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StartseiteKonzertdokument der WocheAmerika trifft Skandinavien26.05.2019

Osmo Vänska dirigiert das DSOAmerika trifft Skandinavien

Musikalische Grenzgänger und Grenzensprenger treffen beim Konzert des Deutschen Symphonieorchesters-Berlin aufeinander. Der finnische Dirigent Osmo Vänskä kombiniert Sinfonik seines Landsmanns Jean Sibelius mit Werken von Barber und Copland. Dazu kommt mit Martin Fröst einer der großen Klarinettenvirtuosen der Gegenwart.

Am Mikrofon: Uwe Friedrich

Der Dirigent Osmo Vänskä (Kaapo Kamu/DSO Berlin)
"Möchte dem Komponisten so treu wie möglich sein": der finnische Dirigent Osmo Vänskä (Kaapo Kamu/DSO Berlin)
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Obwohl Samuel Barbers erste Sinfonie zweifellos zu den Meisterwerken der Gattung gehört, wird sie noch immer selten von europäischen Orchestern aufgeführt. In den 1930er Jahren suchten die US-Komponisten noch nach einer spezifisch nordamerikanischen Tonsprache. Emotional und doch direkt verständlich sollten die neuen Werke sein. Dass Barber ebenso wie Aaron Copland die Grenze zwischen Hochkultur und Unterhaltungskunst nicht gelten lassen wollten, hat den europäischen Argwohn gegenüber diesen Werken sicher noch befördert. Copland schrieb sein Klarinettenkonzert für den Jazz-Klarinettisten und Bandleader Benny Goodman, der wegen der hohen technischen Anforderungen jedoch zögerte, das Werk 1948 uraufzuführen. Der durchschlagende Erfolg etablierte das Werk aber umgehend als eines der wichtigsten Werke der Gattung. Ebenso umstritten wie Barber und Copland war auch Jean Sibelius auf seiner Suche nach einer modernen Form der Sinfonie. In seinem vierten Versuch wagte er harmonische Experimente, wie er sie weder zuvor noch danach unternahm. Das zeitgenössische Publikum reagierte mit Unverständnis, inzwischen gilt die Vierte jedoch als eines seiner unumstrittenen Meisterwerke.

Samuel Barber
Sinfonie Nr. 1

Aaron Copland
Konzert für Klarinette und Streichorchester

Jean Sibelius
Sinfonie Nr. 4 a-Moll

Martin Fröst, Klarinette
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Osmo Vänskä

Aufnahme vom 19.5.2019 aus der Philharmonie Berlin

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