Sonntag, 17.02.2019
 
Seit 17:05 Uhr Kulturfragen
Startseite@mediasres"Über das normale Maß hinaus"04.06.2018

Reaktion auf Gauland-Äußerung"Über das normale Maß hinaus"

"Der Tagesspiegel" hat in besonderer Weise auf das "Vogelschiss"-Zitat von AfD-Politiker Alexander Gauland reagiert: Auf der Titelseite sind Bilder aus der Zeit der NS-Herrschaft zu sehen. Chefredakteur Lorenz Maroldt erklärte im Dlf, warum er die Aufmachung seiner Zeitung für richtig hält.

Lorenz Maroldt im Gespräch mit Bettina Köster

Die Titelseite des "Tagesspiegel" vom 4. Juni 2018. (Deutschlandfunk / Michael Borgers)
Bilder aus der deutschen NS-Geschichte auf der Titelseite des "Tagesspiegel". (Deutschlandfunk / Michael Borgers)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Pocket
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Vogelschiss-Äußerung "Ein Versuch, die Grenze des Sagbaren zu verschieben"

"Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte." Dieses Zitat von AfD-Politiker Alexander Gauland hat Empörung und scharfe Kritik hervorgerufen - bei Politikern, bei Opfern der NS-Herrschaft und in den Medien. Die deutlichste Reaktion war auf der Titelseite des Berliner "Tagesspiegel" zu sehen. Abgedruckt sind, neben dem Gauland-Zitat, unter anderem Bilder von NS-Verbrechen oder eine Aufnahme von Anne Frank, die im Holocaust ermordet wurde.

"Tagesspiegel"-Chefredakteur Lorenz Maroldt erklärte die besondere Aufmachung damit, dass die Redaktion der Meinung war, das Gauland-Zitat habe "eine Bedeutung, die über das normale Maß hinaus geht". Im Deutschlandfunk-Interview fügte er hinzu, es sei nicht unumstritten gewesen, "aber diejenigen, die Zweifel hatten, waren deutlich in der Minderheit". Maroldt sprach außerdem von einem überwältigenden Leserecho.

In der Äußerung zeige sich die Geisteshaltung eines führenden Politikers und sie "nähert sich einem möglichen Straftatbestandbestand an, der da nämlich lautet: Verharmlosung der Herrschaft des Nationalsozialismus."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk