Sprengstoffdrohne in Leipzig
Regierung baut Drohnenabwehr aus - Günther fordert Einsatzmöglichkeit der Bundeswehr

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle ‌will Bundesinnenminister ⁠Dobrindt die ⁠Drohnenabwehr der Bundespolizei ausbauen. Das Ministerium werde dazu eine Weisung erteilen, teilte eine Sprecherin mit. Demnach sollen die in diesem Bereich eingesetzten Einheiten von derzeit 130 Spezialkräften auf 300 aufgestockt werden.

    Ein Kriminalbeamter entschärft die Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Neben ihm steht ein Sprengstoffroboter. Der Beamte trägt Schutzkleidung und einen Helm mit Visier.
    Nach Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle will die Regierung die Drohnenabwehr ausbauen. (imago / EHL Media)
    Zudem soll es künftig bundesweit acht statt vier Standorte der Drohnenabwehr geben, hieß es. Ziel sei es, in ⁠der Fläche in ganz ‌Deutschland präsent und bei Bedarf schnell und flexibel vor Ort zu sein.
    Zudem ​bestätigte die Sprecherin Medienberichte über die Errichtung eines ‌neuen Technologiezentrums für Drohnensicherheit. Dieses werde am 18. August am Standort Cochstedt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Sachsen-Anhalt eröffnet. In sogenannten Reallaboren sollen dort den Angaben zufolge neue Technologien ​zur Drohnensicherheit erforscht, entwickelt und erprobt werden.
    Die Drohne am Leipziger Flughafen war von einem Mitarbeiter entdeckt worden - nicht von einem Erkennungs- oder Abwehrsystem. Einem Bericht der "Zeit" zufolge soll auf Videoaufnahmen zu sehen sein, wie ein Objekt bereits vier Stunden vor dem Fund gezielt auf die Tragfläche eines ukrainischen Frachtflugzeugs zufliegt und kollidiert. Zu einer Explosion kam es nicht. Mehr dazu hier.

    Günther: Bundeswehr sollte Drohnen abwehren dürfen, auch im Inland

    Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Günther, sprach sich für einen Einsatz der Bundeswehr zur Sicherung von deutschen Flughäfen gegen Drohnen aus. Günther sagte im Deutschlandfunk, es vereinfachte die Abwehr von Drohnen, wenn die Bundeswehr mehr Zuständigkeiten bekäme. Bei anfliegenden Drohnen lasse sich kaum unterscheiden, ob es sich um eine innere oder äußere Bedrohung handele. Der CDU-Politiker betonte, der Staat müsse alles tun, um die Bürger bestmöglich zu schützen. Beim Thema äußere und innere Sicherheit sei die strikte Trennung zwischen Bund und Ländern nicht mehr zeitgemäß.
    Bundesverkehrsminister Bilger, ebenfalls CDU, kündigte derweil eine rasche Verbesserung der Vorkehrungen zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen an. Die Flugsicherung sei zuständig für den Luftraum rund um die Flughäfen. Verlässliche Detektion sei das A und O. Frankfurt/Main und München seien da inzwischen besser ausgestattet.
    Am Flughafen Leipzig/Halle hatte in der vergangenen Woche ein Mitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine.
    Auch am Bundeswehrstandort Mechernich wurden zuletzt Drohnen gesichtet. Dort sind unter anderem Spezialisten der Bundeswehr tätig, die für Wartung und Instandsetzung des Flugabwehrsystems Patriot zuständig sind.
    Diese Nachricht wurde am 10.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.