
Nouripour teilte dem Deutschlandfunk mit, ein Regime, das Frauen auspeitschen lässt, sei ein Unrechtsregime. Ausdrücklich bezog sich der Grünen-Politiker auch auf das jüngste Rahmenabkommen zwischen dem Iran und dem USA. Statt dem Regime in Teheran zu einem bizarren Deal zu gratulieren, sollte Bundeskanzler Merz besser klare Worte für "diese inakzeptable und brutale Unterdrückung von Frauen" finden. Im Umgang mit den brutalen Mullahs dürfe es keine Normalität geben.
"Angriff auf Meinungsfreiheit und Frauenrechte"
Amnesty International teilte dem Deutschlandfunk mit, das Urteil sei ein Angriff der Behörden auf die Meinungsfreiheit und die Frauenrechtsbewegung im Iran. Die Organisation "Centre for Human Rights in Iran" mit Sitz in den USA betonte laut dem britischen Guardian, das Urteil zeige die Kluft zwischen der Regimepropaganda und der Realität.
Hintergrund der Strafe ist ein Konzert ohne Publikum im Innenhof einer ehemaligen Karawanserai im Iran im Dezember 2024, das bei Youtube fast drei Millionen Aufrufe erzielte. Dort war die Sängerin in einem schwarzen, schulterfreien Kleid aufgetreten. Die Haar trug sie die ganze Zeit offen.
Der Auftritt stellte einen doppelten Tabubruch dar: Im Iran gelten strike Bekleidungsregeln für Frauen, die durch ein neues Gesetz mit teils drastischen Strafen weiter verschärft werden. Zudem ist es Frauen schon seit der Revolution von 1979 untersagt, in der Öffentlichkeit solo zu singen.
"Vulgäre und unmoralische Inhalte"
Im Beschluss des Gerichts in der Provinz Ghom heißt es, die Sängerin und ihre Musiker hätten "vulgäre und unmoralische Inhalte" online verbreitet. Das Urteil gegen Parastoo Ahmadi und acht Mitglieder ihrer Band und des Produktionsteams umfasst 74 Peitschenhiebe und zwei Jahre Berufs- und Reiseverbot. Gegen die Entscheidung können noch Rechtsmittel eingelegt werden. Die Sängerin und mehrere Musiker waren nach dem Konzert bereits kurzzeitig festgenommen worden.
Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
