Nach tödlichen Schüssen
Proteste und Mahnwache in Minneapolis - Obama: Werte der Nation werden zunehmend angegriffen

Nach den tödlichen Schüssen in Minneapolis haben erneut Hunderte Menschen gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE protestiert. Demonstranten zogen durch mehrere Stadtviertel.

    Menschen protestieren in Minneapolis gegen die Einsätze der ICE-Behörde und halten Transparente hoch.
    Die Proteste in Minneapolis dauern an. (IMAGO / Anadolu Agency / IMAGO / Jon Putman)
    Vor dem Wohnhaus des Getöteten wurde eine Mahnwache abgehalten. Nach Angaben von Reportern verliefen die Proteste ohne Zwischenfälle.
    Ein 37-jähriger US-Bürger war am Samstag von einem Grenzschutzpolizisten erschossen worden. Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums handelte es sich um Notwehr. Der Mann habe die Beamten mit einer Waffe bedroht. Videos des Vorfalls widersprechen dieser Aussage.
    Der Gouverneur von Minnesota, Walz, warf der Regierung vor, die Aufklärung des Vorfalls zu verhindern und das Opfer zu verleumden. Der frühere US-Präsident Obama erklärte, die Tragödie in Minneapolis müsse ein Weckruf sein für jeden Amerikaner unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Die Werte der Nation würden zunehmend angegriffen, während Präsident Trump weiter eskaliere.

    Zuletzt Empörung über Festnahme von Fünfjährigem

    Es war bereits der zweite tödliche Einsatz in Minneapolis innerhalb weniger Wochen. Am 7. Januar hatte ein Polizist der US-Einwanderungspolizei ICE eine 37-Jährige erschossen. Zuletzt sorgte die Festnahme eines fünfjährigen Jungen durch ICE-Beamte für Empörung.
    Die Trump-Regierung hat tausende Bundespolizisten nach Minneapolis geschickt, um Ausländer ohne gültige Papiere festzunehmen und abzuschieben. Minneapolis zählt zu den sogenannten Sanctuary Cities, die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung Schutz gewähren und nur begrenzt mit den Einwanderungsbehörden der Bundesregierung zusammenarbeiten. 
    Diese Nachricht wurde am 26.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.