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Olympia 2016Schmutziges Spiel um Rio?

Brasiliens Bundespolizei ermittelt wegen Korruption bei der Wahl des Olympia-Austragungsorts 2016. Nach Erkenntnissen der französischen Justiz, soll der Ex-Präsident des internationalen Leichtathletik-Verbandes drei Tage vor der Wahl Rios zwei Millionen US-Dollar bekommen haben - durch eine brasilianische Firma.

Von Carsten Upadek | 06.09.2017

Ging bei der Olympia-Wahl für 2016 alles mit rechten Dingen zu?
Ging bei der Olympia-Wahl für 2016 alles mit rechten Dingen zu? (imago sportfotodienst)
Laut brasilianischer Staatsanwaltschaft stamme das Schmiergeld vom Unternehmer Arthur Soares, genannt König Arthur. Der habe dafür vom Staat Rio de Janeiro überteuerte öffentliche Aufträge für Olympia-Bauten in Höhe von umgerechnet 800 Millionen Euro erhalten. Genehmigt wurden sie offenbar von Rios ehemaligem Gouverneur, Sergio Cabral. Der soll Rio de Janeiro wie ein Mafiapate geführt haben. Inzwischen sitzt er verurteilt in Haft - mit noch 14 laufenden Prozessen wegen Korruption.
Nuzman als Drahtzieher?
Vermittelt habe den Schmiergeld-Deal Carlos Arthur Nuzman, der Präsident des brasilianischen Olympischen Komitees. Er sei "zentrales Element" der Ermittlungen, so Chef-Ermittlerin Fabiana Schneider. In seinem Haus im noblen Strandviertel Leblon fanden die Ermittler umgerechnet 180.000 Euro in verschiedenen Währungen.
Und sie fanden laut der Zeitung "O Estado de S.Paulo" neben dem brasilianischen- einen russischen Pass, den Nuzman im Gegenzug für seine Stimme für die Spiele in Sotschi 2014 bekommen haben könnte. Beide wurde eingezogen. Damit dürfte er die IOC-Session nächste Woche im peruanischen Lima verpassen.
"Trampolin für Korruption" als Zukunft für Rio
Die Anwälte von Nuzman erklärten die Unschuld ihres Mandanten. In Rio de Janeiro findet sich jedoch kaum ein Infrastruktur-Projekt für die Olympischen Spiele, das nicht Teil von Korruptions-Ermittlungen ist. Staatsanwältin Schneider stellte fest: Bei den Milliarden-Bauprojekten sei es nie um eine Zukunft für Rio gegangen, sondern Zitat um ein "Trampolin für Korruption", also immer mehr Schmiergeld für Politiker, Unternehmer und Funktionäre.