Samstag, 21. Mai 2022

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Pressefreiheit und Türkei
"Lassen uns nicht in die Berichterstattung hineinreden"

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, sagte im DLF, der türkische Präsident Erdogan halte die öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland offenbar für einen Staatsfunk. Die türkische Regierung hatte wegen eines Satire-Videos den deutschen Botschafter einbestellt.

Frank Überall im Gespräch mit Martin Zagatta | 29.03.2016

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall.
Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Frank Überall. (imago/Stefan Zeitz)
Deutsche Journalisten ließen sich nicht von der eigenen Regierung in ihre Berichterstattung hineinreden, und erst recht nicht von einer fremden, so der DJV-Vorsitzende Frank Überall. Wegen des Videos der NDR-Satire-Sendung "extra3" hatte die türkische Regierung den deutschen Botschafter in Ankara zum Gespräch einbestellt. In dem Beitrag werden unter anderem die jüngsten Angriffe auf die Pressefreiheit in der Türkei thematisiert
"Wie eine militärische Verletzung des Luftraums"
Überall sagte, er könnte wirklich nicht nachvollziehen, warum Erdogan zu diesem starken Mittel gegriffen habe. Den Botschafter einzubestellen, sei die offizielle Kontaktaufnahme zur deutschen Regierung. Es sei, als wäre militärisch der Luftraum verletzt worden.
Die Angriffe auf die Pressefreiheit in der Türkei müsse die deutsche Regierung der Türkei gegenüber ansprechen, sagte Überall. Das habe er bereits vor Monaten in einem Brief an Außenminister Steinmeier und Kanzlerin Merkel gefordert, auf den er aber keine Antwort bekommen habe.
Das vollständige Gespräch mit Frank Überall ist in Kürze hier zu lesen.