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StartseiteWirtschaft am MittagDollar-Milliardäre werden mehr und reicher26.10.2018

RekordvermögenDollar-Milliardäre werden mehr und reicher

8.900.000.000.000 Dollar für knapp 2.200 Menschen: Die Reichsten sind im vergangenen Jahr noch reicher geworden. Boomende Aktienmärkte und steigende Immobilienpreise ließen die Vermögen der Dollar-Milliardäre weltweit weiter steigen, vor allem in Asien.

Von Mischa Ehrhardt

US-Dollar-Scheine (picture alliance / dpa / Xie Zhengyi)
Die Zahl der Milliardäre wächst (picture alliance / dpa / Xie Zhengyi)
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Der typische deutsche Milliardär stammt aus einer Familie, die auf viele Generationen ihrer Ahnen zurückblicken kann. Wer sich selbst in den exklusiven Club empor arbeiten will, der sollte sich in den Bereichen Konsum, Einzelhandel, Immobilien oder neuerdings auch Biotechnologie versuchen. Unter anderem das kann man in der Studie über die Milliardäre nachlesen. Vor allem aber stellen die Studienautoren aus der UBS-Bank und der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers fest, dass die Anzahl der Milliardäre und deren Vermögen stark gestiegen sind. Auch der Chefvolkswirt der Allianz, Michael Heise, hat sich die global steigenden Vermögen kürzlich genauer angeschaut.

"Das hat damit zu tun, dass die Bewertung von Aktien und anderen Wertpapieren stark gestiegen sind. Aber die Menschen haben auch mehr zurückgelegt".

In China bestehen gute Chancen Milliardär zu werden

Steigende Börsenkurse, in die Höhe schießende Immobilienpreise und niedrige Zinsen haben das Vermögen von Milliardären im vergangenen Jahr um satte 19 Prozent steigen lassen – auf eine Rekordsumme von knapp 9 Billionen US-Dollar. Dieses Vermögen teilen sich der Studie zu Folge aktuell knapp 2200 Männer und Frauen auf der Welt. Vor allem in China stehen die Chancen gut, Milliardär zu werden: Chinas Superreiche sind mit einem Anstieg ihrer Vermögen um fast 40 Prozent Weltspitze – und auch die Anzahl chinesischer Milliardäre wächst rasant. Drei neue Milliardäre kamen 2017 pro Woche allein in Asien dazu – zwei davon aus China. Da es sich hierbei zum überwiegenden Teil um Selfmade-Milliardäre handelt, liegt der Schluss nahe, dass diese Milliardäre zumindest zum Teil einen starken Anteil an Innovationen haben.

Ökonom kritisiert Ungleichverteilung

Der Anstieg der Superreichen hat aber natürlich auch eine Kehrseite: Denn seit Jahrzehnten driftet die soziale Schere in den meisten Gesellschaften immer weiter auseinander. "Es ist nicht ganz einfach. Weil auf der einen Seite Selfmade-Milliardäre die Innovationstätigkeit widerspiegeln. Auf der anderen Seite wissen wir, dass gerade im Bereich Kapitalvermehrung, Kapitalanlage, Vermögende leichteren Zugang haben, ihr Kapital zu vermehren als weniger Vermögende - und das natürlich einen Multiplikator-Effekt auslöst in der Ungleichverteilung. Irgendwo muss man da ein Korrektiv einführen."

Sagt der Wirtschaftswissenschaftler Alexander Ludwig von der Universität in Frankfurt. Auch in Deutschland ist der Studie zu Folge übrigens die Zahl der Milliardäre gewachsen – von 117 auf 123. Damit stammt jeder fünfte Milliardär in Europa aus Deutschland.

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