Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 16. bis 18. Juli +++

+++ Die Entwicklungen vom 16. bis 18. Juli in unserem Newsblog +++

18.07.2021

Touristen genießen am 9.7. die Sonne am Strand von Arenal, Mallorca.
Touristen genießen am 9.7. die Sonne am Strand von Arenal, Mallorca. (dpa-Bildfunk / Clara Margais)
Sonntag, 18. Juli
+++ In der Europäischen Union sind inzwischen prozentual mehr Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft als in den USA. Laut einer Statistik des Daten-Portals "Our World in Data" haben 55,5 Prozent der EU-Bürger mittlerweile mindestens eine Dosis Corona-Impfstoff erhalten. In den USA sind es 55,4 Prozent.
Emilie Repikova (links),Veteranin des Zweiten Weltkriegs, beobachtet wie Andrej Babis, Premierminister von Tschechien, im Zentralen Militärkrankenhaus mit dem Corona-Impfstoff geimpft wird.
Der tschechische Ministerpräsident Babis wird geimpft. (dpa / CTK / Ondøej Deml)
+++ Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio sind weitere Corona-Fälle bei Beteiligten festgestellt worden. Unter ihnen sind zwei Fußballer und ein Betreuer des südafrikanischen Teams ebenso wie der südafrikanische Rugby-Trainer. Sechs britische Athleten begaben sich vorsorglich in Isolation, da sie auf ihrem Flug in die japanische Hauptstadt in Kontakt mit einer Person gekommen waren, die sich später als infiziert herausstellte.
+++ Auf Mallorca wird nach einem Bericht der "Mallorca Zeitung" die als ansteckender geltende Delta-Variante des Corona-Virus inzwischen bei 85 Prozent aller Proben festgestellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen sei bis Freitag auf gut 270 gestiegen. Für die Balearen insgesamt, also neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera, werde dieser Wert mit 290 angegeben, schrieb die Zeitung am Sonntag. Der sogenannte R-Wert lag nach Angaben der Gesundheitsbehörde bei 1,63. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 163 weitere Menschen anstecken.
+++ Unter strengen Corona-Auflagen haben Tausende Pilger die muslimische Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien begonnen. Rund 36.000 Menschen reisten dem Nachrichtensender Al-Akhbarija zufolge nach Mekka, Tausende weitere sollten noch folgen. Insgesamt sind 60.000 in Saudi-Arabien lebende Pilger zugelassen. Das ist nur ein Bruchteil der mehr als zwei Millionen, die sonst an der Pilgerfahrt teilnehmen. Um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern, sind nur geimpfte Teilnehmer zugelassen, die zudem zwischen 18 und 65 Jahre alt sein müssen.
+++ Der britische Premierminister Johnson und Finanzminister Sunak begeben sich nun doch wie vorgesehen in Quarantäne, nachdem sie Kontakt mit einem positiv auf das Coronavirus getesteten Kabinettskollegen hatten.
Wie Johnsons Büro mitteilte, nehmen die beiden Politiker - anders als zuvor angekündigt - nicht an einem Pilotprojekt teil. Es hätte tägliche Tests anstelle der Quarantäne vorgesehen. Gesundheitsminister Javid war nach vollständiger Impfung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seine Symptome seien mild, hieß es.
Der britische Premierminister Boris Johnson vor der Tür seines Amtssitzes in 10, Downing Street
Boris Johnson vor der Tür von 10, Downing Street (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)
+++ Für Bundesarbeitsminister Heil kommt im Falle einer erneuten deutlichen Belastung der Wirtschaft durch Corona eine Verlängerung des vereinfachten Zugangs zum Kurzarbeitergeld infrage. "Ich würde keine Sekunde zögern, die Kurzarbeit über den September hinaus zu verlängern, wenn es durch eine vierte Welle wieder wirtschaftliche Schwierigkeiten geben sollte", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". Kurzarbeit habe in der Corona-Krise Millionen von Arbeitsplätzen gerettet.
Die Delta-Variante des Coronavirus gilt im Vergleich zum Wildtyp als ansteckender und gefährlicher. Erstmals im Oktober 2020 in Indien entdeckt, breitet sie sich inzwischen in vielen Weltregionen aus. Auch in Deutschland steigt ihr Anteil. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
+++ Berlins SPD-Vorsitzende Giffey hält einen neuen Lockdown auch im Falle steigender Corona-Zahlen nicht für das richtige Instrument. Planungssicherheit und Perspektiven seien ganz entscheidend für viele Branchen von der Wirtschaft über die Messebranche bis hin zur Kultur. "Und diese Planungssicherheit bekommen wir durch die drei Gs: getestet, genesen, geimpft", sagte die Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Abgeordnetenhauswahl.
