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StartseiteCorsoEin Ding ohne Denker 05.07.2018

"Philosophie der Maschine"Ein Ding ohne Denker

"Im Grunde sind wir heutzutage alle Cyborgs, wir haben es nur nicht gemerkt", sagte der Kulturtheoretiker Martin Burckhardt im Dlf. In seinem neuen Buch beleuchtet er Bedeutung und Erscheinungsformen der Maschine im digitalen Zeitalter – und prognostiziert eine gesellschaftliche Krise.

Martin Burckhardt im Corsogespräch mit Christoph Reimann

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( kallejipp | photocase.de )
Werden Menschen und Maschinen bald nicht mehr voneinander zu unterscheiden sein? ( kallejipp | photocase.de )
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"Die Maschinen werden leiser, sie werden kleiner, und sie werden körperlos", erzählt der Kulturtheoretiker Martin Burkhardt. Mit unseren ursprünglichen Vorstellungen von Maschinen, die rattern, fauchen, habe die Maschine im digitalen Zeitalter wenig zu tun. Daher stelle sich die ganz grundsätzlich die Frage, was eine Maschine ist, so Burckhardt.

Philosophische Anhaltspunkte lieferten etwa Descartes' Räderwerk-Automaten. Nur käme der französische Denker aus dem 17. Jahrhundert mit seinen Betrachtungen rund 500 Jahre zu spät, so Burckhardt. Bei der Maschine handele es sich deshalb um ein "Ding ohne Denker". Die Maschine gehe der Philosophie voraus.

Entwicklungen unter der Wahrnehmungsschwelle

Revolutionär an der Gegenwart sei, dass wir einem Arbeitsspeicher gegenüberständen, der alles, was repetitiver Natur ist, überflüssig mache. Die Welt verändere sich unter unserer Wahrnehmungsschwelle.

"Wenn wir uns heute auf der Straße umschauen, dann sehen wir Menschen, die von ihren Smartphones und von ihren Navigationsgeräten gar nicht mehr lassen können. Im Grunde sind wir heutzutage alle Cyborgs, wir haben es nur nicht gemerkt."

Wir haben noch länger mit Martin Burckhardt gesprochen - hören Sie hier die Langsfassung des Corsogesprächs

Diese Entwicklungen würden zu einer Krise unserer Gesellschaft führen, die an ihre Werte – Fleiß, Arbeit – nicht mehr glauben könne, prognostiziert Burckhardt. "Wir sind mit neuen Tools ausgerüstet und träumen uns zurück in die Ritterromane".  Es herrsche ein großer Unwillen der Gesellschaft, sich dieser neuen Welt ganz offen aufzustellen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Martin Burckhardt: "Philosophie der Maschine"
Verlag Matthes und Seitz, Berlin. 360 Seiten, 28 Euro.

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