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Reitsport-NachwuchsAlkohol- und Missbrauchsvorwürfe

In der Jugend-Nationalmannschaft im Springreiten gibt es offenbar ein Alkoholproblem. Das berichtet das Magazin "Der Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Im Zusammenhang mit Alkoholkonsum gebe es auch Gerüchte über sexuelle Übergriffe.

Von Andrea Schültke | 31.08.2018

Reiter und Pferd in Aktion beim Springreiten.
Reiter und Pferd in Aktion beim Springreiten. (Picture-Alliance / ASA / Werek_Natascha_Haupt)
Der Spiegel beschreibt den Verdacht, eine Gruppe von jungen Spitzenreitern wolle auf Turnieren "Mädchen abschleppen und dazu auch Widerstände brechen". Möglicherweise sogar mit k.o.-Tropfen, so die Mutmaßung.
Dabei bezieht sich der Artikel unter anderem auf einen Fall am Rande der Deutschen Jugendmeisterschaften vor einem Jahr in Aachen. Ein junger Reiter soll unter Alkoholeinfluss eine Reiterin und deren Schwester sexuell belästigt haben.
Der Fall ging vor die Disziplinarkommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, FN. Das ist der Dachverband des Pferdesports. Der hat den jungen Reiter für 18 Monate gesperrt. Der Reiter bestreitet die Vorwürfe. Das Verfahren geht in die nächste Instanz, daher ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Laut Spiegel hat die FN den Fall der Staatsanwaltschaft mitgeteilt.
Gruppe mit "einschlägigem Ruf"
Das Magazin schreibt von einem halben Dutzend Jungs mit "einschlägigem Ruf" und zitiert zwei junge Frauen, die von Alkohol, und sexuellen Übergriffen berichten. Angeblich sollen auch KO-Tropfen zum Einsatz gekommen sein.
Im Frühjahr hat der Dachverband FN für seine jungen Nationalmannschaftsmitglieder einen Workshop zum Thema Alkoholprävention veranstaltet. Ein neues Regelwerk schreibt eine Null-Promille-Grenze beim Reiten fest. Bei begründetem Verdacht müssen die jungen Reiter zum Alkoholtest und "Pusten" wie bei der Verkehrskontrolle.
Für morgen hat der Verband eine Pressekonferenz anberaumt.