+++ Im Südamerikahaus des Wuppertaler Zoos können sich Besucher ab heute gegen das Coronavirus impfen lassen. Sie müssten sich dafür eine Karte für den Tierpark kaufen, teilte der Zoo mit. Eine extra Anmeldung für die Impfaktion sei nicht nötig.
+++ In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh mit 10,0 an. Gestern hatte er noch bei 9,4 gelegen – und am vergangenen Sonntag bei 6,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.292 weitere Infektionen. Das sind 547 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden drei weitere Todesfälle in Verbindung mit einer Ansteckung registriert.
Hier finden Sie ausführlichere Zahlen zum Infektionsgeschehen.
+++ Wegen steigender Infektionszahlen gelten seit Mitternacht die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks sowie deren Färöer-Inseln als Corona-Risikogebiete. Damit rät das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen ab. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht nachweislich vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich einem Corona-Test unterziehen. Für Flugreisende sind diese ohnehin obligatorisch.
+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. Man müsse und werde dies verhindern, sagte der CDU-Politiker. Ein abermaliger Lockdown wäre für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend. Aktuell sieht der Minister auch keinen Bedarf für weitere Maßnahmen. Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, gebe es dafür keinen Grund.
+++ Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Schwesig, unterstützt Forderungen nach einem neuen bundesweiten Warnwert zur Bewertung der Corona-Lage. Man müsse künftig stärker die Impfungen und die Belastung von Krankenhäusern berücksichtigen, sagte die SPD-Politikerin Sie schloss sich damit einem Vorstoß ihrer rheinland-pfälzischen Kollegin Dreyer an. Diese hatte zuletzt erklärt, die Sieben-Tage-Inzidenz habe bei steigenden Impfquoten heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr.Der Wert stellte bislang eine maßgebliche Begründung für viele Alltags-Beschränkungen dar und war auch zentrale Grundlage der Ende Juni ausgelaufenen Bundes-Notbremse.
+++ In Großbritannien haben sich Experten nach Zeitungsinformationen gegen eine Massenimpfung von Kindern ausgesprochen. Das zuständige Beratungsgremium habe der Regierung in London davon abgeraten, berichtet "The Telegraph". Demnach sollen nur vorerkrankte Kinder von zwölf bis 15 Jahren sowie Jugendliche bis 18 Jahren ein Corona-Vakzin erhalten. Bevor auch andere Minderjährige geimpft werden könnten, müssten weitere Daten zu möglichen Risiken vorliegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steht eine Entscheidung der Regierung dazu noch aus.
Samstag, 17. Juli
+++ In Frankreich hat es erneut Proteste gegen die von Präsident Macron angekündigte Impfpflicht für Personal im Gesundheits- und Pflegebereich gegeben. In zahlreichen Städten gingen tausende Menschen auf die Straße, darunter in Paris, Marseille und Lyon. Die Demonstrierenden sehen ihre Entscheidungsfreiheit verletzt. Premierminister Castex betonte, dass die Impfung für die Allgemeinheit vorerst nicht verpflichtend sei. Eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal sei jedoch unabdingbar, um das Coronavirus zu bekämpfen. Sie soll ab dem 15. September gelten. Bei Verstößen droht ein Arbeitsverbot. In Frankreich steigen die Neuinfektionen wieder deutlich.
+++ Auf der griechischen Insel Mykonos gilt aufgrund missachteter Corona-Regeln in Bars für sieben Tage ein nächtliches Ausgehverbot. Das verkündete die griechische Regierung. Beginnend mit der Nacht zu Sonntag darf für die nächsten sieben Tage zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr niemand mehr auf die Straßen. Ausnahme gibt es nur für Notfälle und für Arbeitende in der Nacht. Auch Musik darf nicht mehr in allen Lokalen gespielt werden. Wie der griechische Zivilschutz mitteilte, fielen bei Corona-Schnelltest-Kontrollen in den vergangenen Tagen mehr als zehn Prozent der Tests positiv aus. Die Quarantäneunterkünfte seien bereits überfüllt.
+++ Angesichts hoher Corona-Zahlen in Spanien hat sich die Tourismusbranche pessimistisch über die laufende Sommersaison geäußert. Es gebe einen "plötzlichen Rückgang" bei den Buchungen ausländischer Urlauber, berichtete der spanische Tourismusverband Exceltur. Wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen sollten, geht der Verband von einem Umsatz von knapp 38 Milliarden Euro im Sommerquartal aus. Das wären mehr als die 24 Milliardenmehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, aber deutlich weniger als die rund 58 Milliarden des Jahres 2019.
