Newsblog zur Lage im Nahen Osten
Die Entwicklungen vom 1. bis 12. September

Wir halten in einem Newsblog fest, wie sich die Lage im Nahen Osten verändert. In diesem Archiv können Sie die Entwicklungen nachvollziehen.

    Mohammad Eslami und Rafael Mariano Grossi stehen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor Mikrofonen.
    Der Leiter des iranischen Atomprogramms, Mohammad Eslami (rechts), und der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, in Teheran (Archivbild) (dpa-news / AP / Vahid Salemi)
    Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier.

    Samstag, 12. September

    +++ Nach Drohnenangriffen auf eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien hat die irakische Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden.

    Zwei Vertreter der irakischen Sicherheitsbehörden teilten der Nachrichtenagentur AFP mit, die Startvorrichtungen für Drohnen seien in der entlegenen Region al-Tib in der südirakischen Provinz Missan entdeckt worden. Der Irak schloss daraufhin drei Grenzübergänge zu dem Nachbarland.

    +++ Die Mitgliedsstaaten der BRICS-Gruppe rufen zu Zurückhaltung in der Golfregion auf.

    In einer auf ihrem Gipfeltreffen in Neu-Delhi verabschiedeten Erklärung ist von tiefer Besorgnis angesichts der anhaltenden Eskalation die Rede. Eine weitere Verschärfung der Lage müsse vermieden werden. Die Erklärung hat keine rechtliche Bindung, aber symbolische Bedeutung. Zur BRICS-Gruppe gehören die im Nahost-Konflikt als Rivalen auftretenden Staaten Iran und Vereinigte Arabische Emirate. Im Mai war ein Treffen der BRICS-Außenminister wegen der Differenzen noch ohne Erklärung beendet worden.
    Zum Gipfeltreffen in Neu-Delhi gehören auch viele bilaterale Gespräche der beteiligten Staats- und Regierungschefs. Zu den Teilnehmern gehören etwa der indische Ministerpräsident Modi, Russlands Staatschef Putin, Chinas Staatschef Xi und der iranische Präsident Peseschkian.

    +++ Die von Saudi-Arabien unterstützen Regierungstruppen im Jemen haben Kämpfer der pro-iranischen Huthi-Miliz in der Stadt Mokka am Roten Meer angegriffen.

    Dabei seien Fahrzeuge und Waffen zerstört und Huthi-Kämpfer getötet worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Saba. Auch weiter südlich habe es Kämpfe gegeben. Die Huthi hatten am Donnerstag die Hafenstadt Mokka eingenommen. Eigenen Angaben zufolge kontrollieren sie nach einer einwöchigen Offensive die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer und die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Diese liegt zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer. Beide sind Teil der wichtigen Schifffahrtsroute vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean. 

    +++ Durch die vorsorgliche Abschaltung einer Pipeline in Saudi-Arabien steht die Öl-Industrie des Landes zunehmend unter Druck.

    In der Folge werden weltweit steigende Öl- und Treibstoffpreise befürchtet, da die Exporte aus Saudi-Arabien reduziert werden könnten. Die Ölpreise stiegen heute auf dem Weltmarkt wieder auf mehr als 100 Dollar je Barrel.
    Über die abgeschaltete Pipeline wurde Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer transportiert. Die Leitung diente als Alternative zu den Schifftransporten über die blockierte Straße von Hormus. Die Pipeline war von aus dem Irak gestarteten Drohnen beschädigt worden. Die irakische Regierung ordnete eine Untersuchung an. US-Präsident Trump erklärte, man arbeite eng mit der saudischen Führung zusammen. Er vermutet den Iran hinter den Angriffen.

    +++ Der iranische Präsident Peseschkian stellt eine Öffnung der blockierten Straße von Hormus in Aussicht.

    Laut der Nachrichtenagentur Isna sagte Peseschkian dem indischen Fernsehsender "India Today", dass die US-Armee dafür ihre militärischen Aktionen gegen den Iran einstellen müsse.
    Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments.
    Irans Präsident Peseschkian (Vahid Salemi/AP/dpa)

    +++ Bei einem unangekündigten Besuch in der südlibanesischen Stadt Nabatije hat Präsident Aoun der dortigen Bevölkerung seine Solidarität ausgesprochen.

    Vor dem staatlichen Krankenhaus würdigte Aoun den "Mut" des Personals, das "für eine minimale medizinische Versorgung vor Ort sein Leben riskiert". Nabatije liegt in unmittelbarer Nähe zu einer strategischen Stellung der Hisbollah-Miliz, die am Donnerstag nach der Einnahme von der israelischen Armee und in die Luft gesprengt worden war.
    Der Libanon war im März in den Iran-Krieg hineingezogen worden, als die mit Teheran verbündete Hisbollah Israel angegriffen hatte. Israel reagierte mit Luftangriffen und einer Bodenoffensive.

    +++ Die USA schränken einem Medienbericht zufolge den militärischen Schutz für Tanker in der Straße von Hormus auf bestimmte Zeitfenster ein.

    Die Schiffe seien aufgefordert worden, die Meerenge nur noch zu festgelegten Zeiten zu passieren, berichtet die Zeitung "Financial Times" unter Berufung auf E-Mails des US-Marinekoordinationszentrums. Der Schutz aus der Luft sei seit Anfang September auf zwei tägliche Zeitfenster begrenzt.
    Hintergrund sind verstärkte iranische Angriffe auf Schiffe in der Nacht. Die Regierung in Washington bietet die Unterstützung seit Mai für Schiffe an, die eine Route entlang der omanischen Küste nutzen.

    +++ Eine neue Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon ist verschoben worden.

    Die für diesen Monat in Rom geplante nächste Gesprächsrunde wurde auf Oktober verlegt. Das erklärte ein Vertreter des US-Außenministeriums. Grund für die Verlegung ist Berichten zufolge, dass mehrere wichtige Vertreter nicht hätten teilnehmen können - unter anderem wegen der Vorbereitung der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York, jüdischer Feiertage und einer Konferenz in Paris zur Unterstützung der libanesischen Streitkräfte. Die Botschafter Israels und des Libanon in den USA sollten jedoch kommende Woche in Washington über die Entwicklungen in der Region und die Umsetzung eines im Juni geschlossenen Rahmenabkommens beraten, wie es vonseiten des US-Ministeriumssprechers weiter hieß.
    Israel und der Libanon hatten sich unter Vermittlung der USA auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein endgültiges Friedensabkommen zwischen den beiden Nachbarländern ebnen soll. Vorgesehen sind die Entwaffnung der pro-iranischen Hisbollah-Miliz, ein schrittweiser Abzug der israelischen Truppen aus dem Südlibanon und zugleich die Entsendung der libanesischen Armee in die Region. Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung ab.

    +++ Saudi-Arabien schaltet nach Angriffen wichtige Pipeline ab.

    Die Ölleitung verläuft vom Persischen Golf zum Roten Meer. Saudi-Arabien nutzt sie seit Monaten verstärkt, um die Blockade der Straße von Hormus durch das iranische Regime zu umgehen.
    Ein Sprecher des saudischen Energieministeriums teilte mit, bei den Angriffen habe es Verletzte gegeben. Nach Erkenntnissen des Außenministeriums wurden die Drohnen vom Irak aus gestartet. Die irakische Regierung ordnete eine Untersuchung an.
    Im Irak operieren zahlreiche schiitische Milizen, die vom Iran unterstützt werden. Die mehr als 1.200 Kilometer lange Pipeline war Berichten zufolge bereits Ende Juli vom Irak aus angegriffen worden.

    Freitag, 11. September

    +++ Nach wiederholt gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran auf Öl-Tanker in der Straße von Hormus breitet sich ein Ölteppich aus.

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte mit, die Verschmutzung befinde sich auf der östlichen Seite der Meeresenge. Der Ölteppich habe sich innerhalb eines Tages auf etwa 400 Quadratkilometer verdoppelt. Greenpeace stützt sich auf die Auswertung von Satellitenbildern. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, zeigt eine Aufnahme des europäischen Copernicus-Programms vom Mittwoch bräunliche Streifen auf der Wasseroberfläche, etwa zwanzig Kilometer vor der iranischen Küste. Das Öl könnte von dem Rohöltanker "Riesco" stammen, der zuletzt nahe dem Ausgangspunkt der Verschmutzung geortet wurde. Das US-Militär hatte die "Riesco" und weitere Tanker, die mit dem Iran in Verbindung gebracht werden, nach eigenen Angaben angegriffen. Öl vor der Küste des Oman. Mitte August war ein Öltanker der russischen Schattenflotte vor der Küste des Oman im Arabischen Meer auf Grund gelaufen. Die Umstände der Havarie sind unklar. Das Schiff soll rund 100.000 Tonnen Öl geladen haben. Eine Bergung war wegen des schlechten ‌Wetters und der ⁠schwierigen Bedingungen ⁠bisher nicht möglich. Besonders kritisch für die Umwelt ist es, wenn das Öl auf die Küste trifft. Im August hatte es Berichte über Öl an der zum Iran gehörenden Insel Gheschm gegeben, das Nistplätze von Meeresschildkröten und wichtige Fischgründe bedroht.

    +++ Bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des islamistischen Terror-Anschlags vom 11. September 2001 hat US-Präsident Trump den Iran-Krieg verteidigt.

    Trump sagte bei seiner Rede am Pentagon wörtlich: "Wir werden niemals, niemals vergessen. Deshalb kämpfen wir heute. Wir haben keine Wahl. Es kann nur den Sieg geben". Der Präsident ergänzte, aktuell sorgten US-Soldaten dafür, dass der "weltweit führende Unterstützer des Terrors" niemals eine Atomwaffe besitzen werde.
    Donald Trump steht an einem Rednerpult, hinter ihm hängt die US-amerikanische Flagge.
    US-Präsident Trump bei seiner Rede anlässlich des 11. Septembers im Pentagon. (picture alliance / newscom / ANNABELLE GORDON)

    +++ Die Huthi-Miliz hat nach Angaben der jemenitischen Armee alle vier Inseln in der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab erobert.

    Die Meerenge liegt zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer. Beide sind Teil einer wichtigen Schifffahrtsroute vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean. Mit den jüngsten Vorstößen kontrollieren die Huthi nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen. Nach der Einnahme der Inseln bekräftigte die Miliz eine von ihr ausgerufene Seeblockade gegen saudi-arabische Schiffe in dem Gebiet. Die international anerkannte jemenitische Regierung reagierte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur mit Luftangriffen auf Huthi-Kämpfer am Hafen und dem Flughafen von Mokka.

    +++ In den USA ist Diesel derzeit so teuer wie noch nie.

    Nach Angaben des Automobilverbands AAA kostet eine Gallone mit rund 3,8 Litern mehr als sechs Dollar. Laut dem Marktanalyseportal Gasbuddy ist die Gallone damit etwa 2,30 Dollar teurer als vor einem Jahr.

    +++ Das Auswärtige Amt hat die jüngste Eskalation durch die Huthi verurteilt.

    Der Iran und seine verbündete Miliz versuchten seit Wochen, die internationale Schifffahrt "in Geiselhaft zu nehmen", sagte ein Ministeriumssprecher. Bei zunehmender Kontrolle der Huthi über diesen Seeweg drohten weitere Einschränkungen von Öllieferungen aus der Region. Nach den jüngsten Vorstößen kontrollieren die Huthi nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen.

    +++ Saudi-Arabien hat Berichten zufolge die kürzlich von der Huthi-Miliz eingenommene Stadt Mokka im Jemen attackiert.

    Ein von den Huthi kontrollierter Sender meldete saudische Angriffe auf den Flughafen der Stadt. Erst gestern waren Kämpfer der Miliz in die jemenitische Hafenstadt am Roten Meer eingerückt.
    Eine Karte des Jemen zeigt den Vormarsch der Huthi.
    Die Huthi haben im Jemen eine Offensive auf das Küstengebiet gestartet. (dpa / dpa-infografik GmbH)

    +++ Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz hat eine Insel in der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab erobert.

    Das melden mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf jemenitische Regierungsvertreter. Die Insel liegt am südlichen Ende der Meerenge zwischen dem Golf von Aden und dem Roten Meer. Sie ist eine der wichtigsten Routen für Rohöl und Kraftstoffe aus der Golfregion, die über den Suezkanal ins Mittelmeer transportiert werden. Der Nationale Verteidigungsrat der jemenitischen Regierung bat um internationale Unterstützung, um den Vormarsch der Miliz zu stoppen.

    Donnerstag, 10. September

    +++ Die USA haben weitere Sanktionen gegen Unterstützer proiranischer Milizen verhängt.

    Das US-Finanzministerium hat laut einer Mitteilung Maßnahmen gegen Organisationen und Einzelpersonen umgesetzt, die die Miliz Kataib Hisbollah und die libanesische Hisbollah unterstützen. Das Ressort von Finanzminister Scott Bessent warf den Gruppierungen vor, den "destabilisierenden Einfluss" des Irans im Nahen Osten zu verstärken und Teheran bei der Umgehung von Sanktionen zu unterstützen. Demnach sind die Organisationen im Irak, im Libanon, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in der Türkei angesiedelt.

    +++ Die Huthi-Miliz hat nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Augenzeugenberichten die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemens eingenommen.

    Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert damit einen wichtigen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres. Die Huthi äußerten sich zunächst nicht. Die mit der Regierung verbündeten Kräfte hätten ihre Waffen und Ausrüstung aus Mokka in ein Gebiet südlich der Stadt verlegt, sagten Militärkreise der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei Teil einer Neuordnung der Truppenstationierung in dem Gebiet nahe der Meerenge Bab al-Mandab. Huthi-nahe Medien und Nutzer sozialer Netzwerke verbreiteten Videos, die Patrouillen der Miliz innerhalb von Mokka zeigen sollen. Die Aufnahmen konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.

    +++ US-Präsident Trump hat auf dem Parteitag der Republikaner erneut eine Drohung an den Iran gerichtet.

    Trump sagte, die USA beobachteten Aktivitäten am Pickaxe Mountain in der Nachbarschaft der schwer beschädigten Urananreicherungsanlage Natanz. Trump sagte, er würde dem Iran raten, keine Dummheiten zu machen, denn man werde sehr hart zuschlagen müssen. Trump droht bereits seit mindestens Mitte Juli mit Angriffen ⁠auf den Pickaxe Mountain.

    +++ Bei nächtlichen Angriffen auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien ‌sind einem Medienbericht zufolge mehrere US-Militärflugzeuge beschädigt worden.

    Das berichtet die CBS-Reporterin Jennifer Jacobs auf der Plattform X. Eine Maschine vom Typ ​A-10 Thunderbolt sei getroffen worden. Des Weiteren seien etwa acht F-15-Kampfjets leicht beschädigt worden. Wie die Reporterin weiter berichtet, sollen die Jets aber bereits wieder im Einsatz sein.

    +++ ​Der Iran könnte die in seinen Besitz gelangte US-Unterwasserdrohne Experten zufolge nachbauen.

    Die ‌US-Marine spricht von einem älteren Modell, das nach einer Fehlfunktion manövrierunfähig im Wasser getrieben habe. Analysten gehen allerdings davon aus, dass iranische Ingenieure die mechanischen Systeme der Drohne vom Typ Dive-LD des Herstellers Anduril analysieren und kopieren werden. Das US-Verteidigungsministerium und das Unternehmen Anduril haben dazu zunächst nicht Stellung genommen.

    +++ ‌Führende Berater ‌im Weißen Haus haben US-Präsident Trump einem Zeitungsbericht zufolge offenbar intern davor ​gewarnt, dass der Konflikt mit dem Iran bis zum Ende seiner Amtszeit andauern könnte.

    Zu den Beratern ‌zählen auch Vizepräsident Vance und Außenminister Rubio, berichtet das "Wall Street ‌Journal" unter Berufung auf US-Regierungskreise.

    Mittwoch, 9. September

    +++ Die Internationale Atomenergiebehörde hat den Iran wegen mangelnder Zusammenarbeit beim UNO-Sicherheitsrat gemeldet.

    Die Behörde kritisierte, dass Inspektoren keinen ausreichenden Zugang zu iranischen Atomanlagen und Uranbeständen erhalten. Es bestehe äußerst dringender Handlungsbedarf. Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, dass die Behörde im Konflikt mit dem Iran das UNO-Gremium einschaltet. Die Resolution wurde von einer Mehrheit der Staaten im Gouverneursrat der Atomenergiebehörde unterstützt. Die iranische Vertretung bezeichnete den Beschluss als voreingenommen und politisch. Auch Russland und China lehnten den Schritt ab, weshalb konkrete Maßnahmen des Sicherheitsrats als unwahrscheinlich gelten.

    +++ Angesichts drohender Versorgungsengpässe hat Irans Präsident Massud Peseschkian einen autofreien Wochentag vorgeschlagen.

    Er forderte in einer Kabinettssitzung "einen Tag pro Woche ohne Auto", wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Der Ansatz müsse bei der Regierung und staatlichen Einrichtungen beginnen, bevor die Bevölkerung dazu aufgerufen werde, erklärte Peseschkian. In dieser Woche hat Irans Regierung die nicht subventionierten Spritpreise verdoppelt. Die ersten 110 Liter tanken Iranerinnen und Iraner mit einer Tankkarte jedoch weiterhin vergünstigt. Ist dieses Kontingent aufgebraucht, greift der reguläre Kraftstoffpreis. 2019 hatte eine Anhebung der Spritpreise noch landesweite Proteste ausgelöst.
    Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments.
    Irans Präsident Peseschkian (Vahid Salemi/AP/dpa)

    +++ Der Iran und die USA haben nach eigenen Angaben wieder gegenseitig Ziele angegriffen und sich mit einer Ausweitung der Attacken gedroht.

    Der Iran beschoss demnach zehn Schiffe nahe ⁠der Straße von Hormus. Zudem feuerte der Iran Raketen auf einen von US-Truppen genutzten Stützpunkt in Jordanien ab. Das für die Region zuständige Regionalkommando des US-Militärs dementierte jedoch Berichte, denen zufolge US-Kriegsschiffe getroffen wurden. Zuvor hatte das US-Militär nach eigener Darstellung fünf iranische Öltanker versenkt. Es war die schwerste Welle gegenseitiger Angriffe auf die Schifffahrt seit Beginn des Krieges Ende Februar.

    +++ Die neuerlichen US-Angriffe auf iranische Tanker und die Reaktion der Revolutionsgarden haben die Rohölpreise wieder in die Höhe getrieben.

    So stieg der Preis für die Referenzsorte Brent zeitweise wieder auf mehr als 100 US-Dollar pro Barrel. Die Einheit entspricht 159 Litern. Zuletzt war der Brent-Preis Mitte Juli kurzzeitig über 100 Dollar gestiegen. Derzeit liegt er aber noch ein gutes Stück unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April nach den ersten amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran erreicht wurde. Experten rechnen nun mit steigenden Kosten für Energie, Tanken und Heizen.
    Die Silhouette eines Förderturms ist vor dem Himmel zu sehen.
    Aufgrund der weiteren militärischen Eskalation am Persischen Golf hat sich Öl verteuert (Symbolbild). (picture alliance / Westend61 / Serjunco)

    +++ Der Iran weitet sein maritimes Sperrgebiet bei der Straße von Hormus ‌aus.

    Das neue Sperrgebiet erstrecke sich von der südiranischen Hafenstadt Tschabahar bis in Teile des Golfs von Oman und des Arabischen Meeres, teilte die Revolutionsgarde mit. Die genauen Koordinaten sollen noch bekanntgegeben werden. Die Ankündigung folgt auf Äußerungen des Sekretärs des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai. Dieser hatte staatlichen Medien zufolge erklärt, der Iran werde in den kommenden Tagen eine Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus einrichten.

    +++ Saudi-Arabien hat nach Angaben der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen mehr als 30 Luftangriffe auf verschiedene Regionen ausgeführt.

    Betroffen gewesen seien die jemenitischen Provinzen Marib, Al-Dschauf, Tais und Hodeida, meldete ein Fernsehsender der Miliz. Von saudiarabischer Seite gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme zu den Angaben der Huthis. Zuvor waren bei Angriffen der Huthi-Miliz auf Ölanlagen im Süden des Königreichs Saudi-Arabien mehr als 70 Menschen verletzt worden. Riad gab kurzzeitig Warnungen für drei an den Jemen grenzende Gebiete heraus. Die Huthis meldeten anschließend saudiarabische Gegenangriffe.

    +++ Die USA haben erneut iranische Tanker angegriffen.

    Das US-Regionalkommando Centcom erklärte auf X, im Golf von Oman und nahe der iranischen Insel Charg seien insgesamt fünf Tanker attackiert und zerstört worden. Die Besatzungen seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen. Weiter hieß es, die Angriffe seien eine Reaktion auf versuchte iranische Raketenattacken auf ein US-Kriegsschiff in den vergangenen zwei Tagen.
    Die Revolutionsgarden teilten ihrerseits mit, als Reaktion auf die neuen US-Angriffe zwei amerikanische Zerstörer und eine US-Militärbasis in Jordanien mit Raketen attackiert zu haben. Die jordanische Regierung bestätigte einen iranischen Angriff mit 20 Raketen. 18 davon seien abgefangen worden und zwei in unbewohntem Gebiet eingeschlagen.

    +++ Jordanien hat den Abschuss von 18 aus dem Iran abgefeuerten Raketen gemeldet.

    Die jordanischen Luftabwehrsysteme hätten "20 ballistische Raketen abgefangen, die auf jordanisches Gebiet abgefeuert wurden", erklärte Jordaniens Armee. Davon seien 18 Raketen "erfolgreich abgefangen und zerstört" worden. Zwei Raketen schlugen demnach in unbewohnten Gebieten ein. Die Raketen stammten demnach aus dem Iran.
    Blick auf zahlreiche Häuser in der Innenstadt Ammans
    Jordanien meldete erneut die Abwehr von Flugkörpern im Zusammenhang mit iranischen Angriffen (Archivbild). (Bernd von Jutrczenka / dpa / Bernd von Jutrczenka)

    Dienstag, 8. September

    +++ Nach Angriffen der Huthi-Miliz im Jemen auf das benachbarte Saudi-Arabien haben die UNO und das Rote Kreuz zur Deeskalation aufgerufen.

    UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte "die grenzüberschreitenden Angriffe der Huthis auf mehrere Ziele im Süden Saudi-Arabiens", wie dessen Sprecher Stéphane Dujarric in New York mitteilte. Die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric, forderte "umgehende Maßnahmen", um die Kämpfe zwischen den Huthi-Kämpfern im Jemen und Saudi-Arabien zu deeskalieren. Eine Fortsetzung der Kämpfe könne "die ohnehin schon verheerende humanitäre Lage, mit der Millionen Menschen in der Region konfrontiert sind, weiter verschlimmern".

    +++ Israel hat wegen Großbritanniens Sanktionen gegen Siedlungen im Westjordanland Gegenmaßnahmen verkündet.

    So werde das britische Konsulat in Jerusalem geschlossen, sagte Außenminister Saar in Jerusalem. Zudem dürfen zwölf britische Politiker und Aktivisten nicht mehr nach Israel einreisen, darunter der frühere Labour-Chef Corbyn. Zuvor hatte Großbritannien ein Verbot für die Einfuhr von Waren aus illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland verkündet. Außenminister Miliband betonte ausdrücklich das Existenzrecht Israels. Es gehe jedoch darum, die Möglichkeit zu einer Zweistaatenlösung am Leben zu erhalten.

    +++ Der israelische Regierungschef Netanjahu steht wegen eines Berichts unter Druck, wonach er vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 gewarnt worden sein soll.

    Die israelische Zeitung "Haaretz" druckte Auszüge aus einem noch nicht veröffentlichten Buch ihrer Reporter. Den Informationen des Blattes zufolge warnte der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Al-Nahjan, den israelischen Ministerpräsidenten anderthalb Wochen vor dem Hamas-Angriff, dass die palästinensische Terrororganisation einen größeren Einsatz plane. Netanjahus Büro bezeichnete den Bericht der Zeitung als Lüge und dementierte, dass er im genannten Zeitraum überhaupt mit Al-Nahjan gesprochen habe.
    Nahaufnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu
    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Archivbild). (Imago / epd / Christian Ditsch)

    +++ Die USA haben ihre Sanktionen gegen den Iran weiter verschärft.

    Das US-Finanzministerium verhängte Strafmaßnahmen gegen alle iranischen Fluggesellschaften, die bisher noch nicht von solchen betroffen waren. Sie richten sich gegen insgesamt 36 iranische Airlines und Unternehmen der Luftfahrtbranche in Ländern wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Türkei, Malaysia und Kasachstan.

    +++ Die iranische Regierung hat nach eigenen Angaben Fortschritte in den Gesprächen mit dem Oman über die Straße von Hormus erzielt.

    Das Außenministerium in Teheran teilte mit, Ressortchef Araghtschi habe seinem japanischen Kollegen Motegi den jüngsten Stand der Gespräche über die Meerenge in einem Telefonat dargelegt. Dabei habe Araghtschi von "erheblichen Fortschritten" berichtet. Erst kürzlich hatten iranischer Vertreter erklärt, ein Abkommen mit dem Oman könne "in den kommenden Tagen" unterzeichnet werden. Bedingung für eine Öffnung der Straße von Hormus sei jedoch, dass die USA auf iranische Forderungen eingingen: darunter die Aufhebung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und ein Ende der Blockade iranischer Häfen.  Der Iran und der Oman grenzen beide an die Straße von Hormus. Sie diskutieren seit Wochen über die künftigen Regelungen für die Schifffahrt in der strategisch für den Welthandel besonders bedeutsame Meerenge.

    +++ Russland hat sich als Vermittler für den Nahen und Mittleren Osten angeboten.

    Man sei bereit, zur Lösung des Konflikts beizutragen, sagte Außenminister Lawrow in Moskau. Er äußerte sich nach einem Treffen mit seinem saudiarabischen Amtskollegen Prinz Faisal bin Farhan al-Saud in Moskau. Letzterer betonte dabei die Bedeutung der Partnerschaft beider Länder. Die ⁠Zusammenarbeit ⁠zwischen Saudi-Arabien und Russland ⁠erstrecke sich über eine Vielzahl politischer und wirtschaftlicher Bereiche. Für eine Stabilisierung der ‌globalen Energiemärkte sei man insbesondere an einer Vertiefung der Kooperation mit Russland für ​das Öl-Bündnis Opec+ interessiert, betonte der Prinz.
    Der russische Außenminister Lawrow bei einer Pressekonferenz in seinem Amtssitz
    Russlands Außenminister Sergej Lawrow (Archivbild). (picture alliance / dpa / TASS / Alexander Shcherbak)

    +++ In Saudi-Arabien sind durch Angriffe der Huthi-Rebellen mehr als 70 Menschen verletzt worden.

    Die saudischen Behörden teilten mit, die Huthi hätten zivile und wirtschaftliche Einrichtungen in verschiedenen Städten angegriffen. Die Rede war von einer "ernsten Eskalation" und einer "eklatanten Verletzung der Souveränität" Saudi-Arabiens. Die Koalition werde "alle notwendigen operativen Maßnahmen ergreifen", um die "terroristische Huthi-Miliz" mit größter Entschlossenheit abzuschrecken, sagte er.
    Die Huthi-Miliz selbst drohten unterdessen noch weitere Schläge auf Saudi-Arabien an. Eine kommende große Militäraktion werde tief in saudisches Gebiet hineinreichen, erklärte ein Sprecher der im Jemen ansässigen Gruppe. Die Huthis gelten als stärkste verbliebene pro-iranische Miliz, seitdem Israels Armee die Hisbollah im Libanon sowie die Hamas im Gazastreifen empfindlich geschwächt hat.

    +++ Die deutschen Gasreserven können die gesetzlichen Füllvorgaben kaum noch erreichen.

    Aus technischer Sicht sei ein Füllstand von 77 Prozent bis zum 1. November machbar, erklärte die Initiative Energien Speichern. Entscheidend sei nun aber, ob die Speicherkkunden ihre gebuchten Kapazitäten tatsächlich befüllten - und ob dies schnell genug geschehe. Der Bund verpflichtet Betreiber per Gesetz, ihre Gasspeicher bis zum 1. November auf mindestens 80 Prozent zu befüllen. Aktuell sind es laut Initiative erst 54,5 Prozent; vor einem Jahr lag der Füllstand bereits bei 71 Prozent. Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) lehnt staatliche Eingriffe bislang ab.
    Aufnahme aus dem Gasspeicher Haidach: Ein Rohr mit Aufschrift "Erdgas"
    Die deutschen Gasreserven reichen derzeit kaum aus, um die vorgeschriebenen Füllstände zu erreichen (Symbolbild). (picture alliance / Sven Simon / Frank Hoermann)

    +++ Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist zuletzt weiter leicht zurückgegangen.

    Am Montag passierten sieben Schiffe die Meerenge vor Irans Küste, wie aus Daten des Branchendiensts Kpler hervorging. Am Sonntag waren es demnach acht Schiffe gewesen. In der Meerenge Bab al-Mandab nahm der Verkehr hingegen von 17 auf 29 Schiffspassagen zu. Die Meerenge zwischen Dschibuti und Jemen verbindet den Golf von Aden mit dem Indischen Ozean und gilt zumindest für Güter, die zuvor über den Landweg durch Saudi-Arabien transportiert werden können, als Ausweichroute für die Straße von Hormus.

    Montag, 7. September

    +++ Vor dem Internationalen Gerichtshof hat Deutschland seine Rüstungsexporte nach Israel verteidigt.

    Eine deutsche Vertreterin sagte zu Beginn einer Anhörung in Den Haag, die Exporte seien mit internationalem Recht vereinbar, da alle deutschen Rüstungsexporte strengen Prüfverfahren unterlägen. Diese seien strikter als internationale Regelungen. Die deutsche Rechtsvertreterin wies Anschuldigungen, Deutschland leiste "Beihilfe zum Völkermord", als haltlos zurück.
    Der Vorwurf stammt aus Nicaragua. Das Regierung des mittelamerikanischen Landes hat Deutschland in Den Haag verklagt. Das autoritäre Regime begründete das damit, dass deutsche Rüstungsexporte die Genozid-Konvention verletzten, da sie von Israel für Angriffe im Gazastreifen genutzt worden seien. 

    +++ ​Bei erneuten israelischen Luftangriffen im Südlibanon hat es nach libanesischen Angaben mindestens zwölf Tote gegeben.

    Laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurde in dem Ort Kfar Rumman ein Wohngebäude von einem Kampfflugzeug beschossen. Zudem sei ein Fahrzeug von einer Drohne getroffen worden. Die israelische Armee erklärte, die Angriffe seien eine Vergeltung für Drohnenattacken der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz auf im Südlibanon stationierte Soldaten Israels. Der libanesische Präsident Aoun sprach von einer gefährlichen Eskalation und rief die USA und die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf.

    +++ Bei einem Angriff auf ein Dorf im Westjordanland haben israelische Siedler nach palästinensischen Angaben einen Mann getötet.

    Nach Angaben des Rettungsdienstes Roter Halbmond wurden zwei weitere Menschen durch Schüsse in dem Ort Hadscha verletzt. Die israelischen Extremisten waren nach Angaben von Augenzeugen am Abend in den Ort eingedrungen und hatten das Feuer auf Einwohner eröffnet. Israels Armee teilte mit, Soldaten seien in den Ort wegen gewaltsamer Auseinandersetzungen entsandt worden. Der Vorfall werde untersucht. Das israelische Militär tötete zudem nach eigenen Angaben einen mutmaßlich palästinensischen Angreifer im Norden des Westjordanlands. Der Mann habe am Morgen einen israelischen Siedler mit einem Messer angegriffen und sei dann geflüchtet, so das israelische Militär. Er sei schließlich gefunden worden und habe dabei versucht, auch auf Soldaten einzustechen. Ein Kommandeur der israelischen Armee habe ihn daraufhin erschossen.
    Gestern war bekannt geworden, dass Israels Ministerpräsident Netanjahu die Räumung von nicht genehmigten Siedler-Außenposten im Westjordanland angeordnet hat. Die Anordnung betrifft laut israelischen Medien rund 100 Siedlungen, die ohne offizielle Genehmigung des israelischen Staates errichtet wurden.

    +++ Der Ölpreis ist zum Wochenauftakt weiter gestiegen.

    Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI legten in der Spitze um 1,3 Prozent auf 97,53 beziehungsweise 92,71 US-Dollar je Fass zu. Das ist Fachleuten zufolge auf eine Furcht an den Märkten vor einer längerfristigen Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Nahen Osten zurückzuführen. Nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran auf Tanker ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Mai eingebrochen. In den vergangenen ‌zehn Tagen passierten im Durchschnitt nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge, wie aus Daten des Analyseunternehmens ​Kpler hervorgeht.

    +++ Der Iran will nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus eine "Sperrzone" einrichten.

    Eine solche Sperrzone werde in den kommenden Tagen verkündet, sagte der Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Resaei, im iranischen Staatsfernsehen. Die Zone beginne an der "Blockadelinie der US-Marine" und umfasse Gebiete des Persischen Golfs, führte er aus. "Jedes Schiff, das in diese neue Zone einfährt, wird auf eine Sanktionsliste gesetzt."
    Schiffe auf dem Meer in der Straße von Hormus
    Schiffe passieren die Straße von Hormus (Archivbild). (IMAGO / Xinhua)
    Teheran hat die für den Welthandel enorm wichtige Meerenge weitgehend blockiert, im Gegenzug verhängten die USA eine Seeblockade iranischer Häfen. Die Ölpreise zogen weltweit an. Der Iran hat aufgrund der US-Seeblockade mit Schwierigkeiten beim Ölimport zu kämpfen. Am Sonntag kündigte Teheran eine Erhöhung der Kraftstoffpreise für Großverbraucher an.

    Sonntag, 6. September

    +++ Israel hat erneut Ziele im Süden des Libanon angegriffen.

    Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei vier Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Die israelische Armee hatte zuvor Drohnen-Angriffe der Hisbollah auf ihre Soldaten gemeldet. In einer auf Arabisch verfassten Mitteilung forderte die Armee die Bewohner von Arab Salim auf, sie sollten ihre Stadt wegen unmittelbar bevorstehender Angriffe verlassen.

    +++ Der US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ist nach fünf Tagen in Thailand wieder auf See.

    Die 5000 Matrosen und Marinesoldaten durften nach fast zehn Monaten auf See ein paar Tage lang in der bei Touristen beliebten Stadt Pattaya an Land gehen. Nach Angaben der thailändischen Polizei verlief der Aufenthalt ohne größere Zwischenfälle. Der Bürgermeister von Pattaya schätzt die Einnahmen für die Stadt auf rund drei Millionen US-Dollar. Der Flugzeugträger war in die Schlagzeilen geraten, nachdem US-Medien berichtet hatten, dass die Besatzung unter einem Mangel an Lebensmitteln, defekten sanitären Anlagen und fehlenden Hygiene-Artikeln litt. Es habe eine große psychische Belastung für die Besatzungsmitglieder und sogar Suizidversuche gegeben, hieß es in den Berichten.

    +++ Im Golf von Oman ist nach amerikanischen Angaben ein vom US-Militär angegriffener iranischer Öltanker gesunken.

    Das teilte das zuständige Regionalkommando Centcom in der Nacht auf der Online-Plattform X mit. Der Tanker sei zum Zeitpunkt der Attacke nicht mit Öl beladen gewesen, hieß es. Das US-Militär hatte bereits zuvor mitgeteilt, insgesamt drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Dies wurde als Reaktion auf einen iranischen Angriff dargestellt. Die Revolutionsgarden hätten mit ballistischen Raketen auf zwei amerikanische Kriegsschiffe gefeuert, die in den Gewässern patrouillierten. Diese hätten jedoch ausweichen können. In iranischen Medienberichten hieß es dagegen, die US-Schiffe seien dadurch zur Flucht gezwungen worden.

    Samstag, 5. September

    +++ Die US-Streitkräfte haben den Angriff auf drei iranische Öltanker im Persischen Golf und im Golf von Oman bestätigt.

    Das zuständige Regionalkommando Centcom teilte mit, man habe damit auf einen Angriff der iranischen Revolutionsgarden mit ballistischen Raketen auf zwei amerikanische Kriegsschiffe reagiert, die in den Gewässern patrouillierten. Diese hätten den Geschossen ausweichen können.

    +++ Iranischen Medien zufolge haben US-Streitkräfte einen iranischen Tanker im Persischen Golf angegriffen.

    ​Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, dass der Tanker im Ankerbereich nahe der wichtigen Ölexport-Insel Khark von vier US-Raketen getroffen worden sei. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Offizielle Stellungnahmen des Iran oder des US-Militärs lagen zunächst nicht vor. Die Insel Kharg liegt etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt im Norden des Persischen Golfs. Über das dort befindliche Öl-Terminal wird fast der gesamte iranische Rohölexport abgewickelt. Das US-Militär hat ​die Insel in der Vergangenheit mehrmals ‌beschossen und nach eigenen Angaben Militäreinrichtungen ins Visier genommen.

    Freitag, 4. September

    +++ Die US-Regierung hat Sanktionen gegen die türkische Golden Global Bank verhängt.

    Die Bank und ihre Tochtergesellschaften seien gegründet worden, damit der Iran Öleinnahmen aus China in die Türkei transferieren könne, wo sie dann in Bargeld und Gold umgewandelt werden könnten, teilte das US-Finanzministerium mit. Außerdem habe sie iranischen Banken Finanzdienstleistungen angeboten, die die USA sanktioniert hätten.

    +++ Südkorea erwägt nach eigenen Angaben eine Beteiligung an den Sicherheitsbemühungen der USA in der Straße von Hormus.

    Es sei aber noch nichts entschieden worden, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes vor Journalisten. Die militärische Einsatzbereitschaft dürfe dadurch nicht beeinträchtigt werden. - Auf der koreanischen Halbinsel haben die Spannungen zwischen dem Süden und dem Norden zuletzt zugenommen. Die Äußerungen erfolgten einen Tag, nachdem es in Medienberichten geheißen hatte, die südkoreanische Regierung tendiere dazu, Truppen in die Straße von Hormus zu entsenden. US-Präsident Trump wirft den Verbündeten seines Landes immer wieder vor, ihn bei der Absicherung der Schifffahrt in der Meerenge nicht ausreichend zu unterstützen.

    +++ Die USA untersuchen nach Angaben von Vizepräsident den Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Iran.

    Vance äußerte sich in Washington zugleich "äußerst skeptisch" über die Angaben aus Teheran zu dem Vorfall. Die iranischen Staatsmedien seien "kein besonders verlässlicher Chronist" in dem Konflikt, sagte der Vizepräsident im Weißen Haus. Der Iran hatte die USA für den Angriff am späten Dienstagabend verantwortlich gemacht, bei dem mindestens vier Menschen getötet und 68 weitere verletzt worden sein sollen. Behördenvertreter in Teheran sprachen von einem "Kriegsverbrechen". Die iranischen Revolutionsgarden drohten den USA mit Vergeltung. 

    Donnerstag, 3. September

    +++ Die israelische Regierung strebt immer noch den Sturz der iranischen Führung an.

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von der "wichtigsten Aufgabe, die noch vor uns liegt". Er sei fest überzeugt, dass dies möglich sei, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros bei einem Treffen im Militärhauptquartier in Tel Aviv. Diese Aufgabe "liegt in unserer Reichweite".

    +++ Bei den jüngsten US-amerikanischen Angriffen sind nach iranischen Angaben sechs Angehörige der Marine getötet worden.

    Wie die iranische Presseangentur Tasnim mitteilte, starben sie bei den Angriffen vom 1. September. Wo genau sie getötet wurden, wurde nicht angegeben. Die US-Streitkräfte hatten an dem Tag mehrere Ziele ins Visier genommen.

    +++ Der Iran hat erneut Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate aus der Luft angegriffen.

    Laut den kuwaitischen Behörden konnten alle Raketen und Drohnen abgewehrt werden. Die Attacken richteten sich nach Angaben des iranischen staatlichen Rundfunksenders Irib gegen Stützpunkte der US-Armee in dem Land. Kuwait war wie auch Jordanien und Bahrain erst in der Nacht zum Mittwoch Ziel iranischer Luftangriffe gewesen. Zuvor hatte das US-Militär nach eigenen Angaben Militäreinrichtungen im Iran attackiert. In den Emiraten sind nach Angaben aus dem Iran Radarsysteme der US-Armee auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Minhad beschossen worden.

    +++ In Deutschland ist der Preis für Benzin der Sorte E10 infolge der neuen Angriffe im Irankrieg auf einen Höchststand gestiegen.

    Nach Angaben des ADAC lag er gestern im bundesweiten Tagesdurchschnitt bei 2,21 Euro. Der bisherige Höchststand hatte im März 2,20 Euro betragen. Es handelt sich allerdings um einen nominellen Preisrekord. Inflationsbereinigt war Benzin in den vergangenen Jahren schon teurer als heute. E10 ist die günstigste gängige Benzinsorte in Deutschland und in der Regel um fünf bis sechs Cent billiger als Super E5.

    Mittwoch, 2. September

    +++ Zwei Öltanker sind nach iranischen Angaben in der Straße von Hormus auf Seeminen gefahren.

