Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Die Entwicklungen vom 15. bis 20. August 2023

Seit dem 21. Februar 2022 halten wir in einem Newsblog fest, wie sich der Krieg in der Ukraine entwickelt. In diesem Archiv können Sie die bisherigen Entwicklungen nachvollziehen.

21.08.2023
    Der ukrainische Präsident Selenskyj in Nahaufnahme. Er steht an einem Rednerpult und spricht in Mikrofone.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. (IMAGO / NurPhoto / IMAGO / Maxym Marusenko)
    Zu den aktuellen Entwicklungen geht es hier.

    Sonntag, 20. August

    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj wertet seine Reise in mehrere europäische Länder als Erfolg.

    Auf dem dänischen Militärflugplatz Skrydstrup dankte er Ministerpräsidentin Frederiksen für ihre Zusage, Kiew in mehreren Tranchen insgesamt 19 Kampfflugzeuge vom Typ F-16 zu überlassen. Kurz zuvor hatte Selenskyj bei einem Besuch der niederländischen Militärbasis in Eindhoven von einem Durchbruch gesprochen, nachdem ihm auch der niederländische Ministerpräsident Rutte eine Lieferung von F-16-Kampfjets zugesagt hatte, ohne allerdings eine konkrete Zahl zu nennen. Erst gestern hatte der ukrainische Präsident bei einem Besuch in Schweden mit Regierungschef Kristersson über eine engere militärische Kooperation gesprochen. Dabei ging es laut Selenskyj unter anderem um die gemeinsame Produktion von Schützenpanzern. Auch eine mögliche Lieferung schwedischer Kampfflugzeuge vom Typ "Gripen" sei Thema gewesen.

    +++ Bundeskanzler Scholz hat die russische Opposition in Russland und im Ausland gelobt.

    Es sei wichtig zu sehen, "dass es sehr viele Russen und Russinnen gibt, die auf der Seite derjenigen sind, die sich für Freiheit einsetzen und gegen Imperialismus", sagte Scholz bei einem Bürgerdialog im Kanzleramt. Er selbst habe bereits mit vielen Vertretern der russischen Opposition gesprochen. Diese verdienten Schutz und Gesprächspartner, so Scholz.

    +++ Zu einem pro-russischen Autokorso durch die Kölner Innenstadt sind deutlich weniger Menschen gekommen als erwartet.

    Nach Polizeiangaben beteiligten sich etwa 40 Autos und Motorräder. Angemeldet waren rund 1.000 Teilnehmer in 200 Autos. Der Autokorso fand parallel zu einem ukrainischen Kulturfestival statt.

    +++ Nach dem neuen Drohnenangriff auf Moskau werden auch aus anderen Teilen Russlands Attacken gemeldet.

    Nach Angaben des Gouverneurs der Region Kursk, Roman Starowoit, stürzte eine Drohne auf das Dach eines Bahnhofs in der gleichnamigen Stadt im Westen Russlands. Fünf Menschen seien verletzt worden, zum Zeitpunkt des Vorfalls seien 50 Menschen vor Ort gewesen. In der südlichen russischen Region Rostow wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs Wassili Golubew zwei ukrainische Drohnen von der russischen Luftabwehr abgefangen. Es habe keine Opfer oder Schäden gegeben.
    Im Bahnhof der Stadt Kursk liegen Glasscherben und andere Teile auf dem Boden.
    Das vom Regionalgouverneur in Kursk veröffentlichte Foto soll Schäden im Bahnhof der gleichnahmigen Stadt nach einem ukrainischen Drohnenangriff zeigen. (IMAGO / SNA)

    +++ Ukrainische Angriffe auf russischem Gebiet sind nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten strategisch wichtig, um den Angriffskrieg des Nachbarlandes abzuwehren.

    Im täglichen Bericht zum Kriegsverlauf des Verteidigungsministeriums in London heißt es, Russlands Präsident Wladimir Putin habe seine Truppen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unter der Annahme in die Ukraine einmarschieren lassen, dass dies nur geringe Auswirkungen auf die Menschen in Russland haben werde. Nun werde Moskau regelmäßig von Drohnen getroffen. "Die Führung von Russlands Luft- und Weltraumkräften ist höchstwahrscheinlich unter großem Druck, die Luftverteidigung über dem westlichen Russland zu verbessern", heißt es in der Mitteilung weiter.

    Redaktionell empfohlener externer Inhalt

    Mit Aktivierung des Schalters (Blau) werden externe Inhalte angezeigt und personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Deutschlandradio hat darauf keinen Einfluss. Näheres dazu lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können die Anzeige und die damit verbundene Datenübermittlung mit dem Schalter (Grau) jederzeit wieder deaktivieren.

    +++ Rettungsteams setzen ihre Arbeit in den Trümmern im Zentrum von Tschernihiw fort.

    Die Zahl der Verletzten nach dem russischen Raketenangriff auf die Stadt im Norden der Ukraine liegt offiziellen Angaben nun bei 148. Sieben Menschen waren dabei getötet worden. Die Vereinten Nationen bezeichneten den Angriff als "verabscheuungswürdig".

    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj hat eine Reaktion seines Landes auf den russischen Angriff auf die Stadt Tschernihiw angekündigt.

    Selenskyj sagte in seiner täglichen Videoansprache, er sei sich sicher, dass die ukrainischen Soldaten Russland eine Antwort auf diesen Terroranschlag geben würden. Nach ukrainischen Angaben war unweit des Theaters von Tschernihiw im Norden des Landes eine Rakete eingeschlagen. Wie es weiter hieß, sind bei dem russischen Angriff sieben Menschen getötet und mehr als 140 verletzt worden.

    +++ Die russische Hauptstadt Moskau hat offiziellen Angaben zufolge erneut einen Drohnenangriff abgewehrt.

    Es habe in der Nacht einen Versuch gegeben, eine Drohne über Moskau fliegen zu lassen, teilte Bürgermeister Sobjanin am frühen Morgen auf Telegram mit. Die Luftabwehr habe dies vereitelt. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt. Bereits am Freitag hatte die Verwaltung in Moskau mitgeteilt, einen Drohnenangriff im Stadtzentrum abgewehrt zu haben.

    +++ Die beiden Moskauer Flughäfen Wnukowo und Domodedowo hatten in der Nacht vorübergehend Starts und Landungen ausgesetzt.

    Das sagte ein Vertreter der Luftverkehrsdienste der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Einen Grund nannte er jedoch nicht.

    +++ Die westrussische Stadt Kursk ist laut dem Gouverneur der Region, Starowoit, von einer ukrainischen Drohne getroffen worden.

    Diese sei vorläufigen Informationen zufolge auf das Dach eines Bahnhofsgebäudes gestürzt, berichtete der Gouverneur bei Telegram. Das Dach habe Feuer gefangen. Bei dem Vorfall seien fünf Menschen durch Glassplitter leicht verletzt worden. Einsatzkräfte seien vor Ort. Weitere Details gab es zunächst nicht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

    +++ Zu einem ukrainischen Kulturfestival in Köln werden heute mehrere tausend Menschen erwartet. Doch zur selben Zeit ist ein pro-russischer Autokorso durch die Innenstadt geplant, der auch am Veranstaltungsort vorbeifahren soll.

    Eine Privatperson hat laut Polizei unter dem Motto "Frieden mit Russland" 1.000 Teilnehmer mit 200 Autos angemeldet. Dagegen sind zwei Gegendemonstrationen mit 50 und 100 Teilnehmern geplant. Kräfte der Bereitschaftspolizei werden im Einsatz sein, um Auseinandersetzungen zu verhindern.

    +++ Der Außenminister der Ukraine, Kuleba, hat Berichten widersprochen, wonach die Gegenoffensive der Ukraine scheitern könnte.

    Kuleba sagte "Bild": "Wir nehmen solche Äußerungen gelassen hin. Nach Ansicht ungenannter Beamter, Generäle und Analysten hätte die Ukraine im Februar 2022 innerhalb von drei bis zehn Tagen aufhören sollen zu existieren. Sie gehen nun davon aus, dass die Ukraine nicht in der Lage sein wird, ihr gesamtes Territorium so schnell zurückzuerobern. Das zeigt, dass selbst Zweifler mit der Zeit hoffnungsvoller werden."

    Samstag, 19. August

    +++ Ukrainische Piloten werden nach Angaben aus Kiew bereits im Umgang mit westlichen F-16-Kampfflugzeugen ausgebildet.

    Verteidigungsminister Resnikow erklärte, das Training habe begonnen. Auch Ingenieure und Techniker würden geschult. Wo die Ausbildung stattfindet, sagte der Minister nicht. Die ersten Maschinen sollen erst in Monaten bereitgestellt werden.

    +++ Inzwischen wird die Zahl der Verletzten in Tschernihiw mit mehr als 100 angegeben.

    Unter den sieben Toten und den zahlreichen Verletzten sollen auch Kinder sein. Die Rakete war auf einem belebten Platz eingeschlagen. Wegen eines Feiertags seien viele Menschen auf dem Weg in die Kirche gewesen.

    +++ Beim Treffen des ukrainischen Präsidenten Selenskyj mit dem dem schwedischen Ministerpräsidenten Kristersson standen mögliche Kampfjet-Lieferungen im Mittelpunkt.

    Selenskyj erklärte nach dem Gespräch in der Nähe von Stockholm, es sei um Militärflugzeuge aus schwedischer Bauart gegangen. Im Anschluss waren Treffen mit weiteren Politikern und der schwedischen Königsfamilie geplant. Die Ukraine bemüht sich derzeit um westliche Sicherheitsgarantien für die Zeit nach einem Ende des russischen Invasionskrieges. Der schwedische Verteidigungsminister Jonson hatte zuletzt eine weitere Lieferung von Militärgütern in einem Umfang von gut 313 Millionen US-Dollar an die Ukraine angekündigt.
    Der schwedische Ministerpräsdient Kristersson und der ukrainische Präsident Selenskyj geben sich die Hand. Sie stehen nebeneinander und schauen nach vorn in die Kamera.
    Der schwedische Ministerpräsdient Kristersson und der ukrainische Präsident Selenskyj in Harpsund. (IMAGO / TT / IMAGO / Jonas Ekstromer / TT)

    +++ Russland hat seine Angriffe auf Ziele in der Ukraine fortgesetzt.

    Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums schlug eine Rakete im Zentrum der Stadt Tschernihiw im Norden des Landes ein. Dabei seien mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Getroffen wurden unter anderem ein Universitätsgebäude und ein Theater.

    Redaktionell empfohlener externer Inhalt

    Mit Aktivierung des Schalters (Blau) werden externe Inhalte angezeigt und personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Deutschlandradio hat darauf keinen Einfluss. Näheres dazu lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können die Anzeige und die damit verbundene Datenübermittlung mit dem Schalter (Grau) jederzeit wieder deaktivieren.

    +++ Russlands Präsident Wladimir Putin hat offiziellen Angaben zufolge hochrangige Kommandeure in der südlichen Stadt Rostow am Don getroffen.

    Im Hauptquartier der "militärischen Spezial-Operation", wie der Krieg gegen die Ukraine in Russland weiter genannt wird, habe Putin unter anderem Generalstabschef Gerassimow getroffen, teilte der Kreml mit. Auch von Kommandeuren und Offizieren habe er sich Bericht erstatten lassen.

    +++ Die Ukraine hat nach Angaben ihrer Luftwaffe 15 russische Drohnen bei einem nächtlichen Angriff abgeschossen.

    Den Angaben zufolge wurden 17 Angriffsdrohnen aus der Region Kursk gestartet. Die Luftabwehr sei in den nördlichen, zentralen und westlichen Regionen aktiviert worden. Was mit den anderen beiden russischen Drohnen passierte, teilte die ukrainische Luftwaffe nicht mit.

    +++ Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall will in den kommenden Tagen die Wartung von Panzern in der Ukraine starten.

    "Wir werden noch diesen Monat mit dem Service beginnen", sagte der Vorstandsvorsitzende Papperger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Die ersten zwölf Mitarbeiter aus der Ukraine hätten ihre Ausbildung in Deutschland begonnen, weitere zwölf kämen hinzu. Deutschland liefert zur Unterstützung der Ukraine unter anderem Leopard-Kampfpanzer. Der Chef des in Düsseldorf ansässigen Konzerns bekräftigte auch die Absicht, möglichst bald in der Ukraine mit der Produktion von Panzern zu beginnen.

    +++ Russland hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau einen ukrainischen Raketenangriff auf die russisch besetzte Halbinsel Krim abgewehrt.

    Das Geschoss sei in der Nacht von der russischen Flugabwehr abgefangen worden. Demnach habe es weder Verletzte noch Schäden gegeben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

    Im Ukraine-Krieg sind einem US-Medienbericht zufolge insgesamt fast 500.000 Soldaten getötet oder verletzt worden.

    Die Verluste seit dem russischen Angriff im Februar vergangenen Jahres seien auf russischer Seite mit etwa 300.000 Toten oder Verwundeten höher als auf ukrainischer Seite, schreibt die New York Times unter Berufung auf US-Regierungsvertreter.
    Die Zahl der gefallenen russischen Soldaten werde auf bis zu 120.000 geschätzt und die Zahl der verletzten auf 170.000 bis 180.000. Auf ukrainischer Seite seien bei den Kämpfen rund 70.000 Soldaten ums Leben gekommen und bis 120.000 verwundet worden.
    Allerdings wurde darauf hingewiesen, dass die Opferzahlen nach wie vor schwer einzuschätzen seien, da Moskau die Zahl seiner Kriegstoten und -verletzten regelmäßig zu niedrig angebe und die Ukraine keine offiziellen Zahlen bekannt gebe.

    +++ Die ukrainische Führung sieht Fortschritte in ihrem Streben nach westlichen Sicherheitsgarantien vor einer künftigen Aggression Russlands.