Touristen laufen am Strand auf Mallorca.
Dämpfer für den spanischen Tourismus (AFP)
+++ Rund eine Woche vor dem geplanten Start der Olympischen Sommerspiele in Tokio ist dort im olympischen Dorf ein erster Corona-Fall registriert worden. Das teilte das Organisationskomitee mit, ohne weitere Angaben zur Person zu machen. Die Chefin des Komitees, Hashimoto, sagte, sie verstehe die Befürchtungen. Man wolle dafür sorgen, dass sich alle im olympischen Dorf sicher fühlten. Die Sommerspiele finden vom 23. Juli bis 8. August statt - ohne Publikum.
+++ Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer dringt darauf, dass sich Bund und Länder auf einen "neuen Warnwert" zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland verständigen. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wichtig sei die Steigerung der Impfquoten. Deyer betonte, die Inzidenz dürfe auch in Zukunft nicht ignoriert werden. "Wir sollten die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner aber verknüpfen mit der Lage in den Krankenhäusern: Wer wird eingeliefert, wer muss auf die Intensivstation?"
+++ Der Deutsche Hausärzteverband fordert, bei der Beurteilung der Corona-Pandemie in Deutschland auch die Versorgungslage der Hausarztpatienten zu berücksichtigen. Für das tägliche Arbeiten seien die reinen Inzidenzzahlen nicht so entscheidend wie die Zahl der Patientinnen und Patienten, die mit mittleren und schweren Symptomen die Praxen aufsuchten, sagte Verbandschef Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deshalb müsse die Krankheitslast ein stärkeres Gewicht bei der Bewertung der aktuellen Lage bekommen.
+++ Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) hat seinen Stellvertreter Aiwanger (Freie Wähler) aufgefordert, sich für umstrittene Äußerungen in der Corona-Politik zu entschuldigen. Aiwanger hatte in der Diskussion über möglichen politischen Druck auf Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, vor einer "Apartheidsdiskussion" gewarnt. Söder sagte nun, das seien "verstörende Aussagen", die für einen stellvertretenden Ministerpräsidenten unangemessen seien.
+++ Frankreich verschärft die Corona-Testauflagen für nicht geimpfte Reisende aus mehreren europäischen Ländern. Künftig müssen Menschen aus Großbritannien, Spanien, Portugal, Zypern, Griechenland und den Niederlanden bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, der weniger als 24 Stunden alt ist, wie die Regierung in Paris mitteilte. Die Bestimmung tritt in der Nacht zum Sonntag in Kraft.
+++ Die Kehrtwende der britischen Regierung bei den Regeln für Reiserückkehrer aus Frankreich hat bei der Tourismusbranche im Land und bei Urlaubern für Frust und Empörung gesorgt. Die Regierung in London hatte überraschend mitgeteilt, dass die für Montag geplante Lockerung nicht für Frankreich gelten soll. Zweifach geimpfte Reiserückkehrer müssen demnach in England weiterhin für zehn Tage in Quarantäne, wenn sie sich zuvor in Frankreich aufgehalten haben.
+++ Thailand führt striktere Regeln ein, nachdem die Behörden eine Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen gemeldet hatten. Es gehe vor allem darum, die Mobilität der Menschen einzuschränken und mehr Einrichtungen zu schließen, hieß es. Bangkok und neun andere Provinzen befinden sich seit dieser Woche bereits in einem Teil-Lockdown.
Eine junge Frau erhält in einem Einkaufszentrum in Bangkok eine Impfung gegen das Coronavirus.
Auch Thailand versucht gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus anzuimpfen. (AP/Sakchai Lalit)
+++ Ruanda verhängt für seine Hauptstadt Kigali und acht weitere Regionen einen neuntägigen Lockdown, um die ansteigenden Corona-Infektionszahlen einzudämmen. Die Menschen dürfen das Haus nur noch für notwendige Angelegenheiten verlassen und sollen ihre sozialen Kontakte weitgehend einstellen.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland steigt. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Morgen mit 9,4 an - nach 8,6 am Tag zuvor. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.608 weitere Infektionen und 22 weitere Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen bei 952.
+++ Die Arbeitgeber haben vor einem nachlassenden Impftempo in Deutschland gewarnt. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dulger, sagte der Deutschen Presse-Agentur, man müsse aufpassen, dass man das Erreichte jetzt nicht verspiele. Dulger betonte, für das Impfen sollten Anreize gesetzt werden. Dabei könnte man auch an unkonventionellere Maßnahmen denken.
+++ Auf dem Parkplatz eines großen Möbelhauses in Berlin startet heute der erste Drive-in für Corona-Impfungen. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung kann sich dort jeder ohne Termin impfen lassen. Zur Verfügung stehen die Vakzine von Johnson & Johnson sowie Moderna. Da die Impfkampagne zuletzt etwas in Stocken geraten ist, will die Stadt Berlin kreative Angebote machen, um mehr Menschen zu erreichen.
Ein Mitarbeiter spritzt bei einer Drive-in-Impfaktion eine Dosis Impfstoff von Johnson & Johnson in den Arm einer Frau, die in einem Auto sitzt. 
Drive-in-Impfaktionen gab es auch in Deutschland schon - zum Beispiel in Meerbusch (dpa)
+++ Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Högl, befürwortet Corona-Pflichtimpfungen für Soldatinnen und Soldaten. Die SPD-Politikerin sagte der Funke Mediengruppe, weil Covid-19 noch lange dauern werde, sei sie für eine Aufnahme der Immunisierung in den Katalog der sogenannten "duldungspflichtigen Impfungen". Schon heute sind Soldaten nach dem Gesetz zu bestimmten Impfungen verpflichtet, etwa gegen Influenza.
+++ Die britische Regierung hat geplante Lockerungen für Touristen, die aus Frankreich einreisen, wieder zurückgenommen. Als Grund wird angeführt, dass dort noch immer die Beta-Variante des Coronavirus verbreitet sei, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde. Die Kehrtwende bedeutet, dass alle Reisenden - also auch Geimpfte - nach ihrer Ankunft in Großbritannien weiterhin für bis zu zehn Tage in Quarantäne müssen.
+++ US-Präsident Biden hat Falschinformationen zum Thema Corona-Impfungen in sozialen Medien kritisiert. Plattformen wie Facebook seien für den Tod vieler Menschen verantwortlich, sagte Biden in Washington. Durch die abwartende oder ablehnende Haltung gegen eine Impfung sei die Pandemie zu einer Pandemie der Ungeimpften geworden, so Biden. - In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen in Gebieten mit niedriger Impf-Quote zuletzt rasant angestiegen.
Freitag, 16. Juli
+++ Die USA, China, Russland und weitere Pazifik-Anrainerstaaten wollen bei der Verteilung und Produktion von Impfstoff enger zusammenarbeiten. Die Länder wollen unter anderem den freiwilligen Transfer von Produktionstechnologien untereinander fördern, auch mit Blick auf künftige Krisen. Dies erklärten die Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC, darunter US-Präsident Biden, und seine Amtskollegen aus Russland und China, Putin und Xi, nach einem virtuellen Treffen.
+++ Die Delta-Variante ist nach US-Behördenangaben mittlerweile die dominierende Covid-19-Variante weltweit und eine wesentliche Ursache für zunehmende Todesfälle unter Infizierten in den USA. Betroffen seien fast ausschließlich nicht geimpfte Menschen. "Dies wird eine Pandemie der Ungeimpften", sagt die Direktorin der amerikanischen Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Rochelle Walensky.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn machte mögliche neue Corona-Einschränkungen im Herbst und Winter vom Fortschritt bei den Impfungen abhängig. Wenn es hier eine Quote von mehr als 70 Prozent gäbe, würden wahrscheinlich nur Maßnahmen wie Abstand und Masken gebraucht, sagte der CDU-Politiker dem Fernsehsender RTL.
+++ In Deutschland haben inzwischen 59,5  Prozent der Bevölkerung (49,5  Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 45,3  Prozent (rund 37,7 Millionen) sind vollständig geimpft. Am Donnerstag wurden 736.361 Impfdosen verabreicht.
+++ Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag die Niederlande und Griechenland als Risikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut bekannt. Das Auswärtige Amt rät von touristischen Reisen in diese Länder ab. Ebenfalls betroffen ist die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen. Wer aus einem Risikogebiet auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Corona-Test vorweisen. In den Niederlanden liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 376. In Griechenland bei 167. In beiden Ländern breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus rasant aus. Nicht mehr als Risikogebiete gelten Norwegen und Schweden.
+++ Nach Italien, Frankreich und Griechenland führt nun auch Ungarn eine Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen ein. Das kündigte der ungarische Ministerpräsident Orban in einem Radiointerview an. Generell sei man beim Impfen nicht für Zwang, aber im Gesundheitsbereich müsse man davon eine Ausnahme machen, sagte der Regierungschef. Mitarbeiter in diesem Bereich trügen eine besondere Verantwortung für das Leben anderer Menschen. Seit Juni hat sich das Tempo der Impfkampagne gegen das Coronavirus in Ungarn deutlich verlangsamt.
