 zurück - von 4.571 am Vortag. Erst vor kurzem waren noch mehr als 5.000 Intensivpatienten registriert, was die Kliniken an die Belastungsgrenze brachte. Der Höchststand wurde Anfang Januar mit rund 5.700 Intensivpatienten erreicht.
+++ Die Kolleg*innen aus der Forschungsredaktion im Deutschlandfunk haben sich mit Schweden befasst.
+++ Im Zusammenhang mit Coronaschutz-Auflagen an Schulen kommt es laut einer repräsentativen Umfrage zu psychischer Gewalt gegen Lehrkräfte. Die Forsa-Erhebung wurde im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) erstellt. Demnach berichten die Befragten von Angriffen, die von Corona-Kritikern ausgehen. Der VBE Vorsitzende Beckmann sagte im Deutschlandfunk, an jeder vierten Schule habe es psychische Gewalt gegen Lehrkräfte im Zusammenhang mit der Umsetzung von Infektionsschutzmaßnahmen gegeben – entweder direkt oder über das Internet.
+++ Die Corona-Pandemie hat die soziale Schieflage in Deutschland verschärft. Kinder aus ärmeren Familien seien noch stärker abgehängt worden, sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe, Böllert, unter Berufung auf den "Deutschen Kinder- und Jugendhilfe-Monitor". Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft wächst jedes fünfte Kind in Armut auf. Die Jungen und Mädchen müssten oft auf engstem Raum leben. Das digitale Homeschooling sei schwierig.
+++ Brandenburg: Kurz vor Pfingsten können Gaststätten bei einer stabilen regionalen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 im Freien wieder öffnen. Ministerpräsident Woidke kündigte weiter an, dass ab 21. Mai dann auch touristische Übernachtungen in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sowie Kulturveranstaltungen unter Auflagen erlaubt sind.
Blick auf die Bestuhlung einer geschlossenen Außengastronomie.
Die Außengastronomie in Brandenburg darf wieder öffnen - unter bestimmten Voraussetzungen. (picture-alliance/dpa/Friso Gentsch)
+++ Die katholischen Bischöfe in Deutschland rufen zur Solidarität bei der weltweiten Verteilung von Impfstoffen auf. In einer Erklärung heißt es: "Trotz vieler Schwierigkeiten gibt es begründete Hoffnungen, bis zum Sommer einen beachtlichen Teil der Bevölkerung in Deutschland und Europa mit Impfungen vor dem Corona-Virus schützen zu können. Aber es wird immer deutlicher, dass wir die Pandemie auch in unserem Land erst dann überwunden haben werden, wenn sie weltweit besiegt ist." Die Erklärung stammt von mehreren Bischöfen, die mit Fragen der internationalen Zusammenarbeit befasst sind.
+++ Und hier eine aktuelle Übersicht der Deutschen Presse-Agentur über die Entwicklung der Corona-Infektionszahlen.
Die Grafik zeigt die Inzidenzen in Deutschland auf Ebene der Kreise.
Corona-Fälle der letzten 7 Tage (11.05.2021) (dpa-Grafik)
+++ Die Arbeitgeber dringen darauf, dass die Betriebsärzte früher als bisher geplant in die Impfkampagne einbezogen werden. BDA-Präsident Dulger sagte, es sei ein "falsches Signal", dass die Betriebsärzte erst ab dem 7. Juni 500.000 Impfdosen pro Woche bekommen sollten. Impfen sei gelebte Wirtschaftspolitik. Die Unternehmen könnten 1,5 Millionen Dosen pro Woche verimpfen. In einigen Unternehmen gibt es schon im Modellprojekten Impfungen gegen das Coronavirus.
+++ Bayern und Österreich lockern den Grenzverkehr zwischen beiden Ländern.
Bayern, München: Markus Söder (l, CSU), Ministerpräsident von Bayern, geht im Hofgarten vor der bayerischen Staatskanzlei zusammen mit Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, zu einer gemeinsamen Pressekonferenz.
Markus Söder empfängt Sebastian Kurz (Peter Kneffel/dpa)
Bayerns Ministerpräsident Söder sagte nach einem Treffen mit Österreichs Bundeskanzler Kurz in München, von morgen an sei der kleine Grenzverkehr wieder zugelassen. Dann seien Einkäufe oder Besuche bei Verwandten und Freunden im Nachbarland wieder erlaubt. Zu Pfingsten wollen Bayern und Österreich wieder touristische Angebote erlauben.
Lese-Tipp: So soll das Reisen für Geimpfte in der EU künftig ablaufen
+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat die in Indien aufgetretene Mutante des Coronavirus als besorgniserregende Variante eingestuft.
In Neu-Delhi schieben zwei Männer eine Bahre mit einem Toten an einen Platz, auf dem Leichen verbrannt  werden.
Die Corona-Pandemie hat Indien fest im Griff. (picture alliance/dpa/Sputnik | Idrees Mohammed)
Vorliegende Informationen wiesen auf eine erhöhte Übertragbarkeit hin. Nach vorläufigen Studienergebnissen könnte zudem das menschliche Immunsystem weniger stark auf diese Variante reagieren. Bislang hatte die UNO-Behörde in Genf nur die sogenannten britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten als besorgniserregend bezeichnet.
Mehr zum Thema: Indische Mutation - Wie gefährlich B.1.617 ist
+++ Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband fordert von Bund und Ländern rasch konkrete Vorgaben zur Wiedereröffnung von Restaurants und Hotels. Hauptgeschäftsführerin Hartges sagte der "Rheinischen Post", die Branche erwarte die neuen Verordnungen bis spätestens 17. Mai in allen Bundesländern. Darin müssten konkrete Öffnungstermine genannt und weitere Details definiert werden. Hartges verwies auf die sinkenden Infektionszahlen.
In mehreren Bundesländern dürfen Gastronomie und Hotels mit Schutzkonzepten öffnen. Bedingung dafür ist allerdings eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 in der betroffenen Region.
Lese-Tipp: Einige Bundesländer öffnen für Touristen
+++ Angesichts sinkender Corona-Zahlen hat sich Bundesgesundheitsminister Spahn vorsichtig optimistisch gezeigt. Die dritte Welle sei gebrochen, aber noch nicht überwunden, sagte Spahn im Deutschlandfunk. Aus Zuversicht sollte nicht Übermut werden. Das Impftempo steige, die Inzidenz sinke. Wenn man bis Ende Juni durchhalte, könnte das ein guter Sommer werden.
Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, gibt eine Pressekonferenz zum Fortschritt der Impfungen gegen das Coronavirus.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) (dpa/Kay Nietfeld)
Spahn wies Kritik an der Aufhebung der Priorisierung für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zurück. Der CDU-Politiker sagte im Deutschlandfunk, jeder Impfstoff, der verfügbar sei, sollte schnell eingesetzt werden. Ältere Menschen und Risikogruppen würden aber weiterhin bevorzugt geimpft.
+++ Der Inzidenzwert in Deutschland ist weiter gesunken. Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 6.125 Corona-Neuinfektionen gemeldet, das sind rund 1.400 weniger als vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz wird vom RKI jetzt mit 115,4 angegeben; am Vortag lag sie bei 119,1.
Unser ausführlicher Blick aufs Thema: Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland
+++ Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet im Sommer wieder mit deutlich steigenden Passagierzahlen. Im ersten Quartal habe es aufgrund des weltweiten Infektionsgeschehens noch keine spürbare Erholung gegeben, erklärte Fraport-Chef Schulte. Man gehe aber davon aus, den Tiefpunkt nun überschritten zu haben.
Wichtige Informationen zum Thema Reisen: RKI aktualisiert Liste der Coronavirus-Risikogebiete
+++ Das Hamburger Verwaltungsgericht hat einer Klage von vier AfD-Mitgliedern gegen die in der Stadt geltende nächtliche Ausgangsbeschränkung im Eilverfahren stattgegeben. Die Entscheidung gilt aber nur für die vier Politiker. Sie brauchen ab sofort keine Sanktionen zu befürchten, wenn sie sich mit einem höchstens zwölf Stunden alten negativen Corona-Testergebnis nach draußen begeben, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Stadt Hamburg kündigte Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht an.
+++ Angesichts drohender Steuerausfälle infolge der Corona-Pandemie haben die Kommunen massive Finanzhilfen vom Bund und von den Ländern gefordert. Ohne Hilfen müssten Investitionen gravierend eingeschränkt werden, was den erhofften Konjunkturaufschwung bremsen würde, sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Jung, der Funke Mediengruppe.
+++ Nach Kanada haben auch die USA den Corona-Impfstoff von Biontech-Pfizer für Kinder und Jugendliche zugelassen. Das Vakzin kann fortan in der Altersgruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Auch die EU-Arzneimittelagentur prüft derzeit die Zulassung für diese Altersgruppe. Mit einer Entscheidung ist voraussichtlich im nächsten Monat zu rechnen.
Weiterführende Informationen: Wann auch Kinder geimpft werden könnten
+++ Die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene sind jetzt auch bundesweit gelockert. Hier finden Sie einen Überblick, was genau die Erleichterungen bedeuten und wie sie umgesetzt werden.