    Präsident Selenskyj sprach in seiner Videobotschaft von einem "diplomatischen Erfolg". Inzwischen hätten sich 18 Staaten der Erklärung der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) zu solchen Sicherheitsgarantien angeschlossen. Details nannte er nicht. Der Leiter des Präsidentenamtes in Kiew, Jermak, teilte im Nachrichtenkanal Telegram mit, dass mit den USA und Großbritannien die Verhandlungen für Sicherheitsgarantien liefen. Beginnen sollten demnach bald auch Gespräche mit anderen G7-Staaten. Bis Jahresende sollten die ersten bilateralen Vereinbarungen unterzeichnet sein, sagte er. Es gehe darum, nach Ende der russischen Invasion keinen neuen Krieg und keine Wiederholung der Aggression Moskaus zuzulassen.

    +++ Der russische Einmarsch in die Ukraine betrifft nach Auffassung von US-Präsident Biden nicht nur Europa.

    "Diese Art von Invasion hat es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben", sagte Biden nach einem Gipfeltreffen mit Japans Regierungschef Kishida und dem südkoreanischen Präsidenten Yoon in Camp David. Es sei nach Kriegsbeginn entscheidend gewesen, "deutlich zu machen, dass die Folgen eines Krieges weit über Europa hinausgehen", sagte er auch mit Blick darauf, was es bedeuten würde, wenn ein asiatisches Land ein anderes Land in der Region derart angreifen würde.
    Japans Premier habe früh deutlich gemacht, dass ein solcher Angriff überall geschehen könne, so Biden. "Wenn wir stillhalten würden, welches Signal würde das an China in Bezug auf Taiwan senden?"

    Freitag, 18. August

    +++ Zweieinhalb Monate vor dem Zieldatum sind die Gasspeicher in der Europäischen Union zu 90 Prozent gefüllt.

    Die EU gehe "gut gerüstet" in den bevorstehenden Winter, teilte die Kommission in Brüssel mit. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hatten die 27 Mitgliedsländer im Sommer 2022 beschlossen, dass die Gasspeicher in der EU zum 1. November im Schnitt zu 90 Prozent gefüllt sein sollen, schon jetzt liegt der Füllstand im Schnitt bei 90,12 Prozent. Es gibt aber Unterschiede zwischen den Ländern: In Spanien waren die Speicher zu fast 100 Prozent voll, in Lettland erst zu 77 Prozent. In Deutschland betrug der Füllstand knapp 92 Prozent. Die Bundesnetzagentur hatte dennoch erst kürzlich vor möglichen Versorgungsengpässen im Winter gewarnt. Kalte Temperaturen, Probleme in Nachbarländern oder auch zu niedrige Einsparungen könnten die Versorgungslage wieder verschärfen, sagte Behördenchef Müller.

    Redaktionell empfohlener externer Inhalt

    Mit Aktivierung des Schalters (Blau) werden externe Inhalte angezeigt und personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Deutschlandradio hat darauf keinen Einfluss. Näheres dazu lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können die Anzeige und die damit verbundene Datenübermittlung mit dem Schalter (Grau) jederzeit wieder deaktivieren.

    +++ Die ukrainischen Truppen werden nach einem Bericht der "Washington Post" die strategisch wichtige Stadt Melitopol im Südosten des Landes nicht erreichen.

    Damit würde die Ukraine das Hauptziel ihrer Gegenoffensive verfehlen - die Unterbrechung der russischen Landverbindung zur bereits seit 2014 völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim, berichtete die Zeitung unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise. Die ukrainischen Streitkräfte, die von der Siedlung Robotyne aus in Richtung des etwa 75 Kilometer entfernten Melitopol vordringen, würden voraussichtlich mehrere Kilometer außerhalb der Stadt bleiben. Grund dafür sind nach Einschätzung der Geheimdienste die von Russland angelegten Minenfelder und Schützengräben in der Region.

    +++ Russland hat Sanktionen gegen den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshof, Khan, sowie mehrere britische Regierungsverantwortliche und Journalisten angekündigt.

    Das russische Außenministerium begründete das Vorgehen am Freitag mit Londons "unerschütterlicher militärischer Unterstützung" für Kiew und der "aggressiven Umsetzung einer feindseligen anti-russischen Politik". Insgesamt wurden 54 Menschen auf die russische Liste der gegen Briten gerichteten Sanktionen gesetzt. IStGH-Chefankläger Khan, ebenfalls Brite, hatte Mitte März einen Haftbefehl gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen der "illegalen Deportation" tausender ukrainischer Kinder ausgegeben. Mitte Mai hatte das russische Innenministerium Khan auf seine Fahndungsliste gesetzt.

    +++ Die USA haben nach Angaben der Niederlande der Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen an die Ukraine zugestimmt.

    "Wir begrüßen die US-Entscheidung, den Weg für die Lieferung von F-16-Jets an die Ukraine frei zu machen" schrieb die niederländische Verteidigungsministerin Ollongren am Freitag auf X (früher Twitter). Zuvor hatten sich die Niederlande und auch Dänemark bereit erklärt, F-16 an die Ukraine zu liefern. Beide Länder wollen auch ukrainische Piloten ausbilden. Sobald das Training abgeschlossen sei, könnten die Kampfjets geschickt werden, sagte Ollongren. Von der US-Regierung hieß es, man wolle Dänemark und den Niederlanden eine schnelle Weitergabe der F-16 ermöglichen.

    Redaktionell empfohlener externer Inhalt

    Mit Aktivierung des Schalters (Blau) werden externe Inhalte angezeigt und personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Deutschlandradio hat darauf keinen Einfluss. Näheres dazu lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können die Anzeige und die damit verbundene Datenübermittlung mit dem Schalter (Grau) jederzeit wieder deaktivieren.

    +++ Rumänien will das Transit-Tempo für den Export von ukrainischem Getreide verdoppeln.

    Ziel sei es, die Menge von zwei Millionen auf vier Millionen Tonnen pro Monat zu erhöhen. Das sagte Rumäniens Ministerpräsident Ciolacu in Bukarest bei einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Schmyhal. Dazu sollen zunächst vor allem neue Grenzübergänge zwischen den beiden Nachbarländern geschaffen werden, betonte Schmyhal. Die Abfertigung ukrainischer Warentransporte solle zudem durch gemeinsame Kontrollen ukrainischer und rumänischer Zöllner und Grenzpolizisten beschleunigt werden. Die Ausweichroute über Rumänien gilt als umständlich, unter anderem weil Schienen und Straßen dafür zu wenig ausgebaut sind.

    +++ Die US-Regierung hat den Schutzstatus für in die Vereinigten Staaten geflohene Ukrainer verlängert.

    Er gelte für weitere 18 Monate bis April 2025, teilte das US-Heimatschutzministerium mit. Die andauernde russische Militärinvasion in der Ukraine und die daraus resultierende humanitäre Krise machten dies erforderlich. Das Schutzprogramm gewährt eine befristete Aufenthaltsgenehmigung für die USA. Derzeit profitieren rund 26 000 Ukrainer in den USA von dem Programm.

    +++ Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Makeiev, hofft auf eine rasche und positive Entscheidung zur Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper für sein Land.

    "Ich freue mich, dass die Unterstützung dafür steigt. Ich hätte es gern, wenn die Diskussion nicht so lange dauert wie die ganze Leoparden-Diskussion", sagte er in Dresden nach einem Treffen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Kretschmer. Der CDU-Politiker hatte sich vehement gegen die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern ausgesprochen. Makeiev erklärte, er wolle nicht, dass Waffenlieferungen Auseinandersetzungen zwischen Parteien und Wählern in Deutschland auslösen. "Sondern Waffen werden gebraucht, um sich in diesem Krieg verteidigen zu können und diesen Krieg zu gewinnen." Es liege im Interesse Deutschlands und jedes Staatsbürgers, dass dieser Krieg von der Ukraine gewonnen werde.

    +++ Russland setzt nach Angaben der britischen Regierung nicht nur seine Kämpfe, sondern auch seinen Informationskrieg in der Ukraine fort.

    Das Verteidigungsministerium in London verwies auf ein neues Lehrbuch über russische Geschichte, das ab dem 1. September auch an Schulen in den besetzten Gebieten ausgegeben werden solle. "Das Buch lobt die sogenannte militärische Spezialoperation und beschreibt die Ukraine als einen ultra-terroristischen Staat." Der Vizechef der Kremlverwaltung, Kirijenko, sei am 15. August nach Donezk im russisch besetzten Teil der Ostukraine gereist, hieß es im täglichen Update der Briten beim Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter. Er habe dort Schulen besucht und deren Integration ins russische Bildungssystem überprüft.

    Redaktionell empfohlener externer Inhalt

    Mit Aktivierung des Schalters (Blau) werden externe Inhalte angezeigt und personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Deutschlandradio hat darauf keinen Einfluss. Näheres dazu lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können die Anzeige und die damit verbundene Datenübermittlung mit dem Schalter (Grau) jederzeit wieder deaktivieren.

    ++ Angesichts der US-Entscheidung zur Weitergabe von F-16-Kampfjets an die Ukraine sieht Unionsfraktionsvize Wadephul den Druck auf die Bundesregierung nicht erhöht, ihrerseits dem Land "Taurus"-Marschflugkörper zur Verfügung zu stellen.

    Nach wie vor gelte, die Lieferung dieses Waffensystems genau abzuwägen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. Einerseits müsse man der Ukraine alle mögliche militärische Hilfe leisten, andererseits müsse jede formale Involvierung Deutschlands vermieden werden. Wadephul appellierte an die Bundesregierung, die Bevölkerung an ihren Überlegungen und Abwägungen teilhaben zu lassen.
    CDU-Außenpolitiker Wadephul hält politische Abwägung für richtig

    +++ Das im ukrainischen Odessa gestartete deutsche Containerschiff "Joseph Schulte" ist in Istanbul eingetroffen.

    Der Frachter einer Hamburger Reederei hatte zuvor den ukrainischen Teil des Schwarzen Meeres unbeschadet passiert. Dazu nutzte das Handelsschiff einen Korridor, der auf eigenes Risiko befahren werden kann. Miteigentümer des Frachters ist eine chinesische Bank. Das Schiff fährt unter der Flagge Hongkongs; es saß seit Februar 2022 in Odessa fest.
    Auf diesem Foto, das von der Pressestelle des ukrainischen Infrastrukturministeriums zur Verfügung gestellt wurde, verlässt unter der Fahne Hongkongs fahrende Containerschiff Joseph Schulte den Hafen von Odessa, um durch den temporären Korridor zu fahren, der für Handelsschiffe aus den ukrainischen Schwarzmeerhäfen eingerichtet wurde.
    Das Containerschiff "Joseph Schulte" (Uncredited / Ukraine's Infrastruct / Uncredited)

    +++ In Russlands Hauptstadt Moskau ist nach offiziellen Angaben erneut ein ukrainischer Drohnenangriff abgewehrt worden.

    Bürgermeister Sobjanin teile auf Telegram mit, der Flugkörper sei von der Luftabwehr abgeschossen worden. Trümmerteile seien auf einem Ausstellungsgelände an der Uferpromenade eingeschlagen. Verletzte habe es keine gegeben. Auch das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall. Aus Kiew gab es keine offizielle Reaktion.

    +++ Die USA wollen die Entsendung von F-16-Kampfjets aus Dänemark und den Niederlanden in die Ukraine zügig gestatten.

    Ein Sprecher des Außenministeriums sagte in Washington, man habe beiden Ländern zugesichert, dass deren Anträge auf Genehmigung beschleunigt bearbeitet würden. Ziel sei, dass die Kampfjets an Kiew geliefert werden könnten, sobald die Ausbildung der ukrainischen Piloten und Techniker abgeschlossen sei. Bei dem erforderlichen Training sind Dänemark und die Niederlande federführend. Kiew hatte wiederholt um die in den USA hergestellten Kampfflugzeuge gebeten, um die Luftüberlegenheit der russischen Invasoren brechen zu können. Erst gestern hatte Luftwaffensprecher Ihnat erklärt, sein Land rechne für das laufende Jahr nicht mehr mit einer Bereitstellung.

    +++ Litauen hat zwei seiner sechs Grenzübergänge zu Belarus geschlossen.

    Auf Beschluss der Regierung des baltischen EU- und Nato-Landes sind die beiden Kontrollpunkte Sumskas und Tverecius von heute an bis auf Weiteres nicht mehr passierbar. Dort sollen nach Angaben von Innenministerin Bilotaite nun Betonblöcke und Stacheldrahtrollen errichtet werden. Die anderen Übergänge bleiben vorerst geöffnet. Litauen ist wie Polen und Lettland besorgt wegen Aktivitäten der russischen Privatarmee Wagner in dem eng mit Russland verbündeten Nachbarland. Ein Teil der Söldnertruppe hatte in den vergangenen Wochen ein Lager in Belarus aufgeschlagen. Beide Länder verbindet eine 680 Kilometer lange Grenze.

    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj hat sich bei Deutschland für die Lieferung von zwei Iris-T-Luftabwehrsystemen bedankt.

    Bei einer Ansprache sagte Selenskyj, dass die Waffe ein leistungsstarkes und dringend benötigtes System sei. Iris-T besteht aus einem Radar, Abschussvorrichtungen und Raketen. Darüber hinaus schickte Deutschland zehn Bodenüberwachungsradare und mehr als viertausend Nebelgranaten in das von Russland angegriffene Land. Das geht aus der aktualisierten Liste der Bundesregierung zu den Militärhilfen hervor. Allein 2023 soll sich damit die militärische Unterstützung der Ukraine aus Deutschland auf rund 5,4 Milliarden Euro belaufen.