+++ In Großbritannien trifft die neue Corona-Welle zunehmend die Wirtschaft. Vor allem die hohe Zahl der Arbeiter, die sich wegen eines möglichen Kontakts mit einer infizierten Person in Selbstisolation begeben müssen, bereitet Sorgen. Nach Angaben des Verbands der Fleischproduzenten wurde fast jeder zehnte der 97.000 Beschäftigten von der Corona-Warn-App zur Selbstisolation aufgefordert. Einige Unternehmen könnten gezwungen sein, ihre Produktion stillzulegen, was zu Engpässen führen könne, sagte Verbandschef Allen der BBC. Betroffen seien vor allem die lukrativsten Bereiche, etwa die Herstellung von Lammkoteletts. Auch die Autobauer Nissan und Rolls-Royce warnten vor Folgen für ihre Produktion.
+++ Soloselbstständige, die von Corona-bedingten Schließungen und Beschränkungen auch im dritten Quartal 2021 stark betroffen sind, erhalten weiterhin staatliche Unterstützung: Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, Anträge auf "Neustarthilfe Plus" könnten ab sofort über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de gestellt werden. Die Unterstützung erhöhe sich auf bis zu 1.500 Euro pro Fördermonat im Zeitraum Juli bis September. Das Geld wird als Vorschuss ausgezahlt und nicht auf die Grundsicherung angerechnet.
+++ In Berlin gab es großen Andrang beim ersten Pop-Up-Impfen in Neukölln. Seit dem Start um 10 Uhr bildete sich eine lange Warteschlange. Die vorrätigen 250 Impfdosen seien bereits reserviert, sagte ein Sprecher des Bezirksamtes nach wenigen Stunden. Weitere Wartende mussten wieder weggeschickt werden. Ob es heute eine weitere Impfstoff-Lieferung geben könne, sei noch unklar.
Menschen warten in der Schlange eines mobilen Impfteams auf dem Hermannplatzin Berlin.
Die Warteschlange vor dem mobilen Impfteam in Neukölln, Berlin. (dpa)
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist in Deutschland weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab sie heute früh mit 8,6 an gegenüber 8,0 am Tag davor. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.456 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch rund 500 weniger.
+++ Im Saarland ist der Betrieb an einer Schule im Saalekreis nach mehreren Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus eingestellt worden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, bleibe die Schule bis zum Beginn der Sommerferien in der kommenden Woche geschlossen, teilte das Landratsamt in Merseburg mit. Eine Notbetreuung für die betroffenen Schülerinnen und Schüler sei eingerichtet.
+++ In Israel sind 855 neue Corona-Fälle gemeldet worden, die höchste Zahl seit März. Von den Infizierten der vergangenen Tage und Wochen befanden sich laut Gesundheitsministeruim 52 in einem ernsten Zustand, 17 werden beatmet. Die Zahl der Todesopfer liegt demnach bei 6.443.
+++ Japan will Athleten bei den Olympischen Spielen in Tokio nach Medienberichten auch dann die Starterlaubnis geben, wenn sie engen Kontakt mit Corona-Infizierten hatten, sofern sie kurz vorher negativ auf das Virus getestet werden. Wie japanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise berichteten, planten die Regierung und die Olympia-Organisatoren zu diesem Zweck PCR-Tests bei betroffenen Athleten rund sechs Stunden vor dem Start bei Wettkämpfen.
+++ Nach monatelanger Corona-Pause öffnet der Eiffelturm wieder für Besucherinnen und Besucher. Online waren die Tickets für den Tag der Wiedereröffnung bereits im Vorhinein ausverkauft. Die Touristen müssen sich an Corona-Regeln halten. Das Pariser Wahrzeichen war wegen der Corona-Krise knapp ein Dreivierteljahr lang geschlossen.
Menschen schauen sich vom Trocadero in Paris aus den Sonnenaufgang am Eiffelturm an.
Menschen schauen sich vom Trocadero in Paris aus den Sonnenaufgang am Eiffelturm an. (AFP / Ludovic Marin)
+++ Die Slowakei spendet 10.000 Dosen Impfstoff an Taiwan. Das mitteleuropäische Land unterstützt damit Taiwan als Dankeschön für Hilfe, die Taiwan im vergangenen Jahr geleistet hatte. Unter dem Motto "Taiwan kann helfen, Taiwan hilft" hatte die Insel seit Beginn der Pandemie Millionen von Gesichtsmasken an die ganze Welt gespendet, darunter nicht nur die Slowakei und weitere europäische Länder, sondern auch USA und Asien.
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