PalmyraUNO: Baal-Tempel zerstört

Die Vereinten Nationen haben bestätigt, dass die Terrormiliz Islamischer Staat in der antiken syrischen Stadt Palmyra den Baal-Tempel zerstört hat. Die Stätte gilt als eine der bedeutendsten der Antike. Zuvor hatte der IS schon einen früheren Chefarchäologen enthauptet und einen anderen Tempel gesprengt.

01.09.2015

Der von der IS-Miliz zerstörte Baal-Tempel in der syrischen Ruinenstadt Palmyra im Juli 2014.
Der von der IS-Miliz zerstörte Baal-Tempel in der syrischen Ruinenstadt Palmyra im Juli 2014. (picture alliance / Kyodo / Maxppp)
Die Forschungs- und Ausbildungsinstitut der UNO in Genf teilte mit, dass ein Vergleich alter und aktueller Satellitenbilder die Zerstörung zeige. Auf dem neuen Bild fehlten das Hauptgebäude des Baal-Tempels und eine Säulenreihe in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf einer auf den 27. August datierten Satellitenaufnahme ist eine rechteckige, von Säulen umgebene Anlage noch zu sehen.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte zuvor berichtet, dass Angehörige der IS-Miliz Sprengstoff im Innern des Baal-Tempels zur Explosion gebracht hätten. Durch die Explosion sei der Innenraum zerstört worden. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben lassen sich nicht von unabhängiger Seite bestätigen. Die 2.000 Jahre alte Tempelanlage für den babylonischen Gott Baal ist die größte in Palmyra. Sie gilt zudem als eine der bedeutendsten Stätten der Antike.
IS will weitere Tempel zerstören
Erst vor wenigen Tagen hatten Aktivisten gemeldet, der IS habe in Palmyra den rund 2.000 Jahre alten Tempel Baalschamin gesprengt. Die Dschihadisten sehen in den antiken Relikten Symbole, die Götzendienst und Abfall vom Glauben begünstigen. Der IS hat zudem den 81 Jahre alten früheren Chefarchäologen der antiken Stätte, Khaled al-Assaad, enthauptet.
Der IS hatte Palmyra im Mai eingenommen. Die Miliz kündigte an, weitere Tempel und andere einzigartige Altertümer zu zerstören. Es gehe weiter bis zum letzten Gebäude, zitierte die syrische Oppositionsseite Masar Press einen Anhänger der Extremisten.
(hba/jcs)