Newsblog zur Lage im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 14. bis 18. Juni 2026

Wir halten Sie über den Krieg im Iran und in der Golf-Region auf dem Laufenden. In diesem Archiv finden Sie die Entwicklungen vom 28. Mai bis 18. Juni.

    Das Bild zeigt den Blick über einen Landstrich. Vereinzelt stehen Gebäude in der kargen Landschaft. Zwei Rauchsäulen steigen auf.
    Rauch über der südlibanesischen Region Marjayoun (AFP / -)
    Zu den aktuellen Entwicklungen geht es hier.

    Donnerstag, 18. Juni

    ​​+++ Das vorläufige Abkommen zwischen den USA und dem Iran ist bei Präsident Trumps Parteikollegen auf Kritik gestoßen.

    Führende Parteikollegen bezeichnten das Abkommen als den "schlimmsten außenpolitischen Fehler seit Jahrzehnten" oder sprachen von "unüberlegten" Bestimmungen. Die Kritik orientiert sich vor allem an Berichten, nach denen die US-Regierung zugestimmt haben soll, eingefrorene iranische Vermögenswerte freizugeben, die Einrichtung eines privaten 300-Milliarden-Dollar-Vermögensfonds zur Förderung ‌von Investitionen im Iran zu ermöglichen und die Sanktionen zu lockern. Präsident Trump wies die Kritik zurück.

    +++ Der Iran wird laut den USA die Internationale Atomenergiebehörde IAEA zur Inspektion von Nuklearanlagen einladen.

    US-Präsident Trumps Unterhändler Witkoff kündigte an, die Voraussetzung sei ein unterzeichnetes Abkommen. Zuvor hatte das geistliche Oberhaupt des Irans, Chamenei, mitgeteilt, er billige die von den Präsidenten des Iran und der USA unterzeichnete Absichtserklärung zu Friedensverhandlungen trotz eigener Vorbehalte. Er habe Zusicherungen von Präsident Peseschkian und anderen hochrangigen Vertretern erhalten, dass die Rechte des Iran gewahrt blieben, erklärt Chamenei.

    +++ Die USA haben die Blockade iranischer Häfen offiziell für beendet erklärt.

    Die Durchfahrt von Schiffen mit Start oder Ziel im Iran werde auf Anweisung von Präsident Trump nicht mehr verhindert, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando mit. Man habe sämtliche militärischen Maßnahmen zur Durchsetzung der Blockade eingestellt. Das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran sah ein Ende der Blockade sowie im Gegenzug die freie Durchfahrt von Schiffen in der Straße von Hormus vor.

    +++ Laut einer Karte des israelischen Militärs weitet Israel seine militärische Kontrolle im Libanon aus.

    Israelische Truppen sind demnach im Vergleich zu vorherigen Veröffentlichungen mehrere Kilometer tiefer in den Libanon vorgedrungen. Trotz des Abkommens zwischen den USA und dem Iran schloss die israelische Regierung zudem Angriffe jenseits des Gebiets nicht aus. Das steht im Widerspruch zu den Bedingungen des Abkommens.

    +++ Tanker mehrerer großer Reedereien haben die Straße von Hormus passiert.

    Das berichtete das Schifffahrtsdatenunternehmen Lloyd's List Intelligence. Mehrere Schiffe hätten die Meerenge durchquert, die zuvor 110 Tage lang blockiert worden war. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Es sollen jedoch auch zwei unter iranischer Flagge fahrende Rohöltanker in die Meerenge eingelaufen sein, die mit Sanktionen belegt sind. Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Irans teilte außerdem mit, der Iran werde für 60 Tage auf Gebühren für die Straße verzichten. Allerdings müssten die Schiffe vorab einen entsprechenden Antrag einreichen.

    +++ Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Unterstützer der Hisbollah-Miliz verhängt.

    Betroffen seien mehrere libanesische Amtsträger und Mitglieder eines Geschäftsnetzwerks, teilt das US-Finanzministerium mit. Ihnen werde vorgeworfen, ‌den Friedensprozess im Libanon zu behindern und die Entwaffnung der Hisbollah zu verzögern. Auch Personen im Libanon, Syrien, dem Irak und dem Oman stehen demnach auf der Liste.

    +++ US-Vizepräsident Vance zufolge hat die vereinbahrte 60-tägige Frist für weitere Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran begonnen.

    Vance sagte vor Journalisten in Washington, es solle in weiteren Gesprächen vor allem um die Straße von Hormus gehen, die mautfrei bleiben müsse. In einer vorläufigen Absichtserklärung hatten sich US-Präsident Trump und die iranische Führung geeinigt, die schwierigsten Fragen auf eine spätere Verhandlungsphase zu verschieben.

    +++ Der SPD-Europaabgeordnete Cremer sieht durch das unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vor allem die iranischen Revolutionsgarden gestärkt.

    Es herrsche weiterhin keine Klarheit darüber, wie es mit dem iranischen Atomprogramm weitergehe, sagte Cremer im Deutschlandfunk. Auch die vereinbarte Wiederaufbauhilfe privater Unternehmen in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar könnte sich als Subventionspaket für die Mullahs entpuppen.
    Die Leidtragenden seien die Menschen im Iran, die auf einen Regimewechsel gehofft hätten - und der jetzt nicht komme, erklärte Cremer. Die deutsch-iranische Journalistin Daniela Sepheri sagte ebenfalls im Deutschlandfunk, das Rahmenabkommen berücksichtige in keiner Weise die Bedürfnisse der iranischen Zivilbevölkerung. Zudem zeige es, dass es US-Präsident Trump zu keinem Zeitpunkt um die Menschen im Iran ging.

    +++ Die Präsidenten der USA und des Iran, Trump und Peseschkian, haben die Absichtserklärung für ein Ende des Krieges zwischen beiden Ländern unterzeichnet. 

