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Plädoyer für ein nachhaltiges AbwassersystemAus dem Auge, aus dem Sinn?

Das Wasser in unseren privaten Haushalten ist Trinkwasser, egal, ob es zum Trinken benutzt wird, zum Wäschewaschen oder zum Spülen der Toilette. Es kommt aus dem Hahn, und am Ende nimmt es alles mit, was uns stinkt. Etwa 6.000 private Versorger in Deutschland betreiben im Auftrag der Kommunen Klärwerke, pumpen Trinkwasser durch zum großen Teil 100 Jahre alte Leitungssysteme.

Von Nora Bauer | 19.02.2016

Kläranlage der Stadt Northeim
Kläranlage der Stadt Northeim (imago/stock&people/Hubert Jelinek)
Zur Wasseraufbereitung wird viel Energie verbraucht; zur Desinfektion dienen Zusätze wie Chlor, Fluor, Jod, Kalk. Und trotzdem gelingt die Reinigung nie vollkommen, es bleiben immer Reste, die sich mit der Zeit anreichern und noch mehr Chemie erfordern. Fäkalien werden mit großem Aufwand entsorgt - dabei enthalten sie zum Beispiel auch Stickstoff, Kalium und Phosphor, begehrte Rohstoffe, die u.a. als Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden könnten. Dünger, die andrerseits künstlich hergestellt werden.
Ein neues Gesamtkonzept muss her, eines, das von vornherein auf einen reduzierten Ressourcenverbrauch angelegt ist. Es müsste dezentral und regional installiert sein und den Verbraucher nicht nur versorgen, sondern stärker einbeziehen. Es gibt solche Konzepte, auf lokaler Ebene haben sie den Praxistest bestanden. Was behindert deren konsequenten, flächendeckenden Einsatz?
Produktion: DLF 2016