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Olympia-Verzicht
Reding reist nicht nach Sotschi

Nach Joachim Gauck verzichtet auch Viviane Reding auf eine Reise zu den Olympischen Winterspielen im Februar in Sotschi. Anders als der Bundespräsident benannte die EU-Kommissarin ihre Beweggründe.

10.12.2013
    Viviane Reding
    Viviane Reding (dpa / picture alliance / Nicolas Bouvy)
    Via Twitter erklärte die luxemburgische Politikerin am Montagabend ihre Entscheidung: "Ich werde sicher nicht nach Sotschi fahren, solange Minderheiten auf diese Weise von der derzeitigen russischen Regierung behandelt werden", schrieb die Reding, die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Justiz-Kommissarin ist.
    I will certainly not go to Sotchi as long as minorities are treated the way they are under the current Russian legislation— Viviane Reding (@VivianeRedingEU) December 9, 2013
    "Eine sehr gute Entscheidung", "Respekt", "Gute Einstellung" - im Minutentakt wird ihre Entscheidung seitdem auf dem Kurznachrichtendienst kommentiert - überwiegend positiv. Und fast alle User verweisen in ihren Tweets auf Joachim Gauck.
    Gauck bestätigt, begründet aber nicht
    Das Bundespräsidialamt hatte am Wochenende einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bestätigt, dass der 73-Jährige nicht nach Sotschi fahren werde. Gründe wurden allerdings nicht genannt. Für seine Entscheidung erntete Gauck Lob und Kritik.
    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) mochte die Verzichtsankündigung des Bundespräsidenten nicht bewerten. "Die Einladung von Staatsoberhäuptern bei Olympischen Spielen erfolgt ausschließlich durch die Gastgeberländer. Schon deshalb verbietet sich jeder Kommentar des IOC", sagte IOC-Präsident Thomas Bach.
    Moskau schweigt

    Russische Medien werteten Gaucks Ankündigung am Montag als "Boykott". Dieser protestiere mit seiner Entscheidung gegen die "Verletzung der Menschenrechte in Russland", schrieb die Sportinformationsseite "Segodnja". Die russische Regierung reagierte nicht öffentlich.
    Joachim Gauck
    Joachim Gauck (picture alliance / dpa / Friso Gentsch)
    Russland steht international wegen Menschenrechtsverletzungen sowie eines harten Anti-Homosexuellen-Gesetzes in der Kritik. Bürgerrechtler riefen Sportler und Politiker wiederholt zu einem Boykott des Sportereignisses auf, um ein Zeichen gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin zu setzen.