Montag, 10. Mai
+++ Das Kölner Impfprojekt an sozialen Brennpunkten ist vorerst ausgesetzt. Das Land Nordrhein-Westfalen habe bisher kein Zusatzkontingent an Impfstoffen bereitgestellt, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Man habe Ende vergangener Woche wie gefordert einen Bericht verschickt und um weiteren Impfstoff gebeten. Bislang habe es jedoch keine Reaktion gegeben. Die SPD in Köln sprach von einem Schlag ins Gesicht für die Menschen in den Hochinzidenz-Gebieten. Das Landesgesundheitsministerium in Düsseldorf teilte mit, ein Erlass sei in Arbeit.
+++ In Deutschland haben 32,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus neuen Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 9,4 Prozent der Bevölkerung. Die Impfstellen haben in der Corona-Pandemie mittlerweile insgesamt mehr als 35 Millionen Dosen verabreicht.
+++ Die Gefahr einer Coronavirus-Infektion ist im öffentlichen Nahverkehr nicht höher als etwa im eigenen Auto. Das teilte das Verkehrsministerium Baden-Württembergs mit und beruft sich dabei auf eine Studie der Charité Research Organisation im Auftrag der Bundesländer und des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen. Die Experten verglichen das Ansteckungsrisiko von Pendlern in Bussen und Bahnen mit demjenigen von Menschen, die regelmäßig mit Auto, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind.
+++ Innenminister Seehofer ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, teilte sein Sprecher mit. Er habe derzeit keine Krankheitssymptome.
+++ Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland sogenannte Lolli-Tests flächendeckend an Grund- und Förderschulen eingeführt. Mit dem Test sollen die mehr als 730.000 Schüler der Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Tests sind leichter anzuwenden als andere. Die Kinder müssen auf einem Stäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen. Kuriere fahren auf gut 400 Routen die Schulen ab und sammeln die Proben ein.
+++ In England dürfen sich die Menschen ab der kommenden Woche wieder in den Arm nehmen. Man dürfe dann wieder selbst entscheiden, ob man mit engeren Freunden und Familie auf Abstand bleibe oder nicht, kündigte Premier Boris Johnson an. Das heiße nicht, dass man die Vorsicht in den Wind schlagen könne.
+++ Die Gewalt gegen Frauen ist in der Corona-Pandemie deutlich gestiegen. Wie die Leiterin des Hilfetelefons, Söchting, in Berlin mitteilte, gab es im letzten Jahr rund 51.000 Anrufe oder Online-Kontakte. Dies sei ein Anstieg um 15 Prozent. Vor allem seit April 2020, also mit Beginn des ersten Lockdowns, habe es vermehrt Übergriffe gegeben.
+++ Die WHO hat drei weitere mögliche Medikamente gegen Covid-19 in eine internationale Studienreihe aufgenommen. An dem sogenannten Solidarity Trial können Forschungsteams weltweit teilnehmen. Dadurch soll die Suche nach einem Medikament gegen Covid-19 beschleunigt werden. Getestet werden sollen Infliximab, das zu den monoklonalen Antikörpern gehört, das Krebsmedikament Imatinib und das Malariamedikament Artesunat. Alle drei Präparate wirken entzündungshemmend, berichtet "Nature".
Terminbestaetigung für eine Coronaimpfung und Impfpass. Foto: Winfried Rothermel
Geimpft oder genesen - das sind aktuell die Voraussetzungen für mehr Erleichterungen. (picture alliance / Winfried Rothermel)
+++ Die Mehrheit der Deutschen hält die Lockerungen der Corona-Beschränkungen für Genesene und Geimpfte für gerechtfertigt. Knapp zwei Drittel (64,1 Prozent) äußerten Zustimmung zu den Lockerungen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des "Bonner General-Anzeigers" ergab. Fast jeder Dritte (27,9 Prozent) hingegen gab an, die Lockerungen für ungerechtfertigt zu halten. Der Rest (acht Prozent) äußerte sich unentschieden.
Besonders hoch waren die Zustimmungswerte der Auswertung zufolge bei den Menschen über 65 Jahren (70,8 Prozent). Die Ablehnungswerte hingegen waren in den Gruppen zwischen 30 und 39 Jahren (36,9 Prozent) sowie zwischen 40 und 49 Jahren (30,1 Prozent) am höchsten.
Die Corona-Regeln für vollständig Geimpfte und Genesene sind jetzt auch bundesweit gelockert. Was bedeuten die Erleichterungen genau und wie werden sie umgesetzt? Ein Überblick.