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Performance-Konzert "Nirvanas Last""Wir sind alle Kurt Cobain"

Nirvana spielten 1994 ihr allerletztes Konzert in München, bevor Kurt Cobain gestorben ist. Dieser Verbindung widmet sich das Tribute-Performance-Konzert. Damian Rebgetz inszeniert es als bayerischen Heimatliederabend. "Dieser Abend versucht mit diesem Gegensatz zu spielen", sagte er im Dlf.

Damian Rebgetz im Corsogespräch mit Ina Plodroch

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(David Baltzer, Münchner Kammerspiele)
Szene aus "Nirvanas Last" an den Münchner Kammerspielen (David Baltzer, Münchner Kammerspiele)
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"Wir sind Schauspieler", sagte Damian Rebgetz im Dlf. Er hat sich das Performance-Konzert ausgedacht. Die Darsteller und er spielen alle Lieder des letzten Konzerts in genau der gleichen Reihenfolge, aber auf andere Art. "Wir spielen nicht im Stil von Nirvana, nicht im Stil einer Punk- oder Rockband." Ein Teil des Abends habe Playback, ein Teil komme mit Konzertflügel und am Ende spiele ein Orchester. Auf eine Art seien alle Schauspieler Kurt Cobain, aber auch bayerische Referenzen seien dabei.

Nirvana und Orchester

Ein Tribute-Konzert sei eine leicht kapitalistische Geste, findet Damian Rebgetz. Aber auch der Mythos der Band könne auch eine leicht kapitalistische Geste sein. Genau wie der bayerische Heimatliederabend, was die Performance auch sein wolle. "Dann verwenden wir die Musik wie bei Schubert oder Schumann oder wie ein Musical mit Playback", das sei eine ganz andere Art, die Texte zu hören - zumal auf Deutsch.

Es sei eine schwierige Sache, Punkästhetik in den Mainstream zu holen, genau so, wie eine "Nicht-Hochkultur-Sache in einer Instituition der Hochkultur zu spielen. Dieser Abend versucht mit diesem Gegensatz zu spielen".

Im großen Nirvana-Jahr 1991 habe er Nirvana nicht gehört. Die Band sei ihm zu laut, männlich und heterosexuell gewesen. "Ich wollte lieber Mariah Carey oder Madonna hören." Aber später habe er sich doch stärker mit der Band indentifiziert. "Wie sie die Männlichkeits-Idee geändert haben", finde er spannend. Er würde Kurt Cobain auch als Feministen bezeichnen.

Wir haben noch länger mit Damian Rebgetz gesprochen - hören Sie hier die Langfassung des Corsogesprächs

Der Abend zeige "auch die Problematisierung: Was ist das, diese Sache in ein Haus wie die Kammerspiele zu nehmen", diese politische Haltung oder die Subversion? Es sei außerdem ein bayerisches Heimatstück, sagte Rebgetz: "Weil das als Kritik an dieser Idee von der bayerischen Heimat gesehen werden kann, genau wie Nirvana als Mainstream-Popgruppe statt als politische Punkband."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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