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StartseiteDeutschland heute"Die sollen nicht den schön beleuchteten Dom als Kulisse haben"05.01.2015

Pegida-Demonstration"Die sollen nicht den schön beleuchteten Dom als Kulisse haben"

In Köln gehen heute Abend die Lichter aus - zumindest an einigen wichtigen Orten. Die Brücken werden nicht angestrahlt und die Außenbeleuchtung des Doms erlischt um 18.30 Uhr, um ein Zeichen gegen eine Pegida-Demonstration zu setzen. Dompropst Norbert Feldhoff will damit auch Glaubensbrüder- und Schwestern zum Nachdenken bringen.

Norbert Feldhoff im Gespräch mit Sabine Demmer

Dompropst Norbert Feldhoff (picture alliance / dpa / Federico Gambarini)
Dompropst Norbert Feldhoff will ein Zeichen gegen Pegida setzen. (picture alliance / dpa / Federico Gambarini)
Weiterführende Information

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(Deutschlandfunk, Aktuell, 05.01.2015)

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(Deutschlandfunk, Interview mit dem ehemaligen Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma, 03.01.2015)

Anhänger der Pegida-Bewegung, die nach eigener Darstellung gegen eine Islamisierung des Abendlandes protestieren, wollen heute Abend in Köln auf die Straße gehen. "Dass wir vor einer solchen Demonstration nachts die Beleuchtung ausschalten, halten wir für richtig, um nicht den Eindruck zu erwecken, wir würden das unterstützen", sagte Dompropst Norbert Feldhoff im DLF. Die Pegida-Anhänger sollen "nicht durch einen schön beleuchteten Dom eine wunderschöne Kulisse hinter sich haben."

Feldhoff betonte, der Kern der Bewegung sei rassistisch-nationalistisch. Er habe die Sorge, dass viele gutmeinende Katholiken durch ihre Beteiligung an der Demonstration diesen extremen Kern unterstützten. "Insofern soll das Ausschalten der Dom-Beleuchtung auch ein Hinweis sein, nachdenklich zu werden." Er habe für seine Entscheidung überwiegend positive Reaktionen bekommen, einige Katholiken hätten aber sogar mit einem Kirchenaustritt gedroht.

Der Dompropst sagte weiter, gerade Köln sei ein Menschentigel und die türkisch-muslimischen Mitbürger seien hervorragend integriert worden. Er sei sich sicher, dass die breite Bürgerschaft gegen die Pegida-Demonstration sei.

Das vollständige Interview können Sie mindestens fünf Monate lang in unserem Audio-On-Demand-Bereich nachhören.

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