Sonntag, 26. Juni 2022

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Russisches Dopingsystem
"Es ist ein Krieg um Worte"

Schon vor der entscheidenden Sitzung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gibt es Anzeichen, dass die russische Anti-Doping-Agentur (Rusada) rehabilitiert wird. Der WADA-Prüfausschuss hat dies als Empfehlung abgegeben. „Es ist ein Offenbarungseid, was hier passiert“, sagte Dopingexperte Hajo Seppelt im Dlf.

Hajo Seppelt im Gespräch mit Marina Schweizer | 15.09.2018

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ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt kritisiert die Empfehlung des WADA-Prüfausschusses, die russische Anti-Doping-Agentur wieder zuzulassen. (dpa)
Der Intestigativjournalist kritisiert, dass nicht an der "