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Reaktion auf AnschlägeFrankreich verbietet Demos während Klimakonferenz

Logo des Weltklimagipfels 2015 in Paris. (AFP / Jacques Demarthon)
Logo des Weltklimagipfels 2015 in Paris. (AFP / Jacques Demarthon)

Die französische Regierung will während des Weltklimagipfels keine Demonstrationen zulassen. Außenminister Laurent Fabius, der die Veranstaltung vom 30. November bis 11. Dezember auch leiten wird, begründete das mit der Sicherheitslage nach den Anschlägen vom Wochenende.

Das Verbot gilt auch einen Tag vor und einen Tag nach der Klimakonferenz. Fabius sprach von einer "schwierigen Entscheidung". Im Moment gehe aber Sicherheit vor, jedes zusätzliche Risiko müsse vermieden werden.

Vor allem am Wochenende vor Beginn des Klimagipfels sind in vielen Städten Demonstrationen geplant - allein in Paris eine mit bis zu 200.000 erwarteten Demonstranten. Vertreter von Umweltgruppen hatten ihr Unverständnis geäußert und angekündigt, zusammen mit den Behörden nach Lösungen zu suchen, um doch noch ein Forum für Proteste zu finden.

Die katholische und evangelische Kirche in Deutschland unterstützen einen Marsch der sogenannten Klimapilger. Diese wollen ihre Wanderung von Flensburg nach Paris fortsetzen. Offen ist laut dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken aber noch, in welcher Form  die geplante Abschlusskundgebung in Paris stattfindet, hieß es gestern.

Nach den Anschlägen war auch über eine Verschiebung des Klimagipfels diskutiert worden. Premierminister Manuel Valls sagte aber, eine Absage würde bedeuten, "vor dem Terrorismus einzuknicken".

Zusammenhang zwischen Klimawandel und Konflikten

Auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen wollen Vertreter aus etwa 190 Ländern ein Abkommen erzielen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu begrenzen und damit den Klimawandel einzudämmen. Der Chef des UNO-Umweltprogramms, Achim Steiner, deutete im Deutschlandfunk an, dass es auch einen gewissen Druck von außen auf den Gipfel brauchte. "Da muss auch jeder Bürger, jede Bürgerin in welcher Form auch immer ihre Rolle spielen, denn sonst wird es nur die Politik sein, und die ist manchmal für langfristige Entscheidungen nicht unbedingt die aktivste."

Steiner wies im Deutschlandfunk auch darauf hin, dass viele Konflikte in der Welt auf den Klimawandel zurückzuführen seien. Zwar schüre der Klimawandel nicht in sich selbst Terror oder Konflikte, sagte Steiner. "Aber was wir heute genau wissen ist, dass in unseren Gesellschaften durch Klimawandel Umstände entstehen und auch Entwicklungen stattfinden werden, die den Konflikt noch eher potenzieren - den Wettbewerb um Ressourcen, dass Menschen zu Flüchtlingen werden".

Am Beispiel Syrien illustrierte Steiner, dass eine Dürreperiode über vier Jahre dazu geführt habe, dass "über eine Million Menschen aus den ländlichen Regionen fliehen mussten und dadurch den sozialen Unfrieden erst einmal noch geschürt hat".

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