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Russisches DopingMcLaren hält an Ergebnissen fest

WADA-Sonderermittler Richard McLaren hat Aussagen aus Russland dementiert, wonach er die Vorwürfe des staatlich gelenkten Dopings gegen das Land fallen gelassen habe. Er stehe "unmissverständlich zu den Ergebnissen seiner Untersuchung", heißt es in der Stellungnahme des kanadischen Rechtswissenschaftlers.

Von Andrea Schültke | 05.09.2017

Der kanadische Sonderermittler Richard McLaren hat am Freitag in London seinen Abschlussbericht zum russischen Staatsdoping vorgelegt.
Der kanadische Sonderermittler Richard McLaren hält an seinen Erkenntnissen zum russischen Staatsdoping fest. (AFP - Adrian Dennis)
Damit widerspricht der Jurist einer Äußerung von Witali Smirnow. Der Leiter der russischen Anti-Doping-Kommission hatte der russischen Mediengruppe RT zufolge gestern vor Journalisten gesagt, McLaren habe die Anschuldigungen aus seinem Bericht zurückgenommen. Der kanadische Rechtsprofessor war in zwei Untersuchungsberichten im vergangenen Jahr zu der Auffassung gelangt, dass es in Russland staatlich gelenktes Doping gab.
Den Inhalt der gestrigen Mitteilung Smirnows hatte laut der russischen Nachrichtenagentur Tass auch der Kreml begrüßt.
McLaren: "Institutionalisiertes, zentralisiertes Schema"
Im Juli vergangenen Jahres hatte Richard McLaren in seinem ersten Russland-Bericht von "staatlich gelenktem Doping" gesprochen, die Formulierung in seiner zweiten Untersuchung allerdings in "institutionalisiert" geändert. Im Dezember vergangenen Jahres sagte er dem Deutschlandfunk:
"Ich möchte es den Menschen überlassen zu entscheiden, ob es ein staatlich unterstütztes System gibt, oder welche andere Bezeichnung man vergeben kann. Ich würde sagen, es ist ein institutionalisiertes, zentralisiertes Schema, um Dopingproben zu manipulieren und vertuschen".
An McLarens Fakten habe sich nichts geändert
An den Fakten in seiner Untersuchung habe sich nichts geändert, unterstrich McLaren heute erneut.
Witali Smirnow hatte in der Vergangenheit immer wieder behauptet, McLaren habe seine Anschuldigungen zurückgenommen. Die erneute Wiederholung erfolgt zu einer Zeit, in der eine Entscheidung über mögliche Strafmaßnahmen gegen Russland vor den Winterspielen im Februar 2018 in Pyeongchang ansteht.