    Donnerstag, 17. August

    +++ Mitten in ihrer bereits seit mehr als zwei Monaten andauernden Gegenoffensive startet die Ukraine eine Rekrutierungskampagne.

    In professionell gestalteten Videos beschreiben bekannte Soldaten ihre Ängste. "Wir sind alle nur Menschen", sagt Vize-Verteidigungsministerin Maljar. "Wir überwinden diese Angst, um zu gewinnen." Zugleich mahnte Maljar alle Bürger im wehrfähigen Alter, dass sie ihrer Pflicht nachkommen und die Einberufungsbehörden über ihre persönlichen Informationen auf dem Laufenden halten müssen. Die Ministerin betonte, dass nicht alle, die sich deshalb meldeten, automatisch eingezogen würden und auch nicht alle Eingezogenen im Kampfgebiet zum Einsatz kämen.

    Redaktionell empfohlener externer Inhalt

    Mit Aktivierung des Schalters (Blau) werden externe Inhalte angezeigt und personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Deutschlandradio hat darauf keinen Einfluss. Näheres dazu lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können die Anzeige und die damit verbundene Datenübermittlung mit dem Schalter (Grau) jederzeit wieder deaktivieren.

    +++ Die ukrainische Nationalgardebrigade "Asow" ist nach Angaben aus Kiew neu aufgestellt worden und wieder im Fronteinsatz gegen russische Truppen in der Ostukraine.

    "Die legendäre Spezialbrigade 'Asow' hat mit Kampfeinsätzen im Gebiet des Waldes von Serebrjanka begonnen", sagte der für die Einsatzplanung der Nationalgarde zuständige Oberst Urschalowytsch gemäß einer Mitteilung. Serebrjanka liegt im Gebiet Luhansk. Zur Brigade gehört demnach auch eine Artillerieeinheit. Die 2014 von Rechtsextremisten gegründete Freiwilligeneinheit diente der russischen Propaganda lange Zeit als Beispiel für eine angebliche "Naziherrschaft" in der Ukraine.
    Bei den Kämpfen um die Hafenstadt Mariupol war das damalige Regiment "Asow" eingekesselt worden, die Überlebenden gerieten in russische Gefangenschaft. Vor allem Schwerverwundete wurden später gegen gefangene Russen ausgetauscht. Mehrere in die Türkei überstellte "Asow"-Offiziere kehrten Anfang Juli nach einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Selenskyj in dem Land wieder in ihre Heimat zurück. Der ursprünglichen Vereinbarung nach sollten sie bis zum Kriegsende in der Türkei bleiben. Russland hat die Rückkehr der Kämpfer in die Ukraine als Bruch der Vereinbarung kritisiert.

    +++ Der als erstes Schiff seit Mitte Juli aus dem Hafen im ukrainischen Odessa ausgelaufene Frachter "Joseph Schulte" hat türkische Gewässer erreicht.

    Das unter der Flagge Hongkongs fahrende Schiff werde "voraussichtlich" noch am Abend die türkische Metropole Istanbul erreichen, teilte ein Sprecher der Hamburger Reederei Schulte Group mit. Die "Joseph Schulte" hatte den Schwarzmeerhafen in Odessa am Mittwochmorgen über einen der Korridore für Handelsschiffe verlassen. Diese hatte die Ukraine eingerichtet, nachdem Russland im Juli aus dem Getreideabkommen ausgestiegen war. Das Abkommen hatte der Ukraine trotz des Krieges den Transport von Getreide über das Schwarze Meer ermöglicht.

    +++ Im Südosten der Ukraine liefern sich ukrainische Truppen und die russischen Streitkräfte Gefechte um mehrere Dörfer.

    Während der ukrainische Präsident Selenskyj die Eroberung zweier Siedlungen verkündete, widersprach die russische Seite. Die besagten Dörfer stünden weiterhin unter russischer Kontrolle. Sie befinden sich rund 100 Kilometer westlich der von Russland annektierten Bezirkshauptstadt Donezk.

    +++ Deutschland hat der von Russland angegriffenen Ukraine weitere Militärgüter geliefert.

    Das geht aus der aktualisierten Liste der Bundesregierung zu den Militärhilfen hervor. Unter anderem erhält die Ukraine zwei Startgeräte der Kurzstreckenvariante des Flugabwehrsystems Iris-T. Dabei handelt es sich um eine deutsche Neuentwicklung, die in der Bundeswehr noch nicht im Einsatz ist, sich aber in der Flugabwehr der Ukraine bewährt hat. Weiter wurden zehn Bodenüberwachungsradare und mehr als viertausend Nebelgranaten geschickt. Allein 2023 soll sich damit die militärische Unterstützung auf rund 5,4 Milliarden Euro belaufen.

    +++ Ein russisches Gericht hat den Internetkonzern Google wegen angeblicher Falschinformationen über den Krieg in der Ukraine zu drei Millionen Rubel, rund 28 600 Euro, Strafe verurteilt.

    Die Google-Tochter Youtube habe Videos mit falschen Informationen über den Konflikt nicht gelöscht, entschied das Gericht. Ähnliche Strafen sind bereits gegen Apple und Wikimedia verhängt worden.

    +++ Das ukrainische Militär ist nach eigenen Angaben in der Region Saporischschja im Südosten des Landes weiter vorgerückt.

    Der Generalstab teilte mit, man habe Erfolge südlich eines kürzlich zurückeroberten Dorfes erzielt und sich auf neu erreichten Positionen festgesetzt. Den Angaben zufolge kommt dabei vor allem Artillerie gegen die russischen Invasionstruppen zum Einsatz. Weiter hieß es, im Osten habe man russische Angriffe bei Kupjansk und Lyman abgewehrt. Die Angaben aus den Kriegsgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Der ukrainische Außenminister Kuleba sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Ziel der Gegenoffensive sei und bleibe die Befreiung des gesamten Landes.

    +++ Das im ukrainischen Odessa gestartete deutsche Containerschiff wird noch heute in Istanbul erwartet.

    Derzeit steuere der Frachter durch rumänische Hoheitsgewässer, teilte der Hamburger Eigner mit. Zuvor hatte die "Joseph Schulte" den ukrainischen Teil des Schwarzen Meeres unbeschadet passiert. Dazu nutzte das Handelsschiff einen Korridor, der auf eigenes Risiko befahren werden kann. Miteigentümer des Frachters ist eine chinesische Bank. Das Schiff fährt unter der Flagge Hongkongs; es saß seit Februar 2022 in Odessa fest.

    +++ Die USA haben die russischen Angriffe auf ukrainische Häfen an der Donaumündung, die für den Getreideexport wichtig sind, verurteilt.

    Kremlchef Putin sei die weltweite Ernährungssicherheit egal, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Die Angriffe führten zu einer weiteren Eskalation der globalen Ernährungskrise und hielten die Lebensmittelpreise hoch. Das treffe diejenigen, die besonders auf das Getreide angewiesen seien, und ukrainische Landwirte.

