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StartseiteSternzeitSupernova Beteigeuze03.03.2020

Roter Riese kurz vor der Explosion?Supernova Beteigeuze

Heute Abend leuchtet ein Stück links unterhalb des zunehmenden Mondes der etwas rötliche Stern Beteigeuze, die linke Schulter des Himmelsjägers Orion. Beteigeuze hat etwa 20 mal mehr Masse als unsere Sonne. Er ist ein roter Überriese, ein Stern in der Endphase seines Lebens, und hat sich bereits gewaltig aufgebläht.

Von Dirk Lorenzen

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Beteigeuze pustet seit vielen Jahren große Gaswolken in die Umgebung (der rote Kreis im Zentrum zeigt den Durchmesser des Sterns) (ESO)
Beteigeuze pustet seit vielen Jahren große Gaswolken in die Umgebung (der rote Kreis im Zentrum zeigt den Durchmesser des Sterns) (ESO)

Stünde er an der Stelle der Sonne, so würde er bis über die Jupiterbahn hinaus reichen. Die Erde wäre also mitten drin im Stern, dessen äußere Schichten allerdings extrem dünn sind, fluffig wie glühende Zuckerwatte.

Im letzten halben Jahr hat Beteigeuze, der gewöhnlich zu den zehn auffälligsten Sternen am Himmel gehört, etwa 60 Prozent seiner Helligkeit verloren. Die Fachleute rätseln über die Ursachen.

Vielleicht überlagern sich hier einfach die bekannten Helligkeitsschwankungen auf unglückliche Weise. Womöglich pustet der Stern aber auch Gas- und Staubmassen hinaus ins All, die nun wie ein Schleier den Stern etwas abschwächen.

Beteigeuze leuchtet heute Abend links unterhalb des Mondes – noch nicht als Supernova (Stellarium)Beteigeuze leuchtet heute Abend links unterhalb des Mondes – noch nicht als Supernova (Stellarium)
Besonders spektakulär wäre, wenn die Helligkeitsabnahme auf die allerletzten Zuckungen des Sterns zurückgingen. Dann würde Beteigeuze sehr bald als Supernova explodieren.

Der rund 600 Lichtjahre entfernte Stern erschiene dann für einige Wochen so hell wie der Mond, der heute in seiner Nähe steht. Mit etwas Glück strahlen heute Abend also zwei sehr helle Gestirne am Himmel.

Niemand kann sagen, wann genau es so weit sein wird. Klar ist nur, dass Beteigeuze sehr bald zur Supernova wird. Und "sehr bald" heißt in der Astronomie morgen, übermorgen oder in 100.000 Jahren.

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