Anschläge auf Energieversorgung
Polizei-Einsatz in Sachsen und Fahndung nach Verdächtigem gehen weiter

In Sachsen dauert der Polizei-Einsatz nach versuchten Anschlägen auf das Stromnetz an. Wie eine Sprecherin mitteilte, wurden die ganze Nacht über Spuren gesichert. Gestern Abend waren an zwei Orten Sprengvorrichtungen gefunden worden.

    Ein VW-Bus der Polizei steht mit Blaulicht unter Hochspannungsleitungen vor einem Waldstück
    Polizeieinsatz nach einem mutmaßliche Anschlag auf die Stromversorgung in der Nähe von Görlitz, Sachsen. (Jürgen Lösel / dpa / Jürgen Lösel)
    Die Polizei fahndet weiter nach einem Verdächtigen, der sich zu Anschlägen auf Anlagen der Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen bekannt hat. In der Wohnung des 48-Jährigen fanden Ermittler Sprengstoff.

    Dobrindt spricht von "Klimaterrorismus"

    Bundesinnenminister Dobrindt, CSU, sprach von Klimaterrorismus. Auch der nordrhein-westfälische Innenminister Reul verurteilte die Angriffe. Wer die Stromversorgung von Krankenhäusern gefährde, schütze nicht das Klima, sondern bedrohe Leben, sagte der CDU-Politiker.
    Reul bestätigte, den Behörden lägen Bekennerschreiben von einem 48-jährigen Mann aus Gevelsberg vor. Als Motiv nenne dieser den "Kampf gegen fossile Brennstoffe". Die Schreiben enthielten detailliertes Täterwissen zu den Vorfällen in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg.

    Sabotageakte in NRW

    Am Dienstag war mit Hilfe von Abschussvorrichtungen gezielt die Stromversorgung in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gestört worden. Donnerstagabend fand man ähnliche Gegenstände auf einem Feld in der Nähe der Stadt Dormagen in Nordrhein-Westfalen. Im niedersächsischen Landkreis Oldenburg gab es einen Polizeieinsatz an einem Umspannwerk.
    Umspannwerke zählen zur sogenannten kritischen Infrastruktur. Sie umfasst all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport, Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung, Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien.
    Diese Nachricht wurde am 05.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.