    Trump erklärte am Abend, er habe die Vereinbarung im Schloss von Versailles unterschrieben. Der US-Präsident hielt sich dort nach dem G7-Gipfel zu einem Abendessen mit dem französischen Staatschef Macron auf. Das iranische Außenministerium teilte mit, auch Präsident Peseschkian habe unterzeichnet.
    Nach Angaben aus Pakistan, das als Vermittler aufgetreten war, tritt das Abkommen sofort in Kraft. Der pakistanische Ministerpräsident Sharif erklärte auf X, in einem ersten Schritt werde der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen, und auch die USA würden ihre dortige Blockade beenden.

    Mittwoch, 17. Juni

    +++ Ein hochrangiger US-Beamter hat Medienberichte über den Wortlaut der Rahmenvereinbarung mit dem Iran bestätigt.

    Demzufolge ist ein privater Investitionsfonds von 300 Milliarden Dollar als Wiederaufbauhilfe für den Iran vorgesehen. Zudem sind die schrittweise Aufhebung der Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte angedacht. Im Gegenzug verzichtet der Iran auf Atomwaffen und gibt die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt frei. Den Angaben zufolge umfasst das Dokument auch eine Feuerpause für die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Laut US-Präsident Trump könnte die Absichtserklärung bereits am Donnerstag statt wie geplant am Freitag unterzeichnet werden.

    +++ Bundeskanzler Merz hat sich besorgt über eine mögliche weitere Eskalation des Konflikts zwischen Israel und dem Libanon geäußert.

    Man habe Verständnis für das Sicherheitsinteresse Israels. Aber das dürfe nicht so weit gehen, dass ein ganzer Staat in der Nachbarschaft destabilisiert werde, sagte Merz zum Abschluss des G7-Gipfels im französischen Évian der ARD.  Auf die Frage, ob er die Sorge habe, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein Interesse daran habe, dass das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran nicht zustande komme, sagte Merz, diese Sorge habe er nicht. Der Kanzler fügte jedoch hinzu, Israel dürfe nicht zum Konflikttreiber werden, sondern müsse eine aktive Rolle einnehmen, den Konflikt jetzt zu beenden.

    +++ Bundesaußenminister Wadephul hält eine Entscheidung über eine Hormus-Mission wegen anhaltender Unklarheit über die Voraussetzungen für verfrüht.

    Bedingung für ein entsprechendes Bundeswehrmandat sei, dass die Bundesregierung über den Inhalt der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Kriegs unterrichtet werde. Dies bedeute, "dass ich nicht nur aus Pressemitteilungen, sondern ganz offiziell die 14 Punkte von den USA und Iran kennen möchte", sagte Wadephul. Deutschland müsse wissen, ob eine derartige Mission in diesem Seegebiet möglich sei, also ob die Anrainerstaaten dazu ihr Einverständnis gäben. Dazu gebe es bisher mindestens Unklarheit, von iranischer Seite sogar ablehnende Worte. Erst wenn diese Voraussetzungen geklärt seien, könne man an einem Mandatstext arbeiten.

    +++ Die USA haben den KI-Chatbot Grok im Krieg gegen den Iran eingesetzt.

    Das geht aus einer Stellungnahme des US-Justizministeriums hervor, über die die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Ein auf Grok beruhendes Programm sei bei der Bestimmung von Zielen im Iran-Krieg eingesetzt worden. Binnen 96 Stunden seien so Schüsse gegen mehr als 2000 unterschiedliche Ziele gerichtet worden. Anlass ist der Stellungnahme ist eine Umweltklage gegen das Betreiberunternehmen xAI im Bundesstaat Tennessee. Eine Menschenrechtsorganisation wirft der Firma des Unternehmers Musk vor, mit Gasturbinen die Luft zu verschmutzen. Das Justizministerium hält dagegen, die Klage gegen die KI-Firma bedrohe die nationale und wirtschaftliche sowie die Energiesicherheit der USA.

    +++ Bundeskanzler Merz rechnet damit, dass der Bundestag noch vor der Sommerpause im Juli über einen möglichen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus entscheiden wird.

    Die Bundesregierung sei bereit, eine Feuerpause oder einen Waffenstillstand abzusichern, sagte Merz beim G7-Gipfel in der französischen Stadt Evian. Ein entsprechender Mandatstext werde aktuell vorbereitet. Für einen Einsatz müssten aber noch mehrere Voraussetzungen erfüllt werden, fügte Merz hinzu.

    +++ Nach Angaben libanesischer Staatsmedien hat Israel erneut Gebiete im Süden des Libanon angegriffen.

    Wie die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, gab es unter anderem Luftangriffe auf die Region Nabatijeh und Teile der nahe gelegenen Stadt Kfar Tebnit. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht dazu. Bereits gestern hatte NNA vier Tote bei neuen israelischen Attacken im Süden des Libanon gemeldet. Der Iran hatte Israel mit einer harten Reaktion gedroht, sollten die Attacken im Libanon nicht aufhören. Auch US-Präsident Trump hatte ein Ende der Angriffe verlangt.
    Israelische Attacke auf den Südlibanon - Rauchwolke über einem Dorf
    Israelische Attacke auf den Südlibanon (Archivfoto vom 27.5.26) (picture alliance / Anadolu / Mohamad Zanaty)

    +++ Die Rahmenvereinbarung zwischen den USA und dem Iran sieht offenbar große Zugeständnisse an Teheran vor.

    Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet über Details des Memorandums. Die Angaben decken sich mit einem Text des saudischen Senders Al-Arabiya, bei dem es sich um den Wortlaut der Vereinbarung handeln soll. Demzufolge umfasst das Memorandum 14 Punkte. Dazu gehört ein sofortiges und dauerhaftes Ende der Kampfhandlungen. Das soll auch für den Libanon gelten. Außerdem sollen die USA schrittweise die Sanktionen gegen das iranische Regime aufheben und eingefrorene Vermögenswerte freigeben. Vorgesehen ist auch ein privater Investitionsfonds von 300 Milliarden Dollar als Wiederaufbauhilfe für den Iran. Die Rede ist außerdem von einem Truppenabzug der USA, ohne dass Details genannt werden. Der Iran erklärt im Gegenzug einen Verzicht auf Atomwaffen und will die Straße von Hormus wieder für den Seehandel öffnen.
    Weitere Details finden Sie hier: Milliardenschwere Wiederaufbauhilfe und Aufhebung aller Sanktionen – was die USA und Iran vereinbart haben

    +++ Die G7-Staaten begrüßen das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Kriegsende.

    Sie seien bereit, zu dessen Umsetzung beizutragen, teilen die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrienationen in einer gemeinsamen Erklärung bei ihrem Gipfeltreffen im französischen ‌Evian mit. Um die Energiesicherheit zu gewährleisten, wollen die G7-Länder zudem ihre ​Lieferwege diversifizieren, die Abhängigkeit von der Straße von Hormus verringern und ihre Energievorräte aufstocken.

    +++ Die Wirtschaftsweise Grimm erwartet von der geplanten Öffnung der Straße von Hormus eine vorerst nur leichte wirtschaftliche Entspannung.

    Im Deutschlandfunk sagte die Sachverständige zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die Ölpreise seien mit dem angekündigten Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA bereits gesunken. Weil aber unklar bleibe, ob es sich um eine endgültige Lösung handele oder sich der Konflikt wieder verschlimmere, bleibe die wirtschaftliche Lage angespannt. Es gebe keinen Grund für Alarmismus, doch die Preise etwa für Öl und Gas blieben vorerst erhöht, weil in der Krise verbrauchte Reserven erst wieder aufgefüllt werden müssten.
    Weltwirtschaft vor Erholung? Interview mit "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm

    +++ US-Präsident Donald Trump hat ungewöhnlich offene Kritik am ‌militärischen Vorgehen Israels gegen die Hisbollah-Miliz ​im Libanon geübt.

    Trump sagte auf dem G7-Gipfel in Frankreich, man müsse nicht jedes Mal ein Wohnhaus ​zerstören, nur weil ‌man jemanden suche. In diesen Gebäuden seien viele Menschen, von denen nicht alle ‌zur ‌Hisbollah gehören würden.
    Donald Trump sitzt auf einem Sessel und gestikuliert mit den Händen. Im Hintergrund eine Flagge der Vereinigten Staaten.
    US-Präsident Donald Trump am Rande des G7-Gipfels. (picture alliance / AP Photo / Julia Demaree Nikhinson / Julia Demaree Nikhinson)

    +++ Bundeswirtschaftsministerin Reiche rechnet nach der ‌Einigung auf ein Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA für ein Kriegsende mit einer spürbaren Entlastung für die deutsche Wirtschaft.

    Die bereits fallenden Energiepreise würden die Verbraucherpreise senken und damit die Inflation dämpfen, sagte Reiche in Berlin. Die hohe Teuerung ‌sei der Faktor gewesen, "der uns ein mögliches Wirtschaftswachstum sehr schwer ​gemacht hätte". Sie äußerte sich zuversichtlich, dass sich die Lieferketten schnell wieder ​entspannen würden. Dies gelte nicht ‌nur für Öl und Gas, sondern auch für Chemieprodukte und Aluminium.

    +++ Der iranische Präsident Peseschkian hat das Rahmenabkommen mit den USA als einen diplomatischen Sieg für sein Land bezeichnet.

    Peseschkian sagte laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna, man solle diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen. Solche Gelegenheiten seien begrenzt und würden sich nicht jederzeit erneut bieten. Der als moderat geltende Peseschkian hat sich stets für diplomatische Optionen stark gemacht. Peseschkian sagte weiter, er hoffe, mit dem Rahmenabkommen viele Probleme im Land lösen und eine neue Ära einleiten zu können.
    Der iranische Präsident Massud Peseschkian
    Der iranische Präsident Massud Peseschkian (Vahid Salemi/AP/dpa)

    +++ Die USA erlauben dem Iran einem Medienbericht den sofortigen Verkauf von Öl und Kraftstoffen.

    Das berichtet das "Wall Street Journal". Die Regelung soll auch Dienstleistungen in den Bereichen Banken, Transport und Versicherungen umfassen, um die Abwicklung der Geschäfte zu vereinfachen. Mehrere iranische Öltanker sollen bereits das bislang von der US-Marine blockierte Seegebiet am Persischen Golf verlassen haben. Das teilte die Webseite "TankerTrackers" mit, die Schiffsdaten veröffentlicht und über den Transport von Erdöl informiert. Es seien die ersten Rohölexporte des Iran seit zwei Monaten.

    Dienstag, 16. Juni

    +++ Das iranische Militär droht Israel mit einer harten Reaktion, wenn die Angriffe im Südlibanon nicht eingestellt werden sollten.

    Bei israelischen Drohnenangriffen im Süden des Libanon starben heute mindestens vier Menschen. Wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtet, gab es israelische Drohnenangriffe in zwei Dörfer. Die Berichte können von unabhängiger Seite nicht überprüft werden.
    Eine Leuchtfackel der israelischen Armee im Himmel über dem Süden des Libanon.
    Wegen israelischer Angriffe auf Hisbollah-Stellungen im Libanon droht nun auch der Iran wieder mit Angriffen. (AFP / -)

    +++ Der Iran fordert Israels Abzug aus den "besetzten Gebieten" im Libanon.

    Die Menschen im Südlibanon müssten in ihre Häuser zurückkehren, erklärte der iranische Chefunterhändler Ghalibaf, der mit dem libanesischen Parlamentspräsidenten Berri am Telefon beraten hat, auf Telegram. Am Freitag wollen der Iran und die USA ein Abkommen unterzeichnen, um den Krieg zu beenden.

    +++ US-Präsident Trump kritisiert die israelischen Angriffe auf die libanesische ‌Hauptstadt Beirut.

    Er habe Israel deutlich gemacht, dass ihm das nicht gefallen habe, sagt Trump am Rande des G7-Gipfels in Frankreich. Der israelische Ministerpräsident Netanjahu müsse im Hinblick auf den Libanon verantwortungsvoller agieren. Wenn Israel seine Aufgaben nicht erledigen könne, solle Syrien sich um die Hisbollah-Miliz kümmern, erklärt Trump weiter. Dies habe er Israel vorgeschlagen.

    +++ Eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran soll nach iranischen Angaben direkt nach Unterzeichnung des verhandelten Rahmenabkommens am Freitag in der Schweiz beginnen.

    Diese weiteren Gespräche sollten innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden, sagte Außenminister Araghtschi nach Angaben staatlicher Medien in Teheran .Ein Ende des Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon mit ein, betonte Araghtschi demnach. Jegliche neuen israelischen Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete betrachte der Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.

    +++ Japans Notenbank reagiert auf den steigenden Inflationsdruck infolge des Iran-Konflikts und hievt den Leitzins auf das ‌höchste Niveau seit 31 ⁠Jahren.

    Die Währungshüter erhöhten ihn um einen Viertelpunkt auf 1,0 Prozent. Es war die erste Straffung der Bank of Japan (BoJ) seit Dezember. Mit dem Zinsschritt schließt sich die BoJ anderen großen Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB) an, die ihre Geldpolitik zur Inflationsbekämpfung ebenfalls gestrafft haben.

    +++ Libanons Präsident Aoun hat die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran zu einer Beendigung der Gefechte im Nahen und Mittleren Osten begrüßt.

    Nach Angaben seines Büros äußerte er in einem Telefonat mit Irans Außenminister Araghtschi die Hoffnung, dass das Papier ein positiver Schritt zur Entspannung der Lage und zur Erschließung diplomatischer Lösungen sei. Zugleich habe Aoun die Bedeutung der Achtung der Souveränität seines Landes hervorgehoben. Nach Darstellung Teherans sieht das Abkommen das Ende des Krieges an allen Fronten vor, was den Libanon einschließen würde.
    Zunächst war unklar, ob sich Israel in seinem Kampf gegen die vom Nachbarland aus operierende Hisbollah-Miliz an diese Vereinbarung gebunden fühlt. Verteidigungsminister Katz hatte gestern erklärt, die israelische Armee werde sich nicht aus dem Südlibanon zurückziehen.

    +++ Internationale Atominspekteure sollen nach Angaben von US-Vizepräsident Vance im Rahmen des Abkommens zur Beendigung des Krieges in den Iran zurückkehren.

    Dies werde "absolut" der ‌Fall sein, sagte Vance dem Fernsehsender NBC ​News. Ein Kernbestandteil der Vereinbarung sei, dass ​die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die ‌USA dem Land dabei helfen würden, seine Bestände an hochangereichertem Uran zu vernichten. Dies sei in einer bereits vereinbarten Absichtserklärung ‌zwischen ‌Washington und Teheran klar festgeschrieben, betonte Vance.

    +++ Bundesaußenminister Wadephul sieht eine deutsche Beteiligung an einer möglichen Minenräumung in der Straße von Hormus an Voraussetzungen gebunden.

    Man müsse jetzt erst einmal wissen, ob es tatsächlich keine Kampfhandlungen mehr gebe, sagte der CDU-Politiker im ZDF. Anschließend könne man über das Thema reden. Zudem brauche es völkerrechtliche Grundlagen sowie gemäß dem deutschen Recht etwa ein Mandat es Bundestags, betonte Wadephul. Ein solches stehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht bevor. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien hatten sich zuletzt im Grundsatz bereit erklärt, die Wiederaufnahme der Passage durch die Meerenge zu unterstützen. Konkret war von einer rein defensiv ausgerichteten, unabhängigen Mission die Rede, um eine Minenräumung durchzuführen und Handelsschiffe zur Durchfahrt zu ermutigen.
    Johann Wadephul spricht vor einem Gebäude in Mikrofone zahlreicher Medien.
    Bundesaußenminister Johann Wadephul CDU (hier am Rande des Treffens der EU-Außenminister in Luxemburg) (Katharina Redanz/dpa)

    +++ Nach dem "Memorandum of Understanding" zwischen Washington und Teheran haben die ersten iranischen Schiffe nach Darstellung staatlicher Medien das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert.

    Mindestens drei Öltanker und zwei Frachtschiffe hätten die Zone am späten Abend ohne Zwischenfälle passiert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise. Auch der Dienst TankerTrackers, der Schiffsbewegungen beobachtet, berichtete auf der Plattform X, ein mit zwei Millionen Barrel iranischem Rohöl beladener Supertanker habe die bisherige Blockadelinie der amerikanischen Marine überquert. Weitere Tanker hätten sich nahe der Linie oder nicht mehr in iranischen Häfen befunden.

    +++ US-Vizepräsident Vance hat die Absichtserklärung mit dem ​Iran als "ein sehr allgemeines Dokument" bezeichnet.

    Das Papier sei etwa eineinhalb Seiten lang, sagt Vance dem Nachrichtensender CNN und fügte hinzu: "Bei einer Reihe von Themen müssen wir diese Dinge erst in der Phase der technischen Verhandlungen klären". Schon in der Vergangenheit hatten die USA unter Präsident Trump etwa beim Gaza-Waffenstillstandsabkommen vom Oktober 2025 wichtige Themen nicht ausgehandelt oder nicht aushandeln können. Weiter ungeklärt ist etwa die Frage einer Entwaffnung der Hamas.

    +++ Die deutsche Handelsschifffahrt hat erleichtert auf die Einigung auf ein Rahmenabkommen zum Ende des Iran-Kriegs reagiert.