    +++ Die Ukraine kann nach eigenen Angaben in diesem Jahr keine F-16-Kampfjets aus US-Produktion einsetzen.

    Entsprechend äußerte sich ein Sprecher der ukrainischen Luftwaffe im Fernsehen. Die Ukraine habe große Hoffnungen in dieses Flugzeug gesetzt. Aber es sei klar, dass sich die Ukraine im Herbst und auch nicht im Winter mit F-16-Kampfflugzeugen verteidigen könne. Die Ukraine hat ihre westlichen Verbündeten wiederholt um F-16-Kampfflugzeuge gebeten.

    +++ Die Regierung in Kiew will sich nicht an Gesprächen mit Russland über den Transit von russischem Gas durch ukrainisches Territorium beteiligen.

    Der ukrainische Energieminister Haluschtschenko sagte dem Sender "Voice of America", das nächste Jahr werdezeigen, ob Europa ohne russisches Gas auskommen könne. Seiner Ansicht nach sind die Voraussetzungen dafür gegben. Russland hatte in Aussicht gestellt, den Vertrag über den Gastransit durch die Ukraine über das Jahr 2024 hinaus zu verlängern, wenn die Europäische Union weiterhin russisches Gas benötige. Die EU hat sich im Rahmen der Sanktionen gegen Russland wegen des Einmarschs in die Ukraine verpflichtet, bis 2027 auf russisches Gas zu verzichten.

    Mittwoch, 16. August

    +++ Ungeachtet russischer Drohungen hat der deutsche Frachter "Joseph Schulte" den ukrainischen Teil des Schwarzen Meeres unbehelligt durchquert.

    Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens BSM Ship Management der Deutschen Presse-Agentur. Das Schiff ist auf dem Weg von Odessa nach Istanbul. Der ukrainische Präsident Selenskyj erklärte, sein Land habe einen wichtigen Schritt getan, um die Freiheit der Schifffahrt im Schwarzen Meer wiederherzustellen. Die "Joseph Schulte" lag seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 in Odessa und hat mehr als 2.000 Container an Bord. Nach der Aufkündigung des Getreideabkommens durch Moskau hatte die Ukraine zuletzt die Einrichtung eines humanitären Korridors angekündigt. Russland hat allerdings Schiffe auf dem Weg von und zu ukrainischen Häfen zu möglichen Angriffszielen erklärt.
    Das Containerschiff "Joseph Schulte" verlässt den Hafen von Odessa, Ukraine.
    Containerschiff verlässt Hafen von Odessa. (Ukraine's Infrastructure Ministry Press Office via AP)

    +++ Die Ukraine hat empört auf Äußerungen eines hochrangigen Mitarbeiters von NATO-Generalsekretär Stoltenberg über mögliche Gebietsabtretungen an Russland reagiert.

    Der Berater von Präsident Selenskyj, Podoljak, sagte, die Idee sei lächerlich, und damit würde man das Völkerrecht zerstören. Ein Sprecher des Außenministeriums nannte die Überlegungen ebenfalls absolut inakzeptabel. Die Kritik richtet sich gegen den Stabschef von NATO-Generalsekretär Stoltenberg, Jenssen, der seine Äußerungen inzwischen als Fehler bezeichnet hat. Auf einer Podiumsdiskussion zum Krieg in der Ukraine hatte er gesagt, eine mögliche Lösung könnte darin bestehen, dass Kiew Territorium abgebe und im Gegenzug die NATO-Mitgliedschaft erhalte. Der norwegischen Zeitung Verdens Gang sagte Jenssen später, die Stellungnahme sei Teil einer größeren Diskussion über mögliche Zukunftsszenarien in der Ukraine gewesen, und er hätte das nicht so formulieren sollen.

    +++ Der neue deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, ist vom russischen Außenministerium mit heftigen Vorwürfen gegen Deutschland begrüßt worden.

    Der bisherige FDP-Bundestagsabgeordnete übergab in Moskau im Außenministerium sein Beglaubigungsschreiben. Dabei habe die russische Seite den "konfrontativen und unfreundlichen Charakter" der deutschen Politik in den bilateralen Beziehungen bemängelt, teilte das Ministerium mit. Die antirussische Politik Deutschlands mache jahrzehntelange Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil zunichte. Es herrsche eine "unvernünftige Russophobie".
    Lambsdorff sagte im ZDF, die politische Lage sei enorm schwierig, und die Ansichten über die Ukraine könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Er hoffe, dass trotzdem ein professioneller Kontakt zur russischen Regierung möglich sei.

    +++ Rumänien hat die russischen Angriffe auf ukrainische Donauhäfen und Getreidesilos nahe der Grenze des EU-Landes scharf verurteilt.

    Damit gefährde Russland die Sicherheit der Lebensmittelversorgung und der Schifffahrt im Schwarzen Meer, erklärte Rumäniens Außenministerin Odobescu. Die ukrainischen Donauhäfen Reni und Ismail liegen unmittelbar an der Grenze zu Rumänien. Sie sind in der Nacht zum Mittwoch von russischen Drohnen angegriffen worden, wobei auch Getreidesilos beschädigt wurden. Über diese Häfen laufen Teile der ukrainischen Getreideexporte.
    Arbeiter verladen Getreide in einem Getreidehafen in Ismail in der Ukraine
    Russische Drohnen haben den Hafen der ukranischen Stadt Ismail an der Donau angegriffen. (dpa / picture alliance / Andrew Kravchenko)

    +++ In der Ukraine wird der Unterricht im kommenden Schuljahr in den verschiedenen Regionen je nach Sicherheitslage anders organisiert.

    Wie das ukrainische Bildungsministerium auf seiner Internetseite mitteilte, soll Präsenz-, Fern- und Hybridunterricht möglich sein. Demnach erhalten einzelne regionale Militärverwaltungen eine gewisse Unabhängigkeit und dürfen unter Berücksichtigung der Sicherheitslage in den jeweiligen Regionen die geeignete Unterrichtsform für ihre Schulen festlegen. In der hart umkämpften Region Donezk hat man sich nach Angaben der dortigen Militärverwaltung auf Fernunterricht geeinigt. Wie der dortige Militärgouverneur mitteilte, haben die meisten Kinder im schulpflichtigen Alter die Region bereits verlassen. Es bleiben jedoch noch bis zu 40.000 Schülerinnen und Schüler, die im kommenden Schuljahr online unterrichtet werden.
    Wie aus der Mitteilung hervorgeht, setzt die Ukraine zunehmend auf die Digitalisierung des Unterrichts. Für den Online-Unterricht haben die Lehrkräfte bereits 96.000 Laptops erhalten. Zudem sollen die Schutzkeller in Bildungseinrichtungen modernisiert und mit WLAN ausgestattet werden, damit sie für den Unterricht geeignet sind.
    Schülerinnen und Schüler in der Region Donezk feiern mit ihrer Lehrerin das Schuljahresende.
    In der Ukraine wird im kommenden Schuljahr hybrid unterrichtet. (picture alliance/dpa/TASS/Yegor Aleyev)

    +++ Die russische Regierung hat die Moskau-Korrespondentin der Europa-Ausgabe des US-Nachrichtenmagazins "Politico", Eva Hartog, des Landes verwiesen.

