Sonntag, 05. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 20. bis 22. Juni 2021 +++

Die Weltgesundheitsorganisation sieht es mit Sorge, dass einige Länder die Corona-Auflagen rund um Spiele der Fußball-EM lockern. Die Delta-Variante breitet sich in Hessen schnell aus. Biontech-Chef Sahin hält eine Anpassung des Impfstoffes wegen der Varianten noch nicht für nötig. Mehr in unserem Newsblog.

20.06.2021

Das Foto zeigt das Wembley-Stadion in London vor dem Gruppenspiel England gegen Schottland bei der EM 2021.
Die WHO ist besorgt über Lockerungen rund um EM-Spiele - etwa bei den Zuschauerzahlen. (dpa-Bildfunk / EPA / Facundo Arrizabalaga)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Dienstag, 22. Juni
+++ Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich "besorgt" darüber gezeigt, dass einige Länder die Corona-Beschränkungen rund um die Spiele der laufenden Fußball-Europameisterschaft gelockert haben. In manchen dieser Länder seien bereits steigende Infektionszahlen zu verzeichnen, teilte die WHO auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP mit. "Die WHO ist besorgt über die Lockerung der Beschränkungen in einigen der Gastgeberländer. Einige Länder, in denen das Turnier ausgetragen wird, erhöhen jetzt die Zahl der Zuschauer, die ins Stadion dürfen, um ein Spiel zu sehen", sagte Robb Butler, Exekutivdirektor beim WHO-Regionalbüro für Europa. Zuvor hatte die britische Regierung mitgeteilt, dass zu den Halbfinals und dem Finale der EM mehr als 60.000 Menschen ins Londoner Wembley-Stadion dürfen. In Kopenhagen, wo die Zuschauerzahl auf 25.000 erhöht wurde, meldet die Gesundheitsbehörde 29 Infektionsfälle. "Theoretisch könnten noch mehr Menschen infiziert sein", sagte eine Behördenvertreterin.
+++ Der Impfstoff von AstraZeneca schützt dem Unternehmen zufolge gegen die Virusvarianten Delta und Kappa. Dies gehe aus einer Antikörper-Studie der Oxford University hervor. Beide Varianten wurden zunächst in Indien nachgewiesen.
+++ Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante verbreitet sich in Hessen schnell. "Wir haben doch deutliche Anzeichen, dass Delta auch in Hessen mittlerweile schon über 20 Prozent der Fälle dominiert", sagt der hessische Gesundheitsminister Klose bei einer Pressekonferenz. Umso wichtiger sei es, sich so schnell wie möglich impfen zu lassen, appelliert der Grünen-Politiker.
+++ Eine Übersicht über die Risiko- und Virusvariantengebiete in Europa von der Deutschen Presse-Agentur:
Die Grafik zeigt Coronavirus: Risiko- und Virusvarianten-Gebiete in Europa.
Coronavirus: Risiko- und Virusvarianten-Gebiete in Europa (22.06.2021) (dpa-Grafik)
+++ Biontech-Chef Sahin hält trotz einer zunehmenden Verbreitung von Virusvarianten derzeit keine Anpassung des Covid-19-Impfstoffs seines Unternehmens für nötig. Man analysiere kontinuierlich die Wirksamkeit des Vakzins, auch gegen neu auftretende Varianten, sagte Sahin auf der Hauptversammlung der Firma in Mainz. Derzeit gebe es keine Hinweise darauf, dass eine Anpassung notwendig sei. Noch wisse man nicht, wann und wie oft eine Auffrischungsimpfung nötig sein werde. Er gehe aber davon aus, dass eine dritte Impfung von hohem Wert sei.
+++ Der erste türkische Corona-Impfstoff aus heimischer Produktion ist in die entscheidende Testphase eingetreten. Die erste Dosis der dritten und letzten Studienphase wurde einem Freiwilligen während einer Videokonferenz verabreicht, an der auch Präsident Erdogan teilnahm. Gesundheitsminister Koca sagte, die Testphasen I und II hätten die Sicherheit und Immunantwort des Impfstoffs belegt. Der Vakzin sei der "Stolz der Nation". Erdogan verkündete, dass der Impfstoff den Namen Turkovac tragen werde.
