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Olympia 2018Desillusionierte Berichterstattung

Als junger Mensch hätten ihn die Olympischen Spiele noch emotional mitreißen können. "Mittlerweile steht das Politische schon im Mittelpunkt", sagte der Reporter Holger Gertz im Dlf.

Holger Gertz im Gespräch mit Marina Schweizer | 18.02.2018

Die Olympische Flamme in Pyeongchang/Südkorea bei den Winterspielen 2018
Die Olympische Flamme in Pyeongchang/Südkorea bei den Winterspielen 2018 (imago sportfotodienst)
"Bei mir überwiegt die sportpolitische Komponente", gesteht Holger Gertz. Die westliche Sicht auf die Spiele sei inzwischen nicht mehr so unkritisch. Die Dopingdiskussionen seien nicht vom Tisch und wären auch schon vor Olympia zu mächtig gewesen.
"Die Frage, warum die Russen, nachdem es Staatsdoping gegeben hat, hier antreten dürfen, ist natürlich eine Frage, die vieles überlagert." Das "negative Drumherum" läge wie ein Schatten über den Spielen.
Holger Gertz, Sportjournalist der Süddeutschen Zeitung.
Holger Gertz, Sportjournalist der Süddeutschen Zeitung. (imago sportfotodienst)
"Wir haben ein IOC, dessen Ansehen sehr angegriffen ist, das sich herumschlagen muss mit Korruption und dieser Dopingfrage", so Gertz. Jetzt versuche man sich als Teil des Friedensplans zwischen Nord- und Südkorea zu inszenieren. Ihn hätten die Themen Umweltverschmutzung, Korruption und Doping allerdings inzwischen vollkommen desillusioniert.
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.