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StartseiteSprechstundeRätselhafter Verlauf02.12.2008

Rätselhafter Verlauf

Spontanheilung von Brustkrebs könnte häufiger vorkommen als bislang gedacht

Die Spontanheilung von Brustkrebs galt bislang aber als extrem seltenes Ereignis. Zahlen aus Norwegen lassen nun aber die Vermutung zu, dass nicht alle Tumoren zu einer klinischen Krebserkrankung fortschreiten- sondern zum Teil von alleine wieder verschwinden.

Franz Porszsold im Gespräch mit Christian Floto

Das Mammotom dient der Früherkennung von Brustkrebs (AP)
Das Mammotom dient der Früherkennung von Brustkrebs (AP)

Norwegen bietet seit 1996 Frauen im Alter von 54 bis 64 Jahren eine Mammografie zur Brustkrebsfrüherkennung an. Alle zwei Jahre, so die Empfehlung, sollte die Untersuchung wiederholt werden.

Nun haben Forscher am Norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit die Diagnosen von Frauen, die regelmäßig zur Untersuchung gingen, verglichen mit den Diagnosen von Frauen, die nur einmal zur Mammografie gingen.

Mit einem verblüffenden Ergebnis: Bei den Frauen, die nur einmal zur Mammografie gingen, wurden deutlich weniger - genau gesagt: 22 Prozent weniger Brustkrebserkrankungen diagnostiziert. Die Forscher glaubten zunächst, sich verrechnet zu haben - und prüften genau, ob irgendwelche Faktoren das Ergebnis verfälscht haben könnten.

Sie misstrauten ihren Ergebnissen. Denn diese würden den Schluss nahe legen: dass nicht alle Tumoren zu einer klinischen Krebserkrankung fortschreiten- sondern zum Teil von alleine wieder verschwinden. Die Spontanheilung von Brustkrebs galt bislang aber als extrem seltenes Ereignis.

Prof. Franz Porszsold ist Onkologe und Leiter der Abteilung Klinische Ökonomik an der Universität Ulm.

Sie können das Interview mit Professor Franz Porszsold mindestens bis zum 2. Mai 2009 in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören

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