Reformdebatte
Roloff (SPD) für Preisdeckel bei Kraftstoffen - Ökonom Kooths: Sparsamer mit Rohstoff umgehen

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Roloff hat sich offen für einen Preisdeckel bei Kraftstoffen gezeigt. Roloff sagte im Deutschlandfunk, es würde sich zwar um einen Eingriff in den Markt handeln, wie es ihn in Deutschland wohl noch nie gegeben habe. Man brauche aber eine rasche Entlastung.

    Das Bild zeigt mehrere Tankschläuche an einer Zapfsäule. Sie hängen nebeneinander in ihren Halterungen, meist farblich gekennzeichnet – etwa grün für Benzin.
    Die Spritpreise in Deutschland sind infolge des Iran-Kriegs gestiegen. (picture alliance / SNS / Steven Mohr)
    Auch SPD-Chef Klingbeil hatte sich bereits für einen flexiblen Preisdeckel ausgesprochen und dabei auf Regelungen in Belgien und Luxemburg verwiesen. Roloff bekräftigte, dass er darüber hinaus auch eine Anhebung der Pendlerpauschale befürworte. Er hatte einen Anstieg der Pauschale von derzeit 38 auf 45 Cent pro Kilometer ins Gespräch gebracht. Der SPD-Wirtschaftsexperte betonte zudem, er hoffe, dass sich die Bundesregierung schnell auf eine Übergewinnsteuer für die Mineralölkonzerne verständigen könne.

    Ökonom Kooths: Höhere Preise bewirken, was sie sollen

    Der Ökonom Stefan Kooths hält eine Preispremse bei Kraftstoffen für ungeeignet. Kooths sagte im Deutschlandfunk, es gelte wohl der Satz "Augen zu und durch", auch wenn das keine schöne Botschaft sei. Es gebe eine Verknappung von Rohöl auf den Weltmärkten, und das führe zu höheren Preisen. Die höheren Preise bewirkten aber letztlich das, was sie sollten: Sie sendeten das Signal, dass man sparsamer mit dem Rohstoff umgehen und nach Alternativen schauen solle. Steuersenkungen auf Benzin und Diesel in der EU würden nur die Nachfrage wieder anschieben. Dadurch erhöhten sich die Beschaffungspreise, und man füttere am Ende nur die Lieferanten in Übersee. Die Verbraucher hierzulande würden aber kaum entlastet.

    Aus dem Deutschlandfunk-Programm

    Hohe Spritpreise: Was will die Politik dagegen tun? (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 07.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.