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Startseite@mediasresVon Andy Warhol bis Mark Zuckerberg02.05.2018

Republica und Media Convention Von Andy Warhol bis Mark Zuckerberg

Immer mehr Besucher, mehr Referenten und größere Austragungsorte - das Interesse an der Republica wächst stetig seit ihrer Premiere 2007. Mit ihrer diesjährigen, zwölften Ausgabe will sich die Digital-Konferenz noch weiter öffnen und spannt hierzu den Bogen von den 1950ern bis heute.

Von Michael Borgers

POP: Drei Buchstaben als Motto der diesjährigen Republica. (Deutschlandfunk / Simon Detel)
POP: Drei Buchstaben als Motto der diesjährigen Republica. (Deutschlandfunk / Simon Detel)
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"POP": Die drei grell-grün Lettern füllen den Bildschirm fast vollständig aus. Von unten steigen größere und kleinere Blasen auf und bleiben intakt. So begrüßen die Macher der Republica in diesem Jahr die Besucher ihrer Website.

Und verraten dem, der sich darauf keinen Reim machen kann, man reagiere mit dem Motto auf das "das Zeitalter der Austauschbarkeit, des Überflusses und der Identitätslosigkeit", das die POP-Art vom "Trivialen zur Kunst" erhoben habe. Ein "vergleichbarer Zeitgeist", die von Andy Warhol prophezeiten 15 Minuten Ruhms hätten sich "schließlich erst im digitalen Zeitalter manifestiert". Man wolle "Filterbubbles platzen lassen, uns in die Öffentlichkeit stellen und Netzkultur und -politik greifbar machen".

Whistleblowerin Manning eröffnet Konferenz 

Oder wie es Mitgründer Markus Beckedahl zum Auftakt der dreitägigen Konferenz ausdrückt: "Wir versuchen möglichst viele Facetten einer sich entwickelnden digitalen Gesellschaft abzubilden." Eines der zentralen Themen sei der künftige Umgang mit Künstlicher Intelligenz und Entscheidungen von Algorithmen. Es sei dringend notwendig, sich mit diesen Technologien auseinanderzusetzen, da sie Chancen, aber auch viele Risiken mit sich brächten, so Beckedahl.

re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl (Deutschlandfunk / Simon Detel)re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl: Viele Facetten einer sich entwickelnden digitalen Gesellschaft abbilden. (Deutschlandfunk / Simon Detel)

Wer in diesen Tagen über die Risiken neuer Technologien spricht, landet schnell bei Facebook und seinem Gründer Mark Zuckerberg. Der Datenskandal rund um den US-Digitalriesen ist zu dem Beispiel für einen sorglosen Umgang mit den eigenen Umgang mit persönlichen Daten geworden. Und spielt natürlich auch in Berlin eine zentrale Rolle.

Sie glaube nicht, dass "Google und Facebook zufälligerweise ihre bestehenden Systeme weiter stärken", sagte US-Whistleblowerin Chelsea Manning, die mit ihrem Vortrag die Republica offiziell eröffnete. Lernende Maschinen und Algorithmen seien "nicht neutral" - und das Geschäft mit ihnen eben profitabel, so Manning.

US-Whistleblowerin Chelsea Manning auf der re:publica 2018. (Deutschlandfunk / Simon Detel)US-Whistleblowerin Chelsea Manning auf der re:publica 2018. (Deutschlandfunk / Simon Detel)

Erstmals Bürgerfest im Anschluss

Bis Freitag gibt es insgesamt 500 Stunden Programm von rund 950 Vortragenden. So berichtet der Journalist Richard Gutjahr über seinen Kampf gegen Verschwörungstheoretiker oder sprechen ZDF-Moderatorin Dunja Hayali und ARD-aktuell- Chefredakteur Kai Gniffke über Journalismus im Netz. Eines der ersten Panels drehte sich um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Parallel findet die Media Convention Berlin statt, die sich dem Thema "Nahezu menschlich: Wie Technologien und Menschen sich anpassen" widmet.

@mediasres berichtet Mittwoch und Donnerstag zwischen 15.35 Uhr und 16 Uhr live von der Republica und der Media Convention Berlin. 

Die Republica war 2007 von den Machern der Blogs Netzpolitik.org und Spreeblick ins Leben gerufen worden. Im vergangenen Jahr besuchten mehr als 9000 Besucher aus 71 Ländern den Branchentreff, der seit 2012 in der Station-Berlin, einem Teil des ehemaligen "Dresdener Bahnhofs" südlich der Innenstadt, stattfindet.

Erstmals soll es in diesem Jahr im Anschluss an die Konferenz ein kostenloses Bürgerfest geben. Man erreiche längst nicht alle Teile der Gesellschaft, während das Netz längst im Mainstream angekommen sei, erklären die Macher.

Und nehmen damit noch einmal eine Forderung der Pop-Art-Bewegung auf: Nach Kunst für alle jetzt Netz für alle.

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