    Hartog habe Moskau sicher verlassen, nachdem die Verlängerung ihres Visums und die Übertragung ihrer Presseakkreditierung an "Politico" von den russischen Behörden abgelehnt worden sei, schrieb Chefredakteur, Jamil Anderlini, in einer Erklärung. Zuvor soll Hartog vom russischen Außenministerium aufgefordert worden sein, das Land innerhalb von sechs Tagen zu verlassen.

    +++ Ungeachtet russischer Drohungen ist ein Frachter aus dem Hafen der ukrainischen Stadt Odessa ausgelaufen.

    Ein Frachter ist ungeachtet russischer Drohungen aus dem Hafen der ukrainischen Stadt Odessa ausgelaufen. Der stellvertretende Ministerpräsident Kubrakov teilte mit, das Containerschiff nutze den eigens für zivile Schiffe eingerichteten Korridor im Schwarzen Meer. Die Reederei, das deutsche Unternehmen Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM), bestätigte die Angaben. Die "Josef Schulte" habe seit dem 23. Februar 2022 - dem Beginn der russischen Invasion - in der ukrainischen Hafenstadt festgesessen und gehöre einer chinesischen Bank und der Hamburger Firma Bernhard Schulte, teilte BSM mit. Das Schiff werde durch hoheitliche Gewässer der Ukraine, Rumäniens und der Türkei Richtung Istanbul laufen. BSM sei den verschiedenen beteiligten Parteien dankbar, die eine sichere Passage des Schiffs ermöglichten.
    Nach der Aufkündigung des Getreideabkommens durch Moskau hatte Kiew vergangene Woche die Einrichtung eines humanitären Korridors angekündigt. Russland hat allerdings Schiffe auf dem Weg von und zu ukrainischen Häfen zu möglichen Angriffszielen erklärt. Auch attackiert das russische Militär verstärkt ukrainische Häfen und Getreidesilos. Zuletzt wurden vergangene Nacht ukrainische Hafenstädte an der Donaumündung mit Kampfdrohnen beschossen. Dabei wurden den Behörden zufolge Lagerhäuser und Getreidesilos beschädigt.

    +++ Die Ukraine hat nach eigenen Angaben das Dorf Uroschajne in der Region Donezk befreit.

    Das teilte die Vize-Verteidigungsministerin der Ukraine, Maljar, auf Telegram mit. Ihr zufolge konzentriert sich die ukrainische Armee darauf, die Stellungen am Ortsrand zu festigen. Das Dorf Uroschajne hatte vor dessen Besatzung durch die russischen Streitkräfte im März 2022 etwa 2.000 Einwohner. Laut Maljar setzen die ukrainischen Verteidigungskräfte ihre Offensivoperation in Richtung Melitopol und Berdjansk fort. In Richtung Awdijiwka und Marjinka können sie den Angaben zufolge den Vormarsch russischer Truppen aufhalten. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht.

    +++ Nach Angaben des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte sind beim russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine fast 10.000 Zivilisten getötet worden.

    Einem veröffentlichten Bericht zufolge handelt es sich dabei um bestätigte Fälle. Zudem registrierte das Hochkommissariat fast 17.000 Verletzte. Die Zählung könne allerdings nicht vollständig sein, weil aus vielen Regionen Informationen fehlten, hieß es. Dies gelte vor allem für Städte wie Mariupol, Lyssytschansk oder Sjewjerodonezk, die nach langem Beschuss und schweren Kämpfen von russischen Truppen besetzt worden waren.
    Ein Grab mit einem Kreuz im Kampfgebiet im Osten der Ukraine
    Beim russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen inzwischen fast 10.000 Zivilisten getötet worden. (picture alliance / AA / Diego Herrera Carcedo)

    +++ Russland hat ukrainische Hafenstädte in der Donaumündung unter Beschuss genommen.

    Der Gouverneur der Schwarzmeerregion, Kiper, teilte beim Messengerdienst Telegram mit, bei dem Drohnenbeschuss seien Lagerhäuser und Getreidesilos beschädigt worden. Er sprach von zwei Angriffswellen. Ziel sei die Infrastruktur der Häfen gewesen. Die ukrainische Luftwaffe hatte in der Nacht gemeldet, eine größere Gruppe Drohnen bewege sich auf Reni und Ismail zu. Die beiden Hafenstädte an der Donau werden seit der Aussetzung des Getreideabkommens durch Russland verstärkt für die Verschiffung des ukrainischen Getreides genutzt.
    Vorschlag von NATO-Stabschef löst in Kiew Entsetzen aus

    +++ Russland hat nach eigenen Angaben erneut einen Drohnenangriff in der südwestlich von Moskau gelegenen Region Kaluga abgewehrt.

    Drei ukrainische Drohnen seien am Mittwochmorgen von der Luftabwehr zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Nach Angaben des Gouverneurs von Kaluga, Wladislaw Schapscha, wurden die unbemannten Fluggeräte im Süden der Region abgeschossen. Es gebe keine Verletzten oder Sachschäden.

    Dienstag, 15. August

    +++ Nach Polen und Litauen verstärkt nun auch Lettland den Schutz seiner Grenze zu Belarus.

    Grund sind nach Angaben von Verteidigungsministerin Murniece zahlreiche versuchte illegale Grenzübertritte. Zuletzt hätten innerhalb von 24 Stunden 96 Personen versucht, aus Belarus unrechtmäßig nach Lettland zu gelangen. Nun sollen Soldatinnen und Soldaten die Grenzpolizei unterstützen. Belarussische Behörden seien zunehmend an der Vorbereitung illegaler Grenzübertritte beteiligt, hieß es.
    Lettland ist ebenso wie Litauen und Polen wegen Aktivitäten von Söldnern der russischen Privatarmee Wagner im Nachbarland Belarus besorgt. Außerdem werfen beide Regierungen dem Regime in Minsk vor, gezielt Migranten aus Krisengebieten über die Grenzen in die EU schleusen zu wollen.

    +++ Der ukrainische Präsident Selenskyj hat Truppen in der Region Saporischschja besucht.

    Nach Angaben des Präsidialamts in Kiew sprach er mit Kommandeuren über die Kämpfe an der Frontlinie. Im Raum Saporischschja im Süden des Landes gibt es immer wieder russische Luftangriffe, so auch in der vergangenen Nacht. Zudem beschoss Russland insbesondere den Westen der Ukraine mit Raketen. In Luzk wurden nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen getötet.
    Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Foto hört Wolodymyr Selenskyj (2.v.r), Präsident der Ukraine, Soldaten während seines Besuchs im Hauptquartier der Brigaden zu.
    Der ukrainische Präsident Selenskyj besucht Soldaten der Truppen (Uncredited / Ukrainian Presidentia / Uncredited)

    +++ Polen hat mit einer Militärparade in der Haupstadt Warschau seine Bereitschaft zur Verteidigung demonstriert.

    Am diesjährigen "Tag der Armee" marschierten im Stadtzentrum etwa 2.000 Soldaten auf. Dabei wurden auch 200 Einheiten Militärtechnik präsentiert. Knapp hundert Flugzeuge und Hubschrauber flogen in einer Flugshow über die Stadt. Der "Tag der Armee" erinnert an Polens Sieg über die Sowjetarmee in der Schlacht von Warschau im August 1920.
    Polen zählt zu den größten Unterstützern der Ukraine im Krieg gegen Russland. Zudem rüstet das NATO-Mitgliedsland auf, weil es sich von Moskau bedroht fühlt. Die polnische Armee soll in den kommenden Jahren auf fast das Doppelte wachsen.
    Warschau: Andrzej Duda (2.v.r), Präsident von Polen, und General Rajmund Andrzejczak (r), Generalstabschef von Polen, nehmen an der Militärparade anlässlich des Tages der polnischen Streitkräfte teil.
    Tag der polnischen Streitkräfte in Warschau (Pawel Supernak / PAP / dpa / Pawel Supernak)

    +++ Der ukrainische Sportminister Wadym Hutzajt hält einen Boykott der Olympischen Sommerspiele 2024 durch mehrere Nationen nach wie vor für vorstellbar.

    Wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Sportlerinnen und Sportlern aus Russland erlaube, in Paris als neutrale Athleten anzutreten, und die Ukraine die Spiele daraufhin boykottieren würde, würden sich "andere Länder, die in verschiedenen Phasen ihrer Geschichte unter dem russischen Imperialismus gelitten haben, diesem Boykott anschließen", sagte Hutzajt im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Allerdings äußerte er seine Hoffnung, dass es nicht so weit kommen wird. Würden russische Athleten in Paris starten, würden "Propagandisten versuchen, diese Feier des Sports in eine Feier der Propaganda zu verwandeln, so wie es einst Hitler getan hat", erklärte der Fecht-Olympiasieger von 1992 unter Bezugnahme auf die Ausrichtung der Sommerspiele 1936 in Berlin: "Ich glaube, dass das IOC dies nicht erlauben wird." Er schließe außerdem "nicht aus, dass die Russen eine Geste des guten Willens machen und sagen, dass sie nicht kommen werden".

    +++ Die russische Zentralbank hat den Leitzins um 3,5 Prozentpunkte auf 12 Prozent erhöht.

    Damit sollten die Inflation bekämpft und der Wechselkurs des Rubel gestärkt werden, teilte die Bank mit. Eine Zinserhöhung war bereits gestern angekündigt worden, als der Rubel auf den niedrigsten Stand seit 17 Monaten fiel. Die russische Währung hat seit Jahresanfang mehr als ein Drittel ihres Wertes gegenüber dem Dollar verloren.

    +++ Die Ressourcen der ukrainischen Armee im Konflikt mit Russland sind nach Überzeugung Moskaus "fast erschöpft".

    Der russische Verteidigungsminister Schoigu sagte bei einer Sicherheitskonferenz in der Nähe von Moskau, Kiew erziele trotz der "totalen Unterstützung" durch den Westen keine Erfolge. Schoigu räumte ein, dass sich die Militäroffensive zu einer "ernsthaften Prüfung" für die russische Armee entwickelt habe. Es sei aber gelungen, die Produktion gepanzerter Fahrzeuge "stark" zu erhöhen, betonte der Minister. Zu der elften internationalen Sicherheitskonferenz wurden mehr als 800 Gäste aus 76 Ländern erwartet; westliche Länder waren nicht darunter.

    +++ Die USA stellen der Ukraine weitere Militärhilfe in Höhe von 200 Millionen US-Dollar zur Verfügung.

    Das neue Paket umfasse unter anderem Munition für das Luftabwehrsystem Patriot, für die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars, Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin und Ersatzteile, teilte das Verteidigungsministerium mit. Zudem werde weitere Artilleriemunition und Ausrüstung zur Minenräumung aus Beständen des US-Militärs geliefert. Die Vereinigten Staaten gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Nach Pentagon-Angaben haben die USA seit dem Kriegsbeginn Ende Februar 2022 militärische Hilfe im Umfang von mehr als 43 Milliarden US-Dollar für Kiew bereitgestellt oder zugesagt.

    Redaktionell empfohlener externer Inhalt

    Mit Aktivierung des Schalters (Blau) werden externe Inhalte angezeigt und personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Deutschlandradio hat darauf keinen Einfluss. Näheres dazu lesen Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können die Anzeige und die damit verbundene Datenübermittlung mit dem Schalter (Grau) jederzeit wieder deaktivieren.

    +++ Der stellvertretende Außenminister der Ukraine, Melnyk, hat Verständnis für die deutsche Debatte über die Lieferung von Marschflugkörpern vom Typ Taurus geäußert.

    Die Angst der Deutschen, in den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hineingezogen zu werden, sei nachvollziehbar, sagte Melnyk im Deutschlandfunk. Gleichwohl müsse in der Diskussion berücksichtigt werden, dass die Ukraine die Waffen dringend benötige, um die russischen Attacken zu unterbinden. Zudem seien sie für einen Erfolg der aktuell laufenden Gegenoffensive entscheidend. Der frühere Botschafter in Deutschland warb gleichzeitig um Vertrauen in sein Land. Wenn die Ukraine zusage, die Taurus-Marschflugkörper nicht auf russischem Territorium einzusetzen, dann halte sie sich auch an dieses Versprechen, erklärte Melnyk.

    +++ Die Ukraine ist in der vergangenen Nacht wieder massiv von russischen Invasionstruppen mit Marschflugkörpern angegriffen worden.

    In Luzk wurden nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet. Auch Lemberg, ebenfalls im Westen des Landes, wurde angegriffen; dort wurden 15 Menschen verletzt, wie der Gebietsgouverneur erklärte. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, dass russische Kampfbomber Marschflugkörper verschiedener Typen eingesetzt hätten. Zudem habe eine russische Fregatte vom Schwarzen Meer aus Marschflugkörper abgefeuert. Die Flugabwehr habe insgesamt 16 abgefangen. Berichte über russische Angriffe gab es auch aus Dnipro, Saporischschja und Kramatorsk, die näher an der Front liegen.

    +++ In der südrussischen Region Krasnodar ist ein russischer Kampfjet abgestürzt.

    Ersten Erkenntnissen zufolge sei ein Insasse ums Leben gekommen, meldete die russische Agentur Interfax unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. Das Schulungsflugzeug vom Typ L-39 sei bei einem Trainingsflug gerade im Landeanflug gewesen, als es aus bislang ungeklärter Ursache auf den Flugplatz stürzte. Aus Krasnodar starten russische Kampfflugzeuge immer wieder auch ihre Angriffe auf die Ukraine.

    Die bisherigen Entwicklungen im Ukraine-Krieg finden Sie hier.