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StartseiteCorso„Auch wenn man es meldet, bleibt es online“ 07.03.2020

Rechtsextreme Musik in Chat-Diensten„Auch wenn man es meldet, bleibt es online“

In den 90er-Jahren kursierten auf deutschen Schulhöfen CDs mit rechtsextremer Musik. Mittlerweile findet man sie auch in sogenannten Chat-Diensten. „Wenn Leute Plattformen bauen, wird selten darüber nachgedacht, wie rechtsextreme Akteure ihre Plattformen stören könnten“, sagte Miro Dittrich im Dlf.

Miro Dittrich im Corsogespräch mit Fabian Elsäßer

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Mehrere Männer gehen in Ostritz auf  das Hotel Neißeblick zu. (picture alliance / dpa / Daniel Schäfer)
Besucher eines rechtsextremen Musikfestivals im sächsischen Ostritz im März 2019 (picture alliance / dpa / Daniel Schäfer)
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Die Amadeu-Antonio-Stiftung, für die Miro Dittrich rechtsextreme Phänomene im Netz beobachtet, hat eine Liste der wichtigsten rechten Bands in Deutschland erstellt. "Das sind unterschiedliche Kritieren. Natürlich einmal, wenn es indiziert ist oder im Verfassungsschutzbericht auftaucht, zum anderen wenn die Mitglieder der Band Verbindungen in die rechte Szene haben oder wenn die Textinhalte rechtsextrem sind", so Dittrich. Die Szene selbst entwickele sich ständig weiter. Derzeit funktioniere rechtsextreme Musik zum Beispiel sehr stark über Rap und nicht mehr über den klassischen Rechtsrock von früher.

Kaum rechtliche Handhabe gegen Telegram

Recherchen des Online-Mediums "Vice" hatten vor Kurzem ergeben, dass gut ein Zehntel der von der Stiftung gelisteten Interpretinnen und Interpreten im Chat-Dienst "Telegram" mit Kanälen oder Gruppen vertreten sind.

"Auch wenn man es meldet, bleibt es weiterhin online", ist Dittrichs Erfahrung mit Telegram. Auf dieser Plattform könne wirklich jede Art von Musik getauscht werden. Es gebe kaum rechtliche Handhaben, da Telegram im Ausland ansässig sei und auch nicht auf Rechtsersuche reagiere.

Eine große Grauzone

Viele Künstler verpackten ihre Gesinnung aber auch so geschickt, dass sie auch bei großen Plattformen zu finden seien, zum Beispiel bei Spotify. Da gebe es eine große Grauzone. "Ich glaube nicht, dass Spotify das Problem so auf dem Schirm hat", sagte Dittrich im Corsogespräch. "Bei der Unmenge von Musik, die auf Spotify ist, macht das nur einen ganz kleinen Bruchteil aus, in dem keine Ressourcen derzeit verwendet werden."

Zudem gebe es immer wieder neue Akteure, die erst einmal entdeckt werden müssten. Die Gefahr rechter Musik ist nach Dittrichs Einschätzung nicht zu unterschätzen: "Musik ist ja sehr identitätsstiftend, man trifft sich auf Konzerten, das schafft sehr viel Bindung."  

Äußerungen unserer Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächpartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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