Sonntag, 14. August 2022

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Romantische Arrangements
Verliebt in das „Clarinett“

Die Klangfarben von Harfe und Klarinette schmiegen sich bestens aneinander. Dennoch gibt es nur wenige Kompositionen für dieses Duo. Die Harfenistin Anneleen Lenaerts hat romantische Werke transkribiert und sie mit dem Klarinettisten Dionysis Grammenos auf CD aufgenommen.

Am Mikrofon: Raliza Nikolov | 05.04.2021

    Schwarzweiß-Standbild eines alten Films, auf dem eine Frau in tanzender Haltung einen Mann anstrahlt, der in schwarzem Anzug, Klarinette spielt. Sie trägt eine weiße Bluse und einen schwarzen Rock, der bis knapp zu den Knien reicht. Im Hintergrund sind, Stühle, Saxofone und Stehlampen verschwommen zu erkennen.
    Kam in der Liebeskomödie "Dancing Co-Ed" mit Lana Turner von 1939 zum Einsatz: Die Klarinette des Bandleaders Artie Shaw, der sich in dem Film selbst spielte. (picture alliance / Courtesy Everett Collection)
    Christian Friedrich Daniel Schubart war ganz hingerissen vom "Clarinett". 1784 schrieb der Publizist: "Der Charakter desselben ist: in Liebe zerflossenes Gefühl - so ganz der Ton des empfindsamen Herzens… so süss, so hinschmachtend; und wer die Mitteltinten darauf auszudrücken vermag, darf seines Siegs über die Herzen gewiss seyn." Ein Meister der Mitteltinten - jener nuancierten Klangschattierungen - ist der griechische Klarinettist und Dirigent Dionysis Grammenos. Für diese Aufnahme hat er sich mit Anneleen Lenaerts zusammengetan, die seit ihrem 23. Lebensjahr als Soloharfenistin für die Wiener Philharmoniker tätig ist. Als kleines Mädchen wollte sie Oboe oder Klarinette lernen, mit leichtem Gepäck reisen. Doch dann lernte sie die Harfe kennen, war verzaubert - und ihre Eltern mussten ein neues Auto kaufen.
    Eine schwarzhaarige Frau stützt sich mit den Armen auf die goldene Säule ihrer Harfe.
    Die Harfenistin Anneleen Lenaerts (Marco Borggreve)
    Von weltlichen Transportmitteln ist die Aufnahme von Grammenos und Lenaerts weit entfernt: Als Duo schweben sie in romantisch-entrückten Sphären und interpretieren die arrangierten Werke so mühelos, als wären sie für ihre Instrumente geschrieben worden.
    Robert Schumann
    Fantasiestücke op. 73
    Romanzen op. 94
    Clara Schumann
    3 Gedichte aus "Liebesfrühling" op. 37
    Franz Schubert
    Sonate für Violoncello und Klavier a-Moll D 821 "Arpeggione"
    Dionysis Grammenos, Klarinette
    Anneleen Lenaerts, Harfe
    Aufnahmen vom 12. bis 14. Juni 2016 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln