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StartseiteWirtschaft und GesellschaftNoch mehr Auflösung04.09.2013

Noch mehr Auflösung

Branchenverband Bitkom im Vorfeld der IFA

Ultra HD statt einfach nur HD - für die in einer Woche startende Internationale Funkausstellung verspricht die Unterhaltungsindustrie noch bessere Bildqualität. Dass der Kunde von immer neuen Geräten mal genug haben könnte, befürchtet der IT-Verband Bitkom nicht.

Von Benjamin Hammer

UHD-Fernseher protzen mit riesigen Bildschirmen. (picture alliance / dpa / Michael Nelson)
UHD-Fernseher protzen mit riesigen Bildschirmen. (picture alliance / dpa / Michael Nelson)
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James Bond im Spielfilm, nur ein paar Sekunden. Wenn es nach der Unterhaltungsindustrie geht, dann könnte schon dieser kurze Filmausschnitt bald deutlich größere Datenmengen verschlingen als bisher. Ultra-HD-TVs haben die vier- oder sogar achtfache Auflösung als HD-Fernseher und sollen die Bilder klarer und brillanter machen.

Schon wieder ein neuer Trend? Schon wieder ein neuer Standard? Und schon wieder ein neuer Fernseher? Michael Schidlack denkt nicht, dass die Kunden genervt sind. Er hat beim IT-Verband Bitkom eine Studie zum Thema geleitet:

"Ich denke, es ist ein ganz normaler Prozess. Wir haben das ja auch bei den Smartphones und Tablets erlebt, dass die Bildqualität besser wird. Das wird vom Kunden gut aufgenommen. Wir denken, dass das auch beim Fernseher eine sinnvolle und auch vernünftige Evolution ist."

Die Fernsehhersteller wollen sich auf der diesjährigen Berliner Funkausstellung selbstbewusst präsentieren - und optimistisch. Aber mit dem Optimismus ist das so eine Sache. Die Studie von BITKOM zeigt nämlich deutlich: Der klassische Fernseher ist auf einem absteigenden Ast. So wird der Umsatz mit den Geräten in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren deutlich zurückgehen - auf fünf Milliarden Euro. Ein Grund für diese Entwicklung könnte sein, dass in den meisten Haushalten mittlerweile ein Flachbildfernseher steht, der Markt also etwas gesättigter ist.

Und noch ein Problem offenbart die Studie für die Fernsehhersteller: Tablets und Smartphones machen den großen Geräten Konkurrenz. Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren, so die Studie, haben 60 Prozent keinen eigenen Fernseher. Und das Gerät der Eltern bleibt auch gerne unangetastet.

"Durch die zunehmende Multifunktionalität der Geräte, Stichwort Smartphone: Mit dem können sie ja filmen, fotografieren, Tonaufnahmen machen, telefonieren - eben alles, wird es natürlich auch zu einer Kanalisierung kommen, eben bei klassischen Produkten. Früher brauchten sie für jede Funktion ein eigenes Gerät. Und das ist heute nicht mehr so."

Insgesamt rechnet die Branche mit weiter steigenden Umsätzen. Insgesamt - das bedeutet, das neben den klassischen Rundfunkgeräten auch Smartphones und Tablets mit eingerechnet werden. Dass die Ultra-HD-Fernseher den Markt bereits in diesem Jahr ankurbeln, das gilt aber als äußerst unwahrscheinlich. Die aktuellen Preise für die neuen Geräte: astronomisch hoch. Zwischen 5000 und 20.000 Euro.

So ein Betrag wäre vielleicht sogar James Bond etwas zu hoch.

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