    Die Signale aus den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran machten auch der Schifffahrt Hoffnung, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), Kröger. Laut VDR sitzen noch 46 Schiffe deutscher Reedereien mit rund 1.000 Seeleuten im Persischen Golf fest. Deutschlands größte Containerreederei, Hapag Lloyd, erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters: "Wir hoffen, dass Schiffe die Straße von Hormus noch ‌in dieser Woche passieren können."
    Der Schriftzug "Hapag-Lloyd" steht an der Bordwand eines Containerschiffs der gleichnamigen Reederei.
    Hapag Lloyd, Deutschlands größte Reederei, hofft auf eine ⁠baldige Normalisierung der Schifffahrt (Archivbild). (picture alliance/dpa)

    Montag, 15. Juni

    +++ Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran hat die Gewalt im Libanon nach UNO-Angaben nachgelassen.

    Von Mitternacht bis zum Nachmittag habe die Mission UNIFIL einen Rückgang beobachtet, sagte der Sprecher von UNO-Generalsekretär Guterres in New York. In dem Zeitraum seien etwa 130 Geschosse und zwei Luftangriffe verzeichnet worden, die den israelischen Streitkräften zugeschrieben würden. Geschosse der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz oder anderer nicht staatlicher Akteure seien nicht registriert worden. Nach Darstellung der Hisbollah soll die Einigung zwischen Teheran und Washington auch für den Libanon gelten. Israel hatte erklärt, sich auch nach einem Ende des Iran-Kriegs nicht aus dem Süden des Landes zurückziehen zu wollen.

    +++ US-Präsident Trump hat nach eigenen Angaben das Rahmenabkommen mit dem Iran digital unterzeichnet.

    Wie ein hochrangiger US-Beamter in Washington erklärte, hat auch der iranische Chefunterhändler Ghalibaf die Vereinbarung elektronisch signiert. Eine Bestätigung dafür aus Teheran steht noch aus. Nach pakistanischen Angaben soll am Freitag in Genf eine Unterzeichnungszeremonie mit Vertretern der Konfliktparteien stattfinden. 

    +++ Die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder und die Lockerung von Sanktionen sind der US-Regierung zufolge an die Erfüllung von Auflagen gekoppelt.

    Einzelheiten des Abkommens mit dem Iran werden in den kommenden 24 bis 48 Stunden veröffentlicht, wie ein hoher US-Regierungsvertreter erklärte. Zudem sollen ‌noch in dieser Woche technische Gespräche beginnen. Während der nächsten Verhandlungsphase wollen die USA ihre militärische Präsenz ⁠unverändert lassen. Eine Reduzierung der Truppenstärke sei erst nach der Einigung auf ein endgültiges Abkommen vorgesehen.
    Rahmenabkommen zwischen USA und Iran - Ein Erfolg für den Iran?

    +++ Die USA verhandeln nach Angaben von Vize-Präsident Vance künftig direkt mit dem Iran.

    Man habe dort einige gute Ansprechpartner und sei nicht mehr auf die Vermittlung durch Dritte angewiesen, sagte Vance dem US-Sender CNBC. Zuletzt hatten vor allem Pakistan, aber auch der Oman vermittelt. Mit Blick auf die Rahmenvereinbarung mit dem Iran sagte Vance, die USA hätten alle Karten in der Hand. Man müsse dem Regime in Teheran nichts geben, wenn es nicht die Erwartungen in Bezug auf das Atomprogramm erfülle. Vance schloss allerdings einen Einsatz amerikanischer Streitkräfte bei der Durchsetzung eines Atomabkommens mit dem Iran nicht aus. Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran auf die Vereinbarung verständigt, über deren Inhalt offiziell noch nicht viel bekannt ist.

    +++ Über die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung ihres Krieges wollen auch die Staats- und Regierungschefs der G7 beraten.

    Bundeskanzler Merz kündigte vor seiner Reise zum Gipfel der sieben größten Industrieländer im französischen Evian Gespräche über eine mögliche Militärmission zur Absicherung der Straße von Hormus an. Merz sagte, das Abkommen könne den Weg für eine Erholung der Weltwirtschaft ‌und eine Stabilisierung der Region ebnen. Deutschland werde sich an der Sicherung der Meerenge beteiligen, sobald die Voraussetzungen dafür gegeben seien. US-Präsident Trump sagte in Evian, die USA bräuchten nicht viel Hilfe in der Straße von Hormus, da es ja ein Abkommen gebe. Es sei aber keine schlechte Idee, ein, zwei Schiffe von einigen Ländern dort zu haben.
    Eine Satellitenaufnahme zeigt den Persischen Golf und den Golf von Oman mit der Straße von Hormus.
    Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Handelsrouten für die Schifffahrt weltweit. (picture alliance / dpa / The Visible Earth)

    +++ Nach der Absichtserklärung über einen Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran setzt auch der Libanon auf ein Ende der Kämpfe im Land.

    Präsident Aoun sagte, in der Vereinbarung werde anerkannt, dass die Stabilisierung des Libanon wichtig für die Sicherheit in der gesamten Region sei. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz erklärte, sie habe ihre Einsätze gegen Israel gestoppt. Man werde sich aber zur Wehr setzen, sollte es neue Angriffe von israelischer Seite geben. Israel und die vom Libanon aus operierende Hisbollah liefern sich seit Monaten trotz einer Waffenruhe Gefechte. Die israelische Armee drang inzwischen tief auf libanesisches Gebiet vor. Im Süden des Landes mussten viele Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die Hisbollah schießt immer wieder Raketen auf den Norden Israels.
    Israel sieht eigene Sicherheit durch Iran-Deal gefährdet

    +++ Der Iran könnte Medienberichten zufolge im Rahmen eines möglichen Abkommens mit den USA nach einer Übergangsfrist Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus verlangen.

