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StartseiteSternzeitDie Berliner Philharmoniker und ihre Asteroiden11.08.2020

Nicht nur die Planeten von Gustav HolstDie Berliner Philharmoniker und ihre Asteroiden

Das berühmteste "astronomische" Musikstück ist die Suite "Die Planeten" von Gustav Holst. Der englische Komponist vertonte vor rund hundert Jahren die damals bekannten acht Planeten, außer der Erde.

Von Dirk Lorenzen

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Der Asteroid Toutatis könnte einst mit der Erde kollidieren  (Chang'e 2/CAS)
Der Asteroid Toutatis könnte einst mit der Erde kollidieren (Chang'e 2/CAS)

Vor gut 15 Jahren haben die Berliner Philharmoniker um Simon Rattle das Sonnensystem erweitert. Sie vergaben an vier Komponisten den Auftrag, den jeweiligen Lieblingsasteroiden in ein wenige Minuten langes Stück zu fassen. Heraus kamen eindrucksvolle musikalische Werke, die den Kosmos ganz anders erfahrbar machen.

Die Finnin Kaija Saariaho hat sich dem Asteroiden Toutatis gewidmet. Der könnte eines Tages die Erde zerstören und rotiert ziemlich chaotisch entlang zweier Achsen. Es gibt keine klaren Nord- und Südpole und die Sterne laufen am Toutatis-Himmel auf völlig bizarren Bahnen.

Der Zwergplanet Ceres, aufgenommen von der Raumsonde Dawn  (NASA)Marc-Anthony Turnage hat Ceres „vertont“, den ersten entdeckten Asteroiden (NASA)

Der aus Marl stammende Matthias Pintscher hat "Towards Osiris" beigesteuert. Allerdings beschäftigt er sich nicht so sehr mit dem Asteroiden, sondern dessen Namenspatron: Osiris ist der ägyptische Gott des Todes und der Wiedergeburt.

Der Brite Mark-Anthony Turnage hat sich Ceres gewidmet, dem ersten entdeckten Asteroiden und größten Objekt zwischen der Mars- und Jupiterbahn.

Und der australische Musiker Brett Dean hat das sehr bewegende Stück "Komarows Fall" komponiert. Wladimir Komarows Raumschiff stürzte 1967 wie ein Asteroid auf die Erde – zum ersten Mal kam ein Mensch bei einem Raumflug ums Leben.

Gemeinsam mit Holsts "Planeten" bieten diese vier Kompositionen einen ganz anderen sinnlichen Zugang zum All.

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