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StartseiteSternzeitDie NASA verstolpert den Mond 11.07.2020

Probleme mit dem Mondflug bis 2024Die NASA verstolpert den Mond

Im vergangenen Jahr hat die US-Regierung der NASA das Ziel vorgegeben, bis Ende 2024 mit Menschen auf den Mond zurückzukehren. Dann sollen die erste Frau und der nächste Mann Fußabdrücke auf der staubigen Oberfläche hinterlassen - was aber wohl kaum zu schaffen ist.

Von Dirk Lorenzen

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Die NASA hat große Pläne für künftige Mondmissionen, doch es fehlt am passenden Personal und dem nötigen Budget  (NASA/Artemis)
Die NASA hat große Pläne für künftige Mondmissionen, doch es fehlt am passenden Personal und dem nötigen Budget (NASA/Artemis)

Da bisher weder eine Rakete und ein Raumschiff noch eine Landefähre für so eine Mission zur Verfügung stehen, gilt dieses Ziel als – vorsichtig formuliert – sehr ehrgeizig. Es dürfte rein politisch getrieben sein, denn bei einem Erfolg würde Donald Trump im Fall seiner Wiederwahl noch "Mond-Präsident".

Vor einem Jahr wurde Bill Gerstenmaier, 14 Jahre lang hoch geachteter NASA-Direktor für astronautische Raumfahrt, degradiert. Als mit allen Wassern gewaschener Experte dürfte er intern keinen Hehl daraus gemacht haben, dass eine Mondlandung binnen fünf Jahren nicht möglich ist.

Die Rückkehr zum Mond soll mindestens so schön werden wie einst die Apollo-Flüge, hofft die NASA  (NASA)Die Rückkehr zum Mond soll mindestens so schön werden wie einst die Apollo-Flüge, hofft die NASA (NASA)

Die NASA ersetzte ihn durch Doug Loverro, der bis dahin in der militärischen Raumfahrt tätig war. Nach nur einem halben Jahr war auch für ihn Schluss – er hat gekündigt, offenbar um seinem Rauswurf zuvorzukommen.

Inzwischen geht auch der US-Kongress in seinen Haushaltsplanungen von einer Landung auf dem Mond frühestens 2028 aus. Der US-Weltraumrat unter Führung von Vizepräsident Mike Pence ignoriert das bisher. Zu dem Gremium gehören, bemängeln Kritiker, vor allem der Regierung ergebene Ja-Sager.

Doch politischer Druck baut keine Raumschiffe. Eine verantwortbare sichere Rückkehr von Menschen auf den Mond gibt es frühestens gegen Ende des Jahrzehnts.

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