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Startseite@mediasres"Ein sehr starker Versuch der Einschüchterung"13.11.2019

NPD-Demonstration gegen Journalisten"Ein sehr starker Versuch der Einschüchterung"

Die NPD hat eine Demonstration gegen drei Journalisten angekündigt, die im rechtsextremen Milieu recherchieren. Dieses Vorgehen sei bundesweit einmalig, sagt der Rechtsextremismus-Experte Andreas Speit im Dlf. Es sei Teil einer neuen Einschüchterungsstrategie der rechten Szene.

Andreas Speit im Gespräch mit Antje Allroggen

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Rechtsextreme gehen in Berlin am Bahnhof Spandau über die Straße (dpa)
In Hannover will die NPD gegen drei Journalisten demonstrieren (dpa)
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Die NPD will am 23. November in Hannover gegen die drei Journalisten auf die Straße gehen - die Demonstration soll sich gegen Julian Feldman, David Janzen und André Aden richten, die seit Jahren in rechtsextremen Kreisen recherchieren und über die Szene berichten.

"Dass in den letzten Jahren einzelne Journalistinnen und Journalisten in Szene-Publikationen mit Bild und einer vermeintlichen Vita vorgestellt worden sind, mit dem Hinweis, man sollte die sich mal merken, das ist eine gängige Methode und schon öfter geschehen", so der Autor und Rechtsextremismusexperte Andreas Speit im Gespräch mit @mediasres.

Es werde in letzter Zeit auch immer wieder versucht, das Privatleben von Journalistinnen und Journalisten auszuspionieren, so Speit. Den Versuch einer solchen Demonstration gegen Journalisten habe es bundesweit bislang aber noch nicht gegeben.

"Redaktionen dürfen vor Rechtsstreit nicht zurückschrecken"

"Und das ist ja auch wirklich das 'Neue' an den Anfeindungen gegen Julian Feldmann - dass man jetzt wirklich wegen ihm auf die Straße geht und versucht, an seinem Wohnort Präsenz zu zeigen", so Speit.

Für den Rechtsextremismusexperten sei dies ein sehr starker Versuch der Einschüchterung. Er fürchte, "dass manches Mal Kolleginnen und Kollegen dann doch so ein wenig überlegen: 'Ja, Mensch, muss ich mir das antun, wenn ich über die berichte, wenn das solche Folgen haben könnte?'"

Für den Autoren sei es deshalb wichtig, solidarischer miteinander umzugehen und nicht einzuknicken, wenn sich nach einem Bericht Rechtsextreme beschweren - aus Angst vor einem Rechtsstreit beispielsweise. Hier wünscht sich Speit auch mehr Mut und, dass die Redaktionen auch vor einem Rechtsstreit nicht zurückschrecken.

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