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StartseiteCampus & KarriereVirtuelle Hochschule Bayern wird offen für alle15.07.2019

Online-VorlesungenVirtuelle Hochschule Bayern wird offen für alle

Vorlesungen und Kurse per Internet: Bislang war die "Virtuelle Hochschule Bayern" ein Angebot nur für Studierende der bayerischen Universitäten. Das neue Programm "Open vhb" steht nun allen Interessierten offen - zur Weiterbildung oder auch als Entscheidungshilfe bei der Studienfachwahl.

Von Susanne Lettenbauer

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Vogelperspektive auf eine junge Frau, die vor ihren Schulunterlagen sitzt und lernt, wobei ein Laptop und Tablet in Griffnähe sind. (imago / Westend61)
OPEN vhb bietet Lernmaterial auf Hochschulniveau - nicht zuletzt, um Fake News und Halbwissen aus dem Internet etwas entgegenzusetzen (imago / Westend61)
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OPEN vhb Das neue Kursangebot der Virtuellen Hochschule Bayern

"Open.vhb.org. Online. Offen. Kostenfrei. Flexibel. Für alle."

Normalerweise hört die 19-jährige Schülerin Lisa Merkner ihren Lehrern noch ganz traditionell im Klassenzimmer zu. Offline. Themen, die sie nicht immer interessieren. Ab September will sie studieren. Nur was genau? Sie schwankt zwischen Biologie und BWL, aber vielleicht studiert sie doch etwas ganz anderes?

"Hier gibt es sogar Kurse, die gar nichts mit irgendwelchen Unifächern zu tun haben: ‚DJ-ing‘, ‚Skillmanagement and the Secret of Personal Branding‘. ‚Erfolgreich die Zukunft planen und managen‘."

Kurs-Vorschau auch ohne Anmeldung

Einfach mal durchklicken durch das neue Angebot. "Open vhb" der Virtuellen Hochschule Bayern findet die Schülerin schon recht interessant. Um die einzelnen Kurse zu sehen, muss man sich noch nicht extra einloggen, sondern bekommt bereits einen ersten Eindruck von den Inhalten:

"Man hat sogar richtige Professoren und auch die Kontaktdaten und alles, um den Leuten dann auch zu schreiben und hat eigentlich kompletten Zugriff von Zuhause vom Computer aus auf ganze Vorlesungen und ganze Semester voller Inhalte. Schon cool. Und dann kriegt man auch eine Teilnahmebestätigung, das kann man dann vielleicht auch irgendwann mal einführen als Weiterbildung für berufstätige Menschen."

Themen sind breit gestreut

21 Kurse bietet die Virtuelle Hochschule Bayern zum Start ihres offenen Programms an, mehr sollen folgen. Mit dabei sind die Universitäten Passau, Bamberg, Erlangen-Nürnberg, Regensburg und auch die Eliteschmiede Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Themen sind breit gestreut: Von der OTH Amberg-Weiden referiert Prof. Dr. med. habil. Stefan Sesselmann über "Orthopädie - Hinter den Kulissen". Kurssprache: Deutsch, Wissensgebiet: Medizin, durchschnittlicher Arbeitsaufwand: 15 Stunden, Kursbeginn: 01.10.19.

Professor Hanjo Allinger von der Technischen Hochschule Deggendorf bietet eine Einführung in "Public Economics" an:

"Ladies and Gentlemen, welcome to Public Economics. This is your first lecture in Public Economics and first of all I would like to introduce you a bit in the material."

Martin Wirsing, Vizepräsident der Ludwig-Maximilian-Universität München und Vorsitzender der Programmkommission, erklärt das neue Angebot:

"In der Programmatik ist uns wichtig die Breite. Wir wollen einerseits ansprechen die Schüler im Übergang in die Hochschule und andererseits auch die ansprechen, die im Beruf sich weiterbilden wollen, die den Beruf wechseln wollen, dass sie da qualitativ hochwertige Angebote bekommen auf Hochschulniveau."

Interessant auch für ausländische Studierende

Man wende sich auch an ausländische Studierende, die beabsichtigen, eine deutsche Universität zu besuchen und sich nicht sicher sind, ob die Sprachkenntnisse schon ausreichen, ergänzt Godehardt Ruppert, Chef der VHB und Präsident der Universität Bamberg. Ganz wichtig sei ihm in Zeiten von Fake News und schlechtem Halbwissen die Einbindung von Kursen der Politikwissenschaftler und Soziologen zu aktuellen Fragen der Weltpolitik:

"Politikwissenschaft und Soziologie sind zum Teil schon drin, sollen aber ausgebaut werden. Bei einer Verbreitung von Fakten, die keine Fakten sind, sondern nur als Fakten rausgegeben werden, braucht man ein vertieftes Verständnis, da brauche ich nicht nur Wikipedia, wo ich eine einzelne Information bekomme, sondern indem ich einen Kurs ansetze, indem ich auch in der Lage bin, über die Teilhabe an dem Kurs bestimmte Prozesse selber mitzumachen, und zwar gemeinsam mit den anderen, die in dem Kurs drin sind, deswegen sind die Kurse mit Chatrooms verbunden, wo die Teilnehmenden dann auch untereinander in Interaktion treten können."

Für die Professoren und Dozenten sei der Auftritt im Übrigen eine gute digitale Visitenkarte, meinen die Hochschulen der Angewandten Wissenschaften. So könne man Studieninteressenten schon vor Studienbeginn besser für ein Fach interessieren, motivieren und begeistern und die Abbrecherquote eventuell senken.

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