    Nach einer 60-Tage-Frist, während der kostenlose Durchfahrten möglich seien, sehe der Iran vor, Gebühren zu erheben, hieß es unter anderem in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.
    Entsprechende Gebühren würden gegen internationales Seerecht verstoßen. Wie die Deutsche Presse-Agentur schreibt, könnten die Berichte auch zur Besänftigung der Hardliner in der iranischen Politik gedacht sein. Diese hatten zuletzt gegen eine friedliche Einigung protestiert. Zudem erlaubt dieser neuerliche Aspekt dem Iran, den Druck in weiteren Verhandlungen aufrecht zuhalten. Trump hatte zuletzt jedoch betont, die erzielte Vereinbarung stelle letztlich sicher, dass die Straße von ​Hormus "dauerhaft gebührenfrei" bleibe.

    +++ CDU-Außenpolitiker Kiesewetter hat das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran als "Desaster" bezeichnet.

    Der angebliche Friedensdeal Trumps mit Teheran sei ein "sicherheitspolitischer Offenbarungseid", sagte Kiesewetter dem Online-Portal "t-online". Sobald ein brutales Regime drohe, knicke der US-Präsident ein und opfere langfristige Sicherheitsinteressen für einen schnellen PR-Erfolg.

    +++ Im Fall einer Unterzeichnung des Iran-Abkommens könnte Frankreich innerhalb weniger Tage Militärflugzeuge, Fregatten und einen Flugzeugträger zur Absicherung der Straße von Hormus entsenden.

    "Wir haben mit den Briten einen Einsatz geplant", sagte Macron in einem Interview mit dem Sender TF1 am Montag kurz vor Beginn des G7-Treffens in Evian. "Wir sind bereit, sehr, sehr schnell zu handeln", fügte er hinzu.

    +++ EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die sofortige Öffnung der Straße von Hormus gefordert.

    Die Freiheit der Schifffahrt müsse ohne Durchfahrtsgebühren wiederhergestellt werden, schrieb von der Leyen in Online-Netzwerken. Das sei für die regionale Stabilität und die Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung.

    +++ Der frühere Diplomat und heutige Direktor des Deutschen Orientinstituts, Reinicke, sieht den Iran nach einem möglichen Ende des Krieges gestärkt.

    Er sagte im Deutschlandfunk , insgesamt komme der Iran mit einer besseren Verhandlungsposition aus dem Krieg heraus. Man habe unter anderem gesehen, dass eine Blockade der Straße von Hormus funktioniere. Auch habe das Land nun klaren Zugriff auf den Libanon, die Situation dort werde mit dem Abkommen verbunden.

    +++ Nach der vorläufigen Einigung auf eine Beendigung des Irankriegs hat Bundesbankpräsident Nagel Hoffnungen auf eine schnelle Entspannung bei der Inflation und auf den Ölmärkten gedämpft.

    Zwar zeichne sich nun eine Öffnung der Straße von Hormus ab, sagte Nagel bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main. Dennoch werde es Monate dauern, bis sich das Erdölangebot wieder normalisiere. Der Preisdruck in der Wirtschaft könne zudem nochmals steigen, wenn fiskalpolitische Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise ausliefen. Ende des Monats läuft der sogenannte Tankrabatt ab.

    +++ Ägypten hat das angekündigte Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Nahost-Krieges begrüßt.

    Das Außenministerium in Kairo bezeichnete die Verständigung als möglichen "Wendepunkt" für Frieden in der Region. Ähnlich äußerte sich das Königreich Saudi-Arabien.

    +++ US-Präsident Trump droht einem Medienbericht zufolge dem Iran mit neuen militärischen Angriffen, falls kein endgültiges Atomabkommen mit den USA zustande kommt.

    Alternativ würden die USA gegen eine Beteiligung von 20 ⁠Prozent an den Einnahmen der Region als "Wächter des Nahen Ostens" auftreten, sagte Trump der Zeitung "New York Times". Die von ihm erzielte Vereinbarung mit der Regierung in Teheran stelle letztlich sicher, dass die Straße von Hormus "dauerhaft gebührenfrei" bleibe, erklärt der US-Präsident weiter.
    Das Bild zeigt US-Präsident Donald Trump mit ernstem Gesichtsausdruck.
    US-Präsident Donald Trump (picture alliance / Sipa USA / Sipa USA)

    +++ Die Aussicht auf ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran sowie ‌die Wiedereröffnung der Straße von Hormus hat die Ölpreise gedrückt.

    Sie fielen am frühen Montagmorgen auf den tiefsten Stand seit März. Nordsee-Öl der Sorte Brent verbilligte sich um 4,10 Prozent auf 83,75 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl der Sorte WTI gab um 4,72 Prozent auf 80,87 Dollar nach.

    +++ Der iranische oberste Nationale Sicherheitsrat hat nach eigener Darstellung das Rahmenabkommen mit den USA unter der Führung von Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei finalisiert.

    Die Stellungnahme wurde von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlicht. Bei dem Nationalen Sicherheitsrat handelt es sich um das höchste Entscheidungsgremium des Landes. Es steht unter der Aufsicht des obersten geistlichen Führers und der Leitung von Präsident Peseschkian.  Seit Modschtaba Chamenei die Nachfolge seines getöteten Vaters angetreten ist, wird über den Gesundheitszustand des 56-Jährigen spekuliert. Iranische Staatsmedien bezeichneten ihn in einem Porträt als "Kriegsversehrten". Öffentlich aufgetreten ist er seit seiner Ernennung nicht, was Spekulationen über sein tatsächliches Befinden anheizte.
    Das Bild zeigt mehrere Demonstrantinnen mit Kopftüchern in der Nahaufnahme. Eine von ihnen hält das kleine Foto in der Hand und schaut darauf.
    Das geistliche Oberhaupt des Irans, Modschtaba Chamenei, ist seit seiner Ernennung nicht in der Öffentlichkeit augeftreten. (dpa / Hannes P Albert)

    +++ Nach Bekanntgabe der Einigung zu einer Beendigung des Iran-Kriegs sind die Aktienkurse in Asien zum Wochenauftakt gestiegen.

    Die Börsen in Japan und Südkorea starteten mit einem Plus von jeweils mehr als fünf Prozent. In Tokio legte der Nikkei 225 um 5,1 Prozent zu, während der Kospi in Seoul und um 5,6 Prozent stieg. In Australien schloss der S&P ASX 200 mit 1,4 Prozent im Plus. Der Taiex in Taiwan lag 2,6 Prozent im Plus.

    +++ UNO-Generalsekretär Guterres hat das verkündete Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran begrüßt.

    "Dies ist ein entscheidender Schritt hin zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts", teilte Guterres in New York mit. Er äußerte die Hoffnung, dass alle Parteien nun "ihre Anstrengungen für eine endgültige Lösung des Konflikts verdoppeln" würden. Die Vereinten Nationen stünden bereit, für einen dauerhaften und umfassenden Frieden Unterstützung zu leisten, ergänzte Guterres. Er würdigte insbesondere die "konstruktive Rolle Pakistans, Katars, Ägyptens, Saudi-Arabiens, der Türkei und anderer Länder der Region", die die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unterstützt hätten.
    Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, spricht auf einer Pressekonferenz.
    Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen (picture alliance /ZUMAPRESS.com/Bianca Otero)

    +++ Bundeskanzler Merz hat die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen für ein Ende des Iran-Krieges gelobt.

    "Das Abkommen kann den Weg zu einer Erholung der Weltwirtschaft und einer Stabilisierung der Region bahnen", teile Merz in der Nacht mit. Der Bundeskanzler forderte zugleich, "das Vereinbarte zielstrebig umzusetzen". Die für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus müsse "dauerhaft und uneingeschränkt für die freie Schifffahrt geöffnet werden", betonte der CDU-Vorsitzende. Zudem müssten weitere Verhandlungen "in den nächsten Wochen sicherstellen, dass Iran sein militärisches Nuklearprogramm nachprüfbar beendet".
    Mit Blick auf weitere von Kampfhandlungen betroffene Länder betonte der Bundeskanzler, es dürfe zudem "keine weiteren Angriffe gegen Israel und andere Nachbarn in der Region geben".
    Drei Männer und eine Frau schreiten entlang verschiedener Flaggen.
    Repräsentieren die E4-Staaten: Frankreichs Präsident Macron, Bundeskanzler Merz, der britischen Premierminister Starmer und die italienische Ministerpräsidentin Meloni (Archivbild) (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Jeanne Accorsini)

    +++ Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien haben die Ankündigung ‌einer Absichtserklärung zwischen den USA ⁠und dem Iran begrüßt.

    Teheran dürfe niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen, teilten die Staats- und Regierungschefs der sogenannten E4-Staaten in einer gemeinsamen Erklärung mit. Man sei bereit, entsprechende Sanktionen aufzuheben, wenn die iranische Regierung klare und überprüfbare Schritte bei ihrem Nuklearprogramm unternehme. Dazu sei man auch bereit, mit den USA, dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde zusammenzuarbeiten. Zudem sei die Wiedereröffnung der Straße von Hormus mit bedingungsloser und uneingeschränkter Schifffahrtsfreiheit dringend und unerlässlich.
    Darüber hinaus bekräftigen die vier Staaten ihre volle Unterstützung für die Stabilität, Souveränität und territoriale Unversehrtheit des Libanon ⁠sowie ⁠die Bedeutung eines stabilen Waffenstillstands.

    +++ Die iranische Nachrichtenagentur Mehr hat Details aus dem 14-Punkte-Entwurf für eine Absichtserklärung zwischen den USA und ⁠dem Iran veröffentlicht.

    Demnach sieht das Papier ein sofortiges und dauerhaftes Ende des ⁠Krieges an allen Fronten - also einschließlich des Libanons - vor. Innerhalb ‌von 30 Tagen sollen die US-Seeblockade vollständig aufgehoben und die Straße von Hormus unter iranischer Regie wieder geöffnet werden. Zudem sollen die Sanktionen gegen iranische Öl- und Petrochemie-Verkäufe ausgesetzt und eingefrorene ​iranische Gelder in Höhe von 24 Milliarden Dollar freigegeben werden. Die Hälfte dieser Mittel müsse ebenso wie die Aufhebung der Seeblockade und der Ölsanktionen gewährt werden, bevor die abschließenden Verhandlungen beginnen. Diese Gespräche sollen 60 Tage dauern und sich auf Nuklearfragen sowie die ​vollständige Aufhebung der Sanktionen konzentrieren.
    Das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen sind dem Bericht zufolge von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die ‌USA und ihre Verbündeten müssen zudem Wiederaufbaupläne für den Iran im Volumen von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Ein endgültiges Abkommen soll darüber hinaus durch eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates gebilligt werden.

    +++ Der Iran hat ein Ende der Kriegshandlungen an verschiedenen Fronten im Laufe der Nacht angekündigt.

    Das gelte ausdrücklich auch für den Libanon, teilte das Außenministerium in Teheran mit. Zudem beginne dann auch die Aufhebung der US-Seeblockade gegen die Islamische Republik, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Politiker. Die Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen sollen demnach in einem Zeitraum von 60 Tagen stattfinden. Sollte die Gegenseite aber gegen Vereinbarungen verstoßen, werde der Iran Maßnahmen ergreifen.

    Sonntag, 14. Juni

    +++ Die USA und der Iran sollen sich laut Vermittlerstaat Pakistan auf eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges verständigt haben.

    Es solle nun mehrere Treffen in der kommenden Woche geben, teilte Pakistans Premierminister Sharif mit. Er sprach Agenturberichten zufolge davon, dass der Vertrag am kommenden Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden solle. Beide Seiten hätten ein sofortiges und permanentes Ende der Militäroperationen verkündet, das schließe auch das Staatsgebiet des Libanon ein. Präsident Trump erklärte, das Abkommen mit dem Iran sei aus seiner Sicht "komplett".

    +++ Nach iranischen Drohungen gegen Israel sind einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens zufolge alle Flüge im Westen des Landes gestrichen worden.

    Sämtliche von westiranischen Flughäfen aus startenden Verbindungen seien "bis auf weiteres" annulliert, hieß es. Zuvor hatte der Nationale Sicherheitsrat im Iran erklärt, eine Reaktion auf den jüngsten israelischen Angriff auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut stehe unmittelbar bevor.
    Die israelische Armee hatte am Morgen Luftangriffe auf die südlichen Vororte von Beirut geflogen. Zuvor war Israel vom Libanon aus mit Drohnen angegriffen worden. US-Präsident Trump rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

    +++ Nach den Worten von US-Präsident Trump ist die Unterzeichnung des Rahmenabkommens mit dem Iran über eine Beendigung des Krieges weiterhin für den heutigen Sonntag geplant.

    Trump sagte dem Portal "Axios", die israelischen Angriffe auf südliche Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut hätten den Prozess verzögert. In "einigen Stunden" werde die Unterzeichnung aber erfolgen.
    US-Präsident Donald Trump mit ernstem Blick.
    US-Präsident Donald Trump will den Irankrieg beenden. (picture alliance / Sipa USA / Sipa USA)

    +++ Der Iran hat die Gespräche mit den USA über ein Abkommen zum Iran-Krieg in Zweifel gezogen.

    Parlamentspräsident Ghalibaf verwies auf der Online-Plattform X auf die am Sonntag erfolgten Angriffe der israelischen Armee auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut. An die Adresse der USA gerichtet schrieb er: "Wenn ihr nicht den Willen oder die Fähigkeit habt, eure Verpflichtungen einzuhalten, dann ist es sinnlos, darüber zu sprechen, diesen Weg weiterzugehen."
    Der Iran macht ein Abkommen mit den USA von einer umfassenden Waffenruhe auch im Libanon abhängig.
    Beirut: Anwohner fahren an den Trümmern zerstörter Gebäude in einem südlichen Vorort von Beirut, Libanon, vorbei (Archivbild vom 17.4.2026).
    Durch israelische Luftangriffe zerstörte Gebäude in einem südlichen Vorort von Beirut, Libanon (Archivbild) (Bilal Hussein/AP/dpa)

    +++ Nach Angriffen der libanesischen Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels hat die israelische Luftwaffe erneut Ziele in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

    Es seien "Terrorziele" der Hisbollah in den südlichen Vororten beschossen worden, hieß es in einer Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu und des Verteidigungsministers Katz. Der Angriff sei als Reaktion auf den Beschuss israelischen Territoriums durch die Hisbollah erfolgt. Auch die israelische Armee teilte mit, es sei Hisbollah-Infrastruktur in Dahija angegriffen worden. Arabische Fernsehsender zeigten Bilder eines Luftangriffs in dem Gebiet. Dabei stiegen hohe Rauchwolken auf. Anwohner berichteten örtlichen Medien zufolge von mindestens zwei Explosionen. Es gab zunächst keine Informationen zu möglichen Opfern. 

    +++ Staatliche iranische Medien melden einen Cyberangriff, der zu Betriebsstörungen bei vier großen Banken im Iran geführt hat.

    Ziel der Attacke sei demnach eine gemeinsame Kommunikationsinfrastruktur der Banken gewesen. In Teheran berichteten zahlreiche Augenzeugen, dass in Supermärkten, Restaurants und auch an Tankstellen plötzlich keine Online-Zahlungen mehr möglich waren. Die iranische Hackergruppe "Black Wolves" hatte gestern einen Angriff angekündigt. Die Hackerangriffe gelten als Form des digitalen Protests gegen das islamische System im Iran.

    +++ Die Führung in Teheran hat sich laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Fars noch nicht festgelegt, ob sie dem Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs mit den USA zustimmt.

    Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, zitiert die iranische Agentur einen Insider. Die Prüfung der politischen, rechtlichen und technischen Aspekte laufe auf Experten- und Entscheidungsebene weiter.

    +++ Die vom Iran unterstützte libanesische Hisbollah-Miliz hat nach israelischen Angaben erneut den Norden Israels mit Sprengstoff-Drohnen angegriffen.

    Das israelische Militär teilte mit, es habe zwei Einschläge auf israelischem Gebiet nahe der Grenze zum Libanon gegeben. Niemand sei verletzt worden. Zuvor hatten in mehreren Orten an der Nordgrenze Warnsirenen geheult. Der mit der Hisbollah verbündete Iran will als Teil eines Rahmenabkommens mit den USA zur Beendigung des Iran-Kriegs auch eine Waffenruhe im Libanon erreichen. Israel ist jedoch strikt gegen eine solche Verbindung der beiden Fronten.

    +++ Katarische Unterhändler sollen einem Insider zufolge diesen Morgen nach Teheran geflogen sein.

    Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Reise stehe im Zusammenhang mit den Bemühungen um den Abschluss eines Abkommens zur Beendigung ‌des Krieges zwischen den USA und dem ​Iran

    +++ Im Irankrieg bleibt es bei widersprüchlichen Aussagen über den Zeitpunkt der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens für einen Friedensschluss zwischen Teheran und Washington.

    US-Präsident Trump kündigte die Unterschrift für heute an. Unmittelbar danach solle die Straße von Hormus wieder geöffnet werden, schrieb er auf seiner Online-Plattform "Truth Social". Das iranische Außenministerium erklärte, es werde heute nicht dazu kommen. Dies werde eher in den kommenden Tagen der Fall sein. Vom Vermittlerstaat Pakistan hieß es derweil, der finale Text für eine Rahmenvereinbarung liege vor. Man bereite sich auf die elektronische Unterzeichnung vor.

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