+++ Reuters berichtet über Unmut in Japan: Während der Olympischen Spiele soll Alkoholverkauf an Zuschauer erlaubt sein, während Einheimische in Tokio wegen der Pandemie beim Besuch von Bars eingeschränkt werden.
+++ Die Stadt Wien will junge Menschen mit Musik und Feierstimmung zur Corona-Impfung locken. In der österreichischen Hauptstadt sollen eine oder mehrere Impfparties veranstaltet werden, gab ein Sprecher am Dienstag bekannt. Außerdem bietet Wien Familien-Impftermine an, bei denen Kinder und Eltern gemeinsam einen Schutz gegen Covid-19 erhalten. Am Dienstag konnten sich erstmals Wiener Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und siebzehn Jahren für Impfungen anmelden. Die Nachfrage war groß: 10 000 Dosen wurden innerhalb von zwei Stunden reserviert.
+++ Trotz anhaltender Kritik lässt die britische Regierung ab dem EM-Halfinale deutlich mehr Zuschauer zu. Der Einigung mit der UEFA zufolge dürfen für die entscheidenden Spiele mehr als 60.000 Zuschauer in das Wembley-Stadion in London. Das Stadion bietet insgesamt Platz für 90.000 Menschen, geplant ist eine Maximal-Auslastung von 75 Prozent. Über die Austragung der Topspiele wird seit einiger Zeit sehr kontrovers diskutiert, weil sich vor allem in England die ansteckendere Delta-Variante massiv ausbreitet.
+++ Angesichts niedriger Zahlen bei den Neuinfektionen lockert Hessen die Corona-Regeln deutlich. An den Schulen werde die Maskenpflicht im Unterricht entfallen, kündigte Ministerpräsident Bouffier an. Schülerinnen und Schüler müssten nur noch im Gebäude, in den Gängen und bis zum Platz eine Schutzmaske tragen. Hessenweit bleibt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und in Geschäften erhalten - aber in den Fußgängerzonen wird sie aufgehoben, wie Bouffier erklärte.
+++ Extremisten haben laut einem Bericht von Europol die Corona-Krise zur Verbreitung ihrer Propaganda genutzt. Im in Den Haag vorgestellten Jahresbericht der europäischen Polizeibehörde zu Terrorismus in der EU heißt es, die Extremisten nutzen jede Gelegenheit, um demokratische Strukturen auszuhöhlen, Angst zu verbreiten und die Gesellschaft zu polarisieren. Dabei helfe ihnen, dass durch die Pandemie die politische Polarisierung zunehme.
+++ Das Weiße Haus in Washington wird laut dem US-Sender NPR noch heute einräumen, dass das Impfziel für den 4. Juli verfehlt wird.
+++ Veranstaltungen im Freien dürfen in Berlin bald wieder deutlich größer werden. Ab dem 3. Juli sind dabei bis zu 2000 zeitgleich anwesende Menschen erlaubt. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen, wie Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) nach der Sitzung mitteilte. Die Grenze für drinnen liegt bei bis zu 500 Personen. Bisher waren es maximal 1000 draußen und 250 drinnen. Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel ist ab 500 Personen der Nachweis eines negativen Corona-Tests Pflicht, wie Kollatz erläuterte.
+++ Die Europäische Kommission hat den deutschen Ausgabenplan für die milliardenschweren EU-Hilfen zur Bewältigung der wirtschaftlichen Corona-Folgen gebilligt. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin mit. Vonder Leyen lobte insbesondere die deutschen Pläne zur weiteren Digitalisierung; hier sei die Bundesrepublik europaweit an der Spitze. Merkel sagte, ein Schwerpunkt sei auch die Produktion regenerativen Wasserstoffs als Energiequelle. Der Wiederaufbaufonds der EU hat ein Volumen von 750 Milliarden Euro.
Die Grafik zeigt eine Übersicht über die EU-Coronahilfen.
Die Corona-Aufbauhilfen der Eu (22.06.2021) (dpa-Grafik)
+++ In der russischen Hauptstadt Moskau greifen ab dem 28. Juni wieder strengere Corona-Regeln. So darf man dann unter anderem nur noch in Restaurants oder Cafes, wenn man geimpft, negativ getestet oder genesen ist. Damit reagiert die Stadt auf die zuletzt wieder deutlich gestiegenen Zahlen, die von den Behörden auf die Delta-Variante zurückgeführt werden.
