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StartseiteSport am Wochenende"Warum sollen wir das auch noch kaputtmachen?"13.12.2020

Profisport im Lockdown"Warum sollen wir das auch noch kaputtmachen?"

Der Profisport ist vom bundesweiten Lockdown in der Corona-Pandemie nicht betroffen. Der Sport habe zwar eine gesellschaftliche Verantwortung, sagte DTTB-Präsident Michael Geiger im Dlf. Wenn der Sport aber nicht zu Verbreitung des Coronavirus beitrage, gebe es auch keinen Grund, ihn zu verbieten.

Michael Geiger im Gespräch mit Marina Schweizer

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Timo Boll Borussia Duesseldorf gegen Emmanuel Lebesson TTC Neu Ulm TTBL Tischtennis Bundesliga, TTC Neu-Ulm vs. Borussia Duesseldorf am 18. 11. 2020 Pfaffenhofen *** Timo Boll Borussia Duesseldorf against Emmanuel Lebesson TTC Neu Ulm TTBL Table Tennis Bundesliga, TTC Neu Ulm vs. Borussia Duesseldorf on 18 11 2020 Pfaffenhofen Copyright: xLau/xEibner-Pressefotox EP_blu  (imago images / Eibner)
Die Tischtennis-Bundesliga kann ihren Spielbetrieb auch im Lockdown fortsetzen. (imago images / Eibner)
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Deutschland geht aufgrund hoher Corona-Infektionszahlen in einen bundesweiten Lockdown. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen. Der Profisport wurde dabei jedoch mit keinem Wort erwähnt und kann seine Wettbewerbe vorerst fortsetzen. Das liege vor allem an den erarbeiteten Hygienekonzepten, sagte Michael Geiger, Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), im Dlf. Diese würden es nun möglich machen, dass Berufssportler ihren Beruf weiter ausüben dürfen.

"Wir haben natürlich eine gesellschaftliche Verantwortung und wir alle wollen, dass wir bestmöglich durch diese Krise kommen. Es wurde mehrfach klargemacht, dass wir das mitmachen, was von der Politik vorgegeben wird", sagte Geiger und betonte, dass Sport auch zur Bildung gehöre.

Das verwaiste Trainingsgelände von Borussia Dortmund liegt im Nebel. (dpa / picture alliance / Noah Wedel) (dpa / picture alliance / Noah Wedel)Macht den Laden dicht
Erste Bundesländer haben bereits angekündigt, Geschäfte zu schließen oder die Ferien zu verlängern. Über den Profisport wird aktuell nicht gesprochen. Höchste Zeit, kommentiert Matthias Friebe.

Als systemrelevant wollte Geiger den Profisport, wie die Tischtennis-Bundesligen, aber nicht bezeichnen. "Die Frage ist aber, was vorgegeben ist, was stattfinden soll. Sagen wir alles, was nicht systemrelevant ist, soll nicht stattfinden? Oder sagen wir: Alles, was der Verbreitung von Corona Vorschub geben würde, soll nicht stattfinden? Unser Ziel ist doch, die Verbreitung von Corona einzudämmen und da ist wiederum die Frage, inwieweit der Tischtennis-Sport zur Verbreitung beiträgt. Es gibt Hygienekonzepte, es sind Abstände da und es ist die Ausübung eines Berufes. Wenn es so wäre, dass wir der Überzeugung sind, dass es zu der Verbreitung beiträgt, müssen wir uns unterordnen. Wenn wir aber zu dem Ergebnis kommen, dass das nicht der Fall ist, warum sollen wir das dann auch noch kaputtmachen?"

Keine Kurzarbeit im DTTB

Viele Verbände mussten in diesem Jahr wegen des Ausfalls des Ligabetriebs Kurzarbeit beantragen. Der DTTB gehörte nicht dazu. "Die Voraussetzungen einzelner Verbände sind unterschiedlich. Tischtennis ist keine Kontaktsportart. Deshalb sind die Hygienekonzepte und die Möglichkeiten völlig unterschiedlich", so Geiger. In der ersten Liga der Damen, die anders als die Bundesliga der Herren nicht vom DDTB in eine Liga-Gesellschaft ausgegliedert ist, konnte der Ligabetrieb weitestgehend aufrecht erhalten werden. "Da können wir von Glück sprechen, dass unsere Sportart nicht so betroffen ist. Deshalb sind auch die Maßnahmen andere, als in anderen Verbänden."

Dennoch stelle der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer mit Blick auf die Gesamtgesellschaft fest, dass die Hand zu häufig nach staatlichen Hilfen ausgestreckt werde. "Es gibt aber auch im Sport die überwiegende Zahl, die sagt: ‚Wir haben erst einmal eine Eigenverantwortung. Wir versuchen es aus eigener Kraft und haben auch eine Verpflichtung unseren Mitarbeitern gegenüber‘. Bei Kurzarbeit kann ich nicht sagen, es ist alles gut. Dann hätte ich nur an den Verband gedacht, aber nicht an die Mitarbeiter, die weniger Geld im Portemonnaie haben."

Der Deutsche Olympische Sportbund hat in diesem Jahr bereits in zwei Phasen Kurzarbeit beantragt. "Der hat Teile, wie die Deutsche Sportjugend, da sind die Stellen [von Mitteln des Bundes, Anmerkung der Redaktion] finanziert. Bei anderen sind es keine geförderten Stellen und wenn dann die Veranstaltungen wegbrechen, fehlen die Einnahmen. Dann muss man auch auf der Kostenseite was tun und dann fallen dort auch Arbeiten weg."

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