Dienstag, 17. Mai 2022

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Prostatakrebs-Behandlung
Die Vorteile des Abwartens

In Deutschland wird Prostatakrebs, der wenig aggressiv ist, zu schnell operiert. So lautet das Fazit einer aktuellen Versorgungsstudie. Professor Thorsten Schlomm, Leiter des Prostatakrebszentrums am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf, plädiert deshalb für eine aktive Tumorüberwachung.

Thorsten Schlomm im Gespräch mit Christian Floto | 22.04.2014

Professor Thorsten Schlomm zeigt in der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf ein 3D-Modell einer Prostata.
Professor Thorsten Schlomm zeigt in der Martini-Klinik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf auf ein 3D-Modell einer Prostata. (picture alliance / dpa - Axel Heimken)
Viele Tumore in der Prostata würden heute in einem sehr frühen Stadium identifiziert, sagt Professor Thorsten Schlomm. Das bringe die Situation mit, dass viele dieser Tumore oft lebenslang keinen Schaden anrichten – gerade bei älteren Patienten.
Bei Männern, die älter sind als 70, bestehe nach einer Operation zudem ein sehr hohes Inkontinenz-Risiko – "egal, wie gut man operiert." Deswegen werde gerade bei dieser Altersgruppe versucht, nicht zu operieren, sondern den Tumor ausgiebig zu beobachten oder mit Strahlentherapie zu behandeln. Nach einem Jahr des Beobachtens uns Abwartens solle aber eine erneute Kontroll-Biopsie durchgeführt werden, rät Schlomm.
Das gesamte Interview können Sie mindestens fünf Monate im Audio-Bereich nachhören.