Samstag, 15.06.2019
 
Seit 23:05 Uhr Lange Nacht
StartseiteSternzeit(Keine) Super-Erde bei Barnards Stern12.02.2019

Planetenentdeckung beim nächsten Einzelstern(Keine) Super-Erde bei Barnards Stern

Die nächsten Nachbarn der Sonne sind die drei Sterne des gut vier Lichtjahre entfernten Alpha Centauri-Systems. Der uns nächste Einzelstern ist Barnards Stern, benannt nach dem US-Astronomen Edward Barnard.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Künstlerische Darstellung von Barnards Stern. (ESO/M. Kornmesser)
Pure Fantasie: So stellt sich ein Künstler die Oberfläche des Planeten von Barnards Stern vor – wie es dort wirklich aussieht, ist aber vollkommen unklar. (ESO/M. Kornmesser)

Jetzt haben Astronomen bei diesem sechs Lichtjahre entfernten Stern einen Planeten entdeckt, der mindestens gut dreimal so schwer ist wie die Erde.

Manche schwärmen von einer möglichen Super-Erde, also einem felsigen Objekt, das deutlich größer ist als unser Planet. Allerdings ist über die Beschaffenheit des Exoplaneten nichts bekannt.

Klar ist nur, dass er seinen Stern in einem Abstand umkreist, der im Sonnensystem dem des Merkur entspricht. Da Barnards Stern aber ein Roter Zwerg ist und nur zwei Prozent der Sonnenleuchtkraft hat, dürfte die Oberflächentemperatur des Planeten bei minus hundertsiebzig Grad Celsius liegen.

The nearest single star to the Sun hosts an exoplanet at least 3.2 times as massive as Earth — a so-called super-Earth. Data from a worldwide array of telescopes, including ESO’s planet-hunting HARPS instrument, have revealed this frozen, dimly lit world. The newly discovered planet is the second-closest known exoplanet to the Earth and orbits the fastest moving star in the night sky.. This image shows an artist’s impression of the exoplanet viewed from space. (ESO/M.Kornmesser)Barnards Stern und Planetensichel (künstlerische Darstellung). (ESO/M.Kornmesser)

Von diesem Planeten gibt es kein Foto. Er wurde indirekt entdeckt. Während der Planet seinen Stern knapp alle acht Monate einmal umkreist, lässt er ihn durch seine Anziehungskraft minimal hin- und herpendeln.

Diese Bewegung verrät sich bei der Analyse des Sternlichts. An der Überwachung von Barnards Stern waren zehn Teleskope beteiligt, darunter auch das Calar-Alto-Observatorium in Spanien, an dem Astronomen aus Göttingen und Heidelberg mit dem Carmenes-Detektor nach Planeten suchen.

Diese Entdeckung in der kosmischen Nachbarschaft mag spektakulär klingen. Aber sie macht wieder einmal eines klar: Wirklich super ist im Weltall nur ein Planet – die Erde.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk