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StartseiteTag für TagZu viel Blut, zu viel Sünde25.03.2019

Religion im NetzZu viel Blut, zu viel Sünde

Die beiden Gelehrten Rolf Gröschner und Wolfgang Mölkner führen auf ihrer Homepage einen "Freiheitsdialog" nach dem Vorbild der platonischen Dialoge. Auch die Themen Sünde, Erbsünde und göttliche Gnade verhandeln sie. Ihr Fazit: Es fehlt noch viel zur Freiheit des Christenmenschen.

Rolf Gröschner und Wolfgang Mölkner im Gespräch mit Christiane Florin

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Screenshot der Website Freiheitsdialog.de (Screenshot der Website Freiheitsdialog.de)
Videos, Podcasts und eine Sammlung von Texten haben Rolf Gröschner und Wolfgang Mölkner auf ihrer Website zusammengetragen (Screenshot der Website Freiheitsdialog.de)
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"Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten". Dieser Satz des Philosophen Jean-Jacques Rousseau ist der Ausgangspunkt der Homepage "Freiheitsdialog".

Die Macher dahinter sind der Jurist Rolf Gröschner, ehemaliger Professor für öffentliches Recht und Rechtsphilosophie in Jena, und Wolfgang Mölkner, promovierter Philosoph und Religionslehrer. Die beiden bieten Denken zum Zuhören, Zusehen und Nachlesen, die Dialoge werden von zwei Schauspielern und einer Schauspielerin gesprochen.

Der Religiongspädagoge Wolfgang Mölkner und der Jurist Rolf Gröschner sind die Köpfe hinter der Homepage "Freiheitsdialog".   (Deutschlandradio/Eva Mölkner) (Deutschlandradio/Eva Mölkner)

Wesentliche Fragen sind: Wer sind die Freunde der Freiheit und wer ihre Feinde? Warum legen wir uns heute - in einer freien Gesellschaft - freiwillig Ketten an? Und: Wirkt Religion eher befreiend oder fesselnd?  

Als falsche Freunde der Freiheit machen Gröschner und Mölkner Moralapostel aus, also Menschen und Institutionen, die ihre eigenen Werte absolut setzen. Als regelrechte Feinde der Freiheit gelten ihnen die Sündenprediger in den Religionen. Auch Martin Luther, gern als Held der Gewissensfreiheit gefeiert, gilt ihnen als Problemfall. Luthers Schrift über die Freiheit des Christenmenschen sei befangen in einer mittelalterlichen, augustinischen Theologie von Sünde, Erbsünde und Erlösung, lautet der Vorwurf.

"Jesus, nicht Christus"

"Solange die katholische und die evangelische Kirche an einer Erlösung durch das Blutopfer Christi festhalten, ist die Erbsünde mitgedacht, auch wenn man gerne von der Erbsünde Abstand nehmen würde. Erlösung ist immer Erlösung von der Sünde", sagt Wolfgang Mölkner.

Befreiend sei es, das Christliche ohne das Blut, das Leiden und den Kreuzestod zu denken. "Also Jesus und nicht Christus", ergänzt Rolf Gröschner. "Diejenigen Christen, die sich von diesen Vorstellungen, die noch in den Institutionen vertreten werden, emanzipiert haben, haben sich befreit. Es geht uns aber um die Frage, ob die Institutionen der Religionsgemeinschaften den Freiraum schaffen, um sich tatsächlich frei zu bewegen. Und das scheint uns beiden noch nicht der Fall."

Wolfgang Mölkner: Das Paradies und der Tod Gottes. Die Erzählung vom Baum der Erkenntnis und die Selbstbehauptung des Menschen. Bonn DenkMal Verlag 2018.

 

 

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