    Die dabei ausgelösten Explosionen und Brände hätten die Besatzungen zum Verlassen der Schiffe gezwungen, berichteten iranische Medien unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Zudem wurden mögliche "Strafmaßnahmen" gegen Reedereien angekündigt, die nach iranischer Darstellung "illegale Routen" nutzen. Die Straße von Hormus ist im Konflikt zwischen dem Iran und den USA von zentraler Bedeutung. Die strategisch wichtige Meerenge zählt zu den wichtigsten Transportwegen für Öl, Erdgas und Düngemittel weltweit.

    +++ Pakistan hat sich besorgt über die Eskalation zwischen den USA und dem Iran geäußert und hält nach eigenen Angaben weiterhin Kontakt zu beiden Seiten.

    Die pakistanische Führung sei zuversichtlich, dass beide Länder „zum Dialog an den Verhandlungstisch zurückkehren werden“, sagte Außenministeriumssprecher Andrabi. Er verwies zudem auf den Besuch des pakistanischen Verteidigungsministers Munir in Teheran im vergangenen Monat. Dieser habe der Frage der Straße von Hormus "erhebliche Dynamik" verliehen.

    +++ Israels Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele der Hisbollah im Südlibanon angegriffen.

    Zuvor habe die vom Iran unterstützte Miliz zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen gegen israelische Soldaten im Gebiet des strategisch wichtigen Hügels Ali al-Taher eingesetzt, erklärte das israelische Militär. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA bestätigte mehrere israelische Angriffe. Angaben zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor. Trotz einer geltenden Waffenruhe werfen sich Israel und die Hisbollah weiterhin gegenseitig Verstöße vor.

    +++ In der iranischen Millionenstadt Maschhad ist ein Autofahrer in eine nächtliche Versammlung von Regierungsanhängern gerast.

    Nach übereinstimmenden iranischen Medienberichten kamen dabei vier Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Die Ursache des Vorfalls war zunächst unklar. Staatsmedien berichteten von einem Unfall. Der Fahrer habe sich "nicht in einem normalen Zustand" befunden und die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Er wurde demnach festgenommen. In sozialen Medien wurde hingegen über eine gezielte Tat gegen Regierungsanhänger und Militärangehörige spekuliert.

    +++ Die USA und der Iran haben sich erneut gegenseitig angegriffen.

    Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen. Die Behörden im Iran sprachen von insgesamt elf Todesopfern und mehreren Verletzten. Der Iran griff seinerseits erneut die Golfstaaten Jordanien, Kuwait und Bahrain mit Raketen und Drohnen an. Die Länder sind mit Washington verbündet, und es gibt dort US-Militärstützpunkte. Über mögliche Schäden oder Opfer ist noch nichts bekannt.

    +++ Der US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ist nach einem langen Einsatz im Nahen Osten im thailändischen Hafen Laem Chabang eingetroffen.

    Das Schiff mit rund 5.000 Soldaten hatte den US-Einsatz gegen den Iran unterstützt und war mehr als 250 Tage ohne Unterbrechung auf See. Zuletzt waren Berichte über eine Belastung der Besatzung aufgekommen. Medien zufolge gab es Sorgen wegen einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Crewmitgliedern sowie Engpässe bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Die "USS Abraham Lincoln" war im August von dem ebenfalls in Asien stationierten Flugzeugträger "USS George Washington" im Nahen Osten abgelöst worden.
    Der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln mit einem Begleitschiff auf hoher See, darüber fliegen mehrere Hubschrauber
    Der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln mit einem Begleitschiff (Archivbild). (AFP / JASON WAITE / US Navy Office of Information)

    Dienstag, 1. September

    +++ Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtet von einer Explosion in Asaluyeh an der Golfküste.

    Dort befindet sich ein wichtiger Gasknotenpunkt. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarde wurde mit den Worten zitiert, die USA würden den jüngsten Angriff noch bereuen.

    +++ Die USA haben nach eigener Aussage erneut den Iran angegriffen.

    US-Präsident Trump teilte mit, es seien Ziele nahe der Straße von Hormus attackiert worden. Er warnte den Iran vor einem Gegenschlag. Hintergrund sollen demnach versuchte Attacken der iranischen Führung gegen den Schiffsverkehr in der Meerenge sein.

    +++ Der Iran ist nach den Worten von Präsident Massud Peseschkian bereit zur Erfüllung seiner Verpflichtungen aus der Vereinbarung vom Juni mit den USA, wenn die Vereinigten Staaten dies ebenfalls tun.

    "Sollten die Vereinigten Staaten zu ihren Verpflichtungen aus der Vereinbarung zurückkehren, wird die Islamische Republik Iran umgehend entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagte Peseschkian nach Angaben der Website des iranischen Präsidialamtes auf einem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit in Kirgistan. Dort wollte sich Peseschkian auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Die Vereinbarung mit den USA hatte darauf abgezielt, die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran zu beenden. Das Abkommen scheiterte später. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, gegen dessen Bestimmungen verstoßen zu haben.

    +++ In der Straße von Hormus ist erneut ein Tanker angegriffen worden.

    Der Frachter sei während der Ausfahrt aus der Meerenge von drei unbekannten Geschossen getroffen worden, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt. Laut der UKMTO ereignete sich der Vorfall rund 30 Kilometer östlich des omanischen Ortes Khasab. Es habe keine Verletzten gegeben. Der Vorfall werde untersucht.

    +++ Der Iran hat offenbar eine Drohne in Richtung der Vereinigten Arabischen Emirate gesteuert.

    Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Abu Dhabi wurde der Flugkörper über den eigenen Hoheitsgewässern abgefangen. Die Emirate bezeichneten den Angriff als gefährliche Eskalation durch den Iran. In der Nacht zu Sonntag hatten die USA nach über einem Monat ohne größere Kampfhandlungen iranische Stellungen auf der Insel Larak angegriffen. Nach Angaben Washingtons bereiteten diese den Einsatz von Minen in der Straße von Hormus vor. Wie bei früheren Angriffen reagierte der Iran mit Beschuss auf US-Srützpunkte in der Region.

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