+++ Kanzlerin Angela Merkel hat auch ihre zweite Corona-Schutzimpfung erhalten. Merkel sei vor einigen Tagen geimpft worden, teilte ein Regierungssprecher am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. Nachdem Merkel bei der ersten Impfung am 16. April den Impfstoff von Astrazeneca erhalten hatte, sei sie nun mit dem Vakzin von Moderna geimpft worden.
+++ Die Bundesärztekammer warnt vor Reisen in Urlaubsgebiete, in denen die Delta-Variante des Coronavirus grassiert. Ärztepräsident Reinhardt sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, auf Reisen in solche Regionen sollte verzichtet werden. Grundsätzlich spreche aber nichts gegen Urlaub, wenn die Hygieneregeln eingehalten würden. Für viele Menschen sei das Reisen nach den Belastungen der letzten Monate wichtig für das seelische Gleichgewicht, so Reinhardt. Die Delta-Variante ist deutlich ansteckender als alle anderen bekannten Mutationen. Neben Großbritannien ist beispielsweise Portugal bereits stark betroffen.
Frau mit Mund-Nasen-Bedeckung vor Straßenbahn in Lissabon.
Die portugiesische Hauptstadt Lissabon wurde wegen der Delta-Variante zeitweise abgeriegelt. (picture alliance/dpa/Sputnik/Gustavo Valiente)
+++ Angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus befürchtet der Kinderschutzbund neue Nachteile für die Kinder. Verbandspräsident Hilgers sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, er fürchte, Kinder könnten erneut die Verlierer der Pandemie sein. Politisch sei abermals nicht genug für ihren Schutz unternommen worden - etwa durch eine bessere digitale Ausstattung von Schulen oder den Einbau von Lüftungsanlagen. Das sei ein einziges Trauerspiel. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft forderte, Schulen krisenfest zumachen. Das schließe Investitionen in Gebäude, Infrastruktur und Personal ein, sagte die GEW-Vorsitzende Finnern.
+++ In der Debatte um eine mögliche Verlegung des EM-Finales hat der CDU-Sportpolitiker Güntzler die UEFA kritisiert. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Europäische Fußball-Union sich über Ratschläge von Virologen hinwegsetze und die Regierung in Großbritannien so stark unter Druck setze, sagte Güntzler im Deutschlandfunk. Dieses Vorgehen erschüttere ihn. Es sei bereits seit längerem zu beobachten, dass große Sportverbände versuchten, ihre Macht auszuspielen und Staaten zu erpressen. Dem müsse man Einhalt gebieten. Für den Sport müssten dieselben Regeln gelten wie anderswo.
Die britische "Times" hatte berichtet, die UEFA habe London damit gedroht, das Finale in Budapest auszutragen, sollte die britische Regierung nicht Ausnahmen von den geltenden Corona-Regeln erlauben. In Großbritannien breitet sich derzeit die Deltavariante aus.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erneut zurückgegangen. Sie beträgt nun 8,0 nach 8,6 am Vortag, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Laut RKI haben die Gesundheitsämter in Deutschland innerhalb eines Tages 455 Corona-Neuinfektionen registriert. Das sind 197 weniger als vor einer Woche. Es wurden 77 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet.
+++ Bundesarbeitsminister Heil hat die Unternehmen aufgerufen, die Ausbildungsprämie stärker zu nutzen. Die Zahl der Ausbildungsplätze sei bereits im vergangenen Jahr zurückgegangen, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Bewährungsprobe komme in diesem Sommer. Heil betonte, man dürfe keinen Corona-Jahrgang in der Ausbildung zulassen. Nach Angaben des Ministers wurde die Prämie seit vergangenen Sommer für knapp 40.000 Ausbildungsplätze bewilligt. Im März wurde sie zudem verdoppelt. Pandemiebetroffene Betriebe, die ihre Ausbildungsquote halten, bekommen somit seit Anfang Juni einmalig 4.000 Euro pro Lehrstelle, bei neuen Azubi-Stellen sind es 6.000 Euro.
+++ Der in Kuba entwickelte Impfstoffkandidat Abdala hat nach Angaben des staatlichen Pharmakonzerns Biocubafarma eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent gegen das Coronavirus. Bei drei Impfdosen liege die Wirksamkeit bei 92,28 Prozent, teilte das Unternehmen mit. Ein zweiter kubanischer Impfstoffkandidat, das Präparat Soberana 2, hat nach Angaben des Herstellers Finlay nach zwei der vorgesehenen drei Impfdosen eine Wirksamkeit von 62 Prozent. Beide Impfstoffe sollen in Kürze in Kuba zugelassen werden.
