Neue Enzyklika
Papst Leo will strengere Regeln für KI - besonders bei autonomen Waffen

Papst Leo XIV. verlangt in einem Lehrschreiben strengere Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. In seiner ersten Enzyklika betont Leo, der Einsatz von KI müsse von klaren Kriterien und wirksamen Kontrollen begleitet werden. Das gelte insbesondere, wenn es um öffentliche Güter und Grundrechte gehe.

    Das Bild zeigt eine Porträtaufnahme des Papstes. Er trägt ein weißes Gewand und die für den Papst typische Kopfbedeckung.
    Papst Leo bei der Vorstellung seiner Enzyklika im Vatikan (AFP / ALBERTO PIZZOLI)
    KI-Systeme müssten auf Moral und menschliche Werte ausgerichtet werden, heißt es. Besonders kritisch sieht der Papst KI-gestützte autonome Waffensysteme. Es sei nicht zulässig, tödliche oder irreversible Entscheidungen künstlichen Systemen anzuvertrauen.
    Außerdem bat Leo um Entschuldigung für den Umgang des Heiligen Stuhls mit der Sklaverei in der Vergangenheit. Es sei eine Wunde in der christlichen Erinnerung, dass die Kirche Sklaverei legitimiert und nie verurteilt habe, heißt es. Der Pontifex betont seine tiefe Trauer angesichts des unermesslichen Leids durch die Demütigungen.
    Auch kritisiert er neue Formen der Sklaverei und des Kolonialismus, wie die Förderung von Rohstoffen, die für KI-Systeme benötigt werden. Es ist das erste Mal, dass ein Papst sich dafür entschuldigt, den europäischen Herrschern die Versklavung Ungläubiger erlaubt zu haben. Frühere Päpste baten lediglich für die Beteiligung von Christen am Sklavenhandel um Entschuldigung.
    Leo war als erster Papst bei der Präsentation seiner Enzyklika selbst anwesend. Die Lehrschreiben gelten als Regierungserklärung und prägen die Haltung der römisch-katholischen Kirche zu einem Thema.

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    Diese Nachricht wurde am 25.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.