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StartseiteSternzeitJohn Wheeler und sein Black Hole 06.12.2020

Prägnanter Begriff für ein faszinierendes Phänomen John Wheeler und sein Black Hole

Im Jahr 1967 nahm der US-amerikanische Physiker John Wheeler an einer Tagung in New York teil. Dort prägte er in einem Geniestreich den Begriff von den Schwarzen Löchern. Aber er wäre wohl auch ohne diese berühmte Wortschöpfung eine Ikone der Physik geworden.

Von Dirk Lorenzen

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James Wheeler (2. von rechts) beim Spaziergang u.a. mit Albert Einstein (ganz links) (Wheeler/Princeton Univ.)
James Wheeler (2. von rechts) beim Spaziergang u.a. mit Albert Einstein (ganz links) (Wheeler/Princeton Univ.)

Im Jahr 1967 nahm der US-amerikanische Physiker John Wheeler an einer Tagung in New York teil. Dabei wurde über die regelmäßigen Radiopulse gesprochen, die kurz zuvor die Doktorandin Jocelyn Bell mit einem Teleskop in England entdeckt hatte.

Diese Signale konnten nur von rotierenden Neutronensternen oder komplett kollabierten Objekten stammen, wie man damals sagte. Nachdem John Wheeler, so erinnerte er sich später, sechsmal von "komplett kollabierten Objekten" gesprochen hatte, suchte er nach einer prägnanten Abkürzung. Vermutlich brachte der Zwischenruf eines Zuhörers John Wheeler auf die Idee "Black Hole", "Schwarzes Loch". Damit war ein geradezu magischer Begriff entstanden.

John Wheeler, einer der großen Astrophysiker des 20. Jahrhunderts (1911-2008) ((Wheeler/Princeton Univ.))John Wheeler, einer der großen Astrophysiker des 20. Jahrhunderts (1911-2008) ((Wheeler/Princeton Univ.))Wer weiß, was ohne John Wheelers Geniestreich aus den Schwarzen Löchern geworden wäre. Dass "komplett kollabierte Objekte" die Fantasie der Filmemacher und Science-Fiction-Fans beflügelt hätten, ist wohl eher unwahrscheinlich.

So packend der Begriff "Schwarzes Loch" auch sein mag. Ganz richtig ist er nicht, denn diese Objekte sind zumindest am Rand oft sehr hell. Wenn Schwarze Löcher Materie anziehen, wird diese dabei sehr heiß und fängt an zu strahlen, bevor sie im Schwarzen Loch verschwindet. Dieses helle Leuchten, oft im Röntgenlicht, lässt sich selbst über Milliarden Lichtjahre Abstand beobachten.

John Wheeler, der auch ohne den Begriff Schwarzes Loch eine Ikone der Physik geworden wäre, ist 2008 mit 96 Jahren gestorben. Seine berühmte Wortschöpfung dürfte wohl "ewig" bestehen bleiben.

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