Eine Krankenpflegerin sitzt auf einem Stuhl und bekommt die zweite Dosis des kubanischen Impfstoffkandidaten Abdala verabreicht.
Eine Krankenpflegerin bekommt die zweite Dosis des kubanischen Impfstoffkandidaten Abdala verabreicht. (AFP)
+++ EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen wird heute zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Merkel in Berlin erwartet. Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen die Finanzhilfen, mit denen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft abgefedert werden sollen. Der entsprechende Wiederaufbaufonds der Europäischen Union hat ein Volumen von 750 Milliarden Euro. Deutschland stehen bis zu 25,6 Milliarden Euro an Zuschüssen zu, die nicht zurückgezahlt werden müssen.
+++ Italien hebt in der kommenden Woche die Maskenpflicht im Freien auf. Gesundheitsminister Speranza erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter, die Vorschrift zum Tragen der Masken werde in Gebieten mit niedrigen Inzidenzen und wenigen Intensivpatienten, den sogenannten weißen Zonen, am 28. Juni aufgehoben. Bis auf eine kleine Region im Nordwesten des Landes sind derzeit alle Gebiete in Italien als weiße Zonen kategorisiert. In öffentlichen Verkehrsmitteln und in Innenräumen muss dagegen weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In Italien sind fast 30 Prozent der Menschen ab zwölf Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft.
Montag, 21. Juni
+++ Angesichts sinkender Infektionszahlen werden in der Türkei die Corona-Beschränkungen gelockert. Das kündigte Präsident Erdogan an. Ab dem 1. Juli werden demnach die Lockdowns an den Sonntagen aufgehoben. Auch das abendliche Ausgehverbot wird gestrichen. Gelockert werden auch Beschränkungen im öffentlichen Nahverkehr und bestehende Einschränkungen für Reisen im Inland.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn geht nach wie vor davon aus, dass alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahre bis Ende August ein Impf-Angebot bekommen können. Die Entscheidung, ob man sich impfen lasse, müsse mit den Eltern und dem Arzt abgesprochen werden, sagte Spahn auf dem Tag der Industrie.
+++ Trotz steigender Fallzahlen gibt sich der britische Premierminister Johnson zuversichtlich, dass die Corona-Schutzmaßnahmen in England Mitte Juli vollständig aufgehoben werden können. Johnson hatte den sogenannten "Freedom Day" kürzlich um vier Wochen auf den 19. Juli verschoben.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation plant ein Zentrum zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen in Südafrika. An dem Technologie-Transfer seien die Unternehmen Afrigen Biologics und Biovac beteiligt, teilt WHO-Generaldirektor Tedros mit. Auch mit Pfizer und Moderna soll es Gespräche geben. Mehr Informationen
+++ Auf einem Krankenhausgipfel hat Bundeskanzlerin Merkel den Beschäftigten für ihren Einsatz seit Beginn der Corona-Pandemie gedankt. Bundesgesundheitsminister Spahn plädierte für eine bessere Vernetzung der verschiedenen Einrichtungen im Gesundheitswesen.
+++ Die Ausrichter der Olympischen Spiele in Tokio begrenzen wegen der Corona-Pandemie die Zuschauerzahlen bei den Wettkämpfen auf maximal 10.000 Personen. Kleinere Stadien sollen demnach nur zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden, erklärte das Organisationskomitee. Sollte sich die Corona-Lage bis zum 12. Juli verschlechtern und in Japan erneut ein Notstand ausgerufen werden, werde die Entscheidung überprüft. Dann seien auch Spiele ohne Zuschauer möglich. Die Spiele beginnen am 23. Juli und enden am 8. August.
+++ In Deutschland haben inzwischen 50,8 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Laut den Zahlen des Robert Koch-Instituts sind 31,1 Prozent vollständig geimpft. Gestern wurden rund 290.000 Dosen verabreicht.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat trotz der einstelligen Werte bei den Corona-Inzidenzen vor Übermut gewarnt. Die Inzidenz von unter zehn sei erfreulich, aber immer noch drei Mal so hoch wie vor zwölf Monaten, sagte Merkel nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf einer Klausur von CDU und CSU in Berlin. Sie forderte dazu auf, "das richtige Maß an Freiheit und Vorsicht" zu finden. Maske zu tragen sei immer noch das Einfachste. Die Pandemie werde erst zu Ende sein, wenn die ganze Welt geimpft sei.
Armin Laschet, CDU-Bundesvorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, begrüßen sich zu Beginn der Klausur der Spitzen von CDU und CSU zur Verabschiedung des Wahlprogramms für die Bundestagswahl neben Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Klausur der Spitzen von CDU und CSU (dpa/Kay Nietfeld)
+++ Angesichts einer stabilen Infektionslage lockert der Hamburger Senat die Corona-Kontaktbeschränkungen weiter. Ab Dienstag können sich wieder zehn Menschen aus verschiedenen Haushalten auch in Innenräumen treffen, wie der Senat mitteilte. Bislang waren nur fünf Personen erlaubt. Genesene und Geimpfte sowie Kinder werden dabei nicht mitgezählt.
+++ Individualtouristen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, dürfen ab dem 1. Juli wieder nach Israel reisen, ohne vorher eine Genehmigung einzuholen. Das schrieb Innenministerin Schaked auf Facebook. Welche Impfungen akzeptiert werden, ist noch nicht bekannt. In einem ersten Öffnungsschritt hatte Israel Ende Mai wieder in begrenzter Anzahl die Einreise von Gruppen geimpfter Touristen erlaubt. Nach Beginn der Pandemie hatte das Land Ausländern die Einreise nur in Ausnahmefällen ermöglicht. Die israelische Tourismusindustrie hat darunter stark gelitten.
+++ In Indien kann sich von heute an jeder Erwachsene kostenlos gegen das Coronavirus impfen lassen. Die indische Bundesregierung übernimmt die Kosten und bündelt damit auch Organisation und Verteilung der Impfstoffe, was bislang von den Einzelstaaten verantwortet wurde. Deren Verwaltungen waren damit überlastet, was zu Verzögerungen und Ungleichheiten dabei geführt hatte, wer eine Impfung bekam. Nur etwa fünf Prozent der knapp 1,4 Milliarden Menschen in Indien sind bisher vollständig geimpft worden. Die Neuinfektionen gehen seit einigen Tagen zurück.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist erneut zurückgegangen. Sie beträgt nun 8,6, wie das Robert-Koch-Institut unter Berufung auf die Angaben der Gesundheitsämter mitteilte. Gestern lag sie bei 8,8 und vor einer Woche bei 16,6. Laut RKI wurden innerhalb eines Tages 346 Corona-Neuinfektionen registriert. Das sind 203 weniger als vor einer Woche. Es wurden zehn weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Insgesamt sind es nun 90.395.
+++ In Nordrhein-Westfalen ist die Maskenpflicht im Freien ab heute weitgehend aufgehoben. Auch auf Schul- und Pausenhöfen und im Außenbereich von Schulen muss jetzt kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen werden. Das sieht die neue Corona-Schutzverordnung des Landes vor. Ausnahme ist die Millionenstadt Köln. Dort bleibt die Maskenpflicht in festgelegten öffentlichen Bereichen noch eine Woche bestehen.
+++ Die deutschen Intensivmediziner erwarten für den Fall einer vierten Corona-Welle im kommenden Herbst eine deutlich geringere Zahl an dramatischen Krankheitsverläufen. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, Karagiannidis, sagte der "Rheinischen Post" aus Düsseldorf, wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft seien, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben. Der SPD-Politiker Lauterbach warnte allerdings vor Gefahren für nicht geimpfte Menschen durch die ansteckendere Delta-Variante des Virus. Er sagte der Zeitung, Personen ohne Impfschutz seien dann einem viel größeren Risiko ausgesetzt.
Lesetipp: Wie gefährlich ist die Delta-Variante?
+++ Italien fährt die Corona-Beschränkungen in großen Teilen des Landes weiter zurück. Es gilt keine nächtliche Ausgangssperre mehr. In Bars und Restaurants dürfen Gäste wieder drinnen bedient werden. Freizeitparks dürfen öffnen, ebenso Thermal- und Hallenbäder, auch Diskotheken ist der Betrieb eingeschränkt wieder erlaubt. Ausgeschlossen von den Lockerungen ist aufgrund hoher Infektionszahlen nur die Region Aostatal im Nordosten des Landes.
+++ Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brandenburgs Bildungsministerin Ernst, hat sich gegen frühzeitige Festlegungen auf weitere Einschränkungen des Regelunterrichts ausgesprochen. "Der Präsenzunterricht sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden", sagte die SPD-Politikerin dem "Tagesspiegel". Bundesgesundheitsminister Spahn hatte am Samstag gesagt, dass Corona-Maßnahmen in den Schulen noch längere Zeit aufrechterhalten werden müssten. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein.
Schule während der Corona-Krise
Schule während der Corona-Krise (imago/Political Moments)
+++ Eine Studie hat dem Distanzunterricht während der Corona-Krise ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Forschende der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen - das Ergebnis ist ernüchternd: "Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien", erklärte Andreas Frey, einer der Autoren der Studie.
+++ Hessens Ministerpräsident Bouffier schließt wegen der sich auch in Deutschland ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus eine Rückkehr zu Kontaktbeschränkungen nicht aus. "Ich rechne damit, dass die Delta-Variante in einem Monat auch in Deutschland die vorherrschende Variante ist", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dann stelle sich die Frage: "Wie wirkt welches Vakzin auf sie?" Man könne auch nicht ausschließen, das Menschen infiziert aus dem Sommerurlaub zurückkehren. Von den Antworten auf diese Fragen hänge ab, ob eine vierte Welle komme und wieder zu Kontaktbeschränkungen zurückgekehrt werden müsse.
+++ Die Mehrheit der 30 Dax-Konzerne plant einer Umfrage zufolge eine Ausweitung der mobilen Arbeit auch nach der Pandemie. Das berichtet die Funke Mediengruppe. 22 Unternehmen bekundeten darin ihr Interesse, die Zahl der mobilen Arbeitstage künftig erhöhen zu wollen. Mit dem Auslaufen der Homeoffice-Pflicht Ende Juni war ein Streit zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern entbrannt – auch mit Blick auf eine mögliche gesetzliche Regelung über die Dauer der Pandemie hinaus. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert das Auslaufen der Homeoffice-Pflicht.
Sonntag, 20. Juni
+++ In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, teilte das Nationale Gesundheitsinstitut Insa mit. Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden. Seit Freitagnachmittag und bis Montagmorgen dürfen die gut 2,8 Millionen Menschen mit Wohnsitz in Lissabon die "Area Metropolitana" nur aus triftigem Grund verlassen. Auswärtige dürfen nur in Ausnahmefällen einreisen. Ob die Absperrung an den nächsten Wochenenden wiederholt wird, soll kurzfristig entschieden werden.
+++ Ifo-Präsident Clemens Fuest warnt angesichts der steigenden Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus vor neuen Risiken für die Konjunkturerholung. "Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft", sagte der Präsident des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts dem Portal "t-online". "Zwar wäre mit Sicherheit nicht alles verloren, wenn durch sie die Inzidenzen wieder ansteigen, ein Rückschlag aber wäre es auf jeden Fall." Die Erholung würde sich dann verzögern. Besonders die Bereiche, die bereits jetzt stark unter Corona gelitten hätten, wären erneut betroffen - etwa die Reisebranche, Restaurants oder der Handel. "Dann stünde uns ein harter Herbst bevor", sagte er.
+++ Die Bundesregierung plant die Einführung von FFP2-Masken für Kinder. Das geht aus der Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium habe deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Normung einer Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen soll. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Rößner, nannte es ein "Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind".
Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule auf einem Tisch.
Eine FFP2-Maske liegt in einer ersten Klasse an einer Grundschule auf einem Tisch. (dpa)
+++ Russische Unternehmen dürfen Angestellte, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, künftig ohne Gehalt von der Arbeit freistellen. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen regionalen Gesundheitsbehörden die Impfung für die entsprechende Berufsgruppe vorschreiben, wie Arbeitsminister Anton Kotjakow erklärte. Die Suspendierung habe dann solange Bestand wie die entsprechende Corona-Verordnung der Regionalbehörde. Große Teile der russischen Bevölkerung stehen einer Corona-Impfung skeptisch gegenüber.
+++ In der am Wochenende abgeriegelten portugiesischen Hauptstadt Lissabon sind bereits mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen auf die Delta-Variante des Virus zurückzuführen. Das sei das vorläufige Ergebnis der bisher im Juni durchgeführten Sequenzierungen positiver Corona-Proben, berichteten örtliche Medien unter Berufung auf das Nationale Gesundheitsinstitut Insa. Die Absperrung Lissabons für rund zweieinhalb Tage war wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante angeordnet worden.
Frau mit Mund-Nasen-Bedeckung vor Straßenbahn in Lissabon.
Lissabon während der Corona-Pandemie (picture alliance/dpa/Sputnik/Gustavo Valiente)
+++ Wegen sinkender Corona-Neuinfektionen in Frankreich ist die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben worden. Die seit Oktober geltende Maßnahme endete damit zehn Tage früher als ursprünglich geplant. Am Donnerstag war in Frankreich bereits die Maskenpflicht im Freien aufgehoben worden. Nur in Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln muss weiterhin ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
+++ Ifo-Präsident Fuest warnt angesichts der steigenden Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus vor neuen Risiken für die Konjunkturerholung. "Die Delta-Variante ist eine ernstzunehmende Gefahr für die deutsche Wirtschaft", sagte der Präsident des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts dem Portal "t-online". "Zwar wäre mit Sicherheit nicht alles verloren, wenn durch sie die Inzidenzen wieder ansteigen, ein Rückschlag aber wäre es auf jeden Fall." Die Erholung würde sich dann verzögern.
+++ Die Bundesregierung möchte sich auch in Zukunft die Möglichkeiten für bundesweite Einreisebeschränkungen offenhalten. Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Fechner, sagte in der "Welt am Sonntag", die von Gesundheitsminister Spahn per Verordnung festgelegten Einreisebedingungen sollten auch weitergelten können, wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr bestehe. Union und SPD wollen dafür noch vor der Sommerpause das Infektionsschutzgesetz ändern. Dies könnte Reiseverbote aus Virusvariantengebieten sowie Test- und Quarantäneverpflichtungen bei der Einreise betreffen.
Grenzübergang Deutschland - Österreich
Auch nach September sollen noch Einreisebeschränkungen möglich sein. (dpa)
Die FDP-Gesundheitspolitikerin Aschenberg-Dugnus kritisierte die Pläne. Es existiere kein parlamentarischer Kontrollmechanismus, sagte. Auch die Grünen fordern bei Verordnungen, die in Grundrechte eingreifen, eine Zustimmung des Bundestags.
+++ In Deutschland wurden bereits 22,3 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt. Das teilte Bundesgesundheitsminister Spahn auf Twitter mit. Die Zertifikate erhielten frisch Geimpfte in Impfzentren und Arztpraxen, aber auch bereits Geimpfte nachträglich in den Apotheken und in einigen Bundesländern per Post. Seit einer Woche stellen viele Apotheken digitale Impfpässe für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. Geimpfte können ihr Zertifikat, etwa bei einer Reise, in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen.
+++ Nach einem neuen Corona-Ausbruch an israelischen Schulen ist in zwei Ortschaften wieder Maskenpflicht für Schüler verhängt worden. In einer Schule in Binjamina wurden 45 Schüler positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Auch in Modiin - einer Stadt zwischen Tel Aviv und Jerusalem - gab es rund ein Dutzend neuer Fälle. Nach Medienberichten wird an beiden Schulen ein Zusammenhang mit Rückkehrern aus dem Ausland sowie der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus vermutet. Sie war zuerst in Indien beobachtet worden. Die Maskenpflicht in Israel war erst vor fünf Tagen angesichts niedriger Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden.
+++ China hat die Marke von einer Milliarde Impfungen überschritten. Nach Angaben der Nationalen Gesundheitskommission wurden gestern rund 20,2 Millionen Dosen von Corona-Impfstoffen verabreicht. Damit sei die Gesamtzahl auf 1,01 Milliarden gestiegen. China nutzt unter anderem den Corona-Impfstoff des heimischen Herstellers Sinovac, um die Bevölkerung zu immunisieren.
+++ Angesichts der Forschritte bei den Corona-Impfungen will Südkorea die Kontaktbeschränkungen lockern. Ab dem 1. Juli sollen im Großraum Seoul wieder private Treffen von bis zu sechs Personen möglich sein, ab dem 15. Juli von bis zu acht Personen, wie die Regierung mitteilt. Restaurants, Nachtlokale und Cafés dürften zudem zwei Stunden länger bis Mitternacht geöffnet bleiben. Außerhalb der Hauptstadt soll es keine zahlenmäßige Beschränkungen für private Treffen geben.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 842 neue positive Tests auf das Coronavirus gemeldet. Das sind fast 650 weniger als am Sonntag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 8,8. Bereits gestern lag sie unter dem Wert von zehn. Der Wert gibt an, wie viele Infektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen neu erfasst wurden. 16 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf insgesamt 90.385.
+++ Der in Kuba entwickelte Impfstoff-Kandidat Soberana 02 ist laut Herstellerangaben nach Verabreichung von zwei der drei vorgesehenen Impfdosen zu 62 Prozent gegen Covid-19 wirksam. Das Ergebnis sei "ermutigend", da in die Auswertungen bereits verschiedene Corona-Varianten eingeflossen seien, teilte das Finlay-Institut mit. In einigen Wochen würden endgültige Angaben zur Wirksamkeit vorliegen. Er rechne damit, dass das Ergebnis nach der dritten Impfdosis besser ausfalle, sagte Finlay-Chef Vérez. In Kuba werden derzeit fünf Impfstoff-Kandidaten entwickelt.
+++ In Brasilien haben zahlreiche Menschen gegen die Politik ihres Präsidenten in der Corona-Pandemie protestiert.
Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, gingen zehntausende Brasilianer in Städten wie Rio de Janeiro, Brasília und São Paulo auf die Straße. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer trugen demnach Schilder mit der Aufschrift "500.000". In Brasilien sind nach jüngsten offiziellen Angaben mehr als eine halbe Million Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. In dem südamerikanischen Land sind bislang nur rund 11 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft. Präsident Bolsonaro hatte die Gefahren der Pandemie heruntergespielt, auch um so die Wirtschaft am Laufen zu halten.
Zahlreiche Menschen protestieren gegen Bolsonaros Corona-Politik in Sao Paulo.
Protest gegen Bolsonaros Corona-Politik in Sao Paulo. (Paulo Pinto / AFP)
+++ Wegen sinkender Nachfrage nach Corona-Tests wollen Deutschlands Apotheken ihr Angebot einschränken. Weil die Zahl der vollständig Geimpften zunehme und Infektionsschutzregeln gelockert worden seien, nehme der Bedarf an Tests ab, sagte ein Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Zudem wies er darauf hin, dass der Bund für die Tests weniger zahle als zuvor. Für eine ganze Reihe von Apotheken sei die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich. Das Angebot werde deshalb wohl Schritt für Schritt kleiner werden. Die Apotheken gehören neben privaten Firmen und staatlichen Institutionen zu den wichtigsten Teststellen-Betreibern.
+++ Indien meldete mit rund 58.000 Neuinfektionen die niedrigste Tageszahl seit fast drei Monaten. Die Gesamtzahl der Infektionen in dem südasiatischen Land steigt damit binnen 24 Stunden auf 29,9 Millionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Das ist der zweithöchste Wert weltweit nach den USA. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge aber weitaus höher sein. Zeitweise wurden mehr als 400.000 Neuinfektionen am Tag gemeldet.
+++ Ein Olympia-Teilnehmer aus Uganda ist bei seiner Ankunft in Tokio im Vorfeld der Spiele positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er war einer von neun Athleten und Trainer aus Uganda, die bei ihrer Ankunft am Samstag am Flughafen Narita getestet wurden. Die positiv getestete Person ist nun in einer zu diesem Zweck geschaffen Einrichtung untergebracht. Der Rest des Teams reiste weiter nach Osaka, um dort an einem Trainingslager teilzunehmen. Alle Mitglieder des Teams waren in Uganda mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft worden und hatten 72 Stunden vor ihrem Abflug negative Tests abgegeben.
+++ Bayerns Gesundheitsminister Holetschek hat kritisiert, dass beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gestern Abend erneut viele Zuschauer die Maskenpflicht im Münchner Stadion ignorierten. Der CSU-Politiker erklärte, der Deutschen Fußball-Bund solle darlegen, wie beim nächsten Europameisterschafts-Spiel am Mittwoch die Regeln durchgesetzt werden sollen. Die deutsche Auswahl hatte ihr zweites Gruppenspiel gegen Portugal mit 4:2 gewonnen.
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