Sonntag, 22. Mai 2022

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Sportausschuss des Bundestags
Zweifel am Reformwillen des IOC

Der McLaren-Report zum russischen Doping war Thema im Sportausschuss des Bundestags. Doch der Ermittler selbst sieht keine Fortschritte, auch die Ausschuss-Vorsitzende zweifelt am IOC. Der DOSB brachte erstmals einen Ausschluss der russischen Athleten von den Olympischen Winterspielen 2018 ins Gespräch.

Von Friedrich Rößler | 26.04.2017

Richard McLaren nimmt am 26.04.2017 in Berlin an der Anhörung im Bundestags-Sportausschuss zu den Konsequenzen aus dem McLaren-Report teil.
Richard McLaren nimmt an der Anhörung im Bundestags-Sportausschuss zu den Konsequenzen aus seinem Bericht zum russischen Doping teil. (picture alliance/dpa - Maurizio Gambarini)
Richard McLaren ist frustriert. Er sieht keine großen Fortschritte im Anti-Doping-Kampf. Darum forderte er in seinem Statement vor dem Sport-Ausschuss, dass endlich Konsequenzen aus seinen Ermittlungen gezogen werden.
In der auf vier Stunden angesetzten öffentlichen Anhörung des Sportausschusses des Bundestages haben zwar Vertreter des IOC, der weltweiten und nationalen Anti-Doping-Agenturen, des Deutschen Olympischen Sportbundes sowie der ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt die vielen Fragen der Mitglieder des Sportausschusses ausreichend beantwortet.
DOSB bringt Ausschluss russischer Athleten von Spielen 2018 ins Gespräch
Die Vorsitzende Dagmar Freitag von der SPD hatte nach der Anhörung dennoch Zweifel, ob das IOC verstanden hat, dass es seine Anti-Doping-Regeln dringend reformieren müsse.
Auch Seppelt äußerte, dass hier nur Sand in die Augen gestreut würde. Immerhin sprach der Deutsche Olympische Sportbund zum ersten Mal davon, dass er der Auffassung ist, dass man über einen Ausschluss aller russischen Athleten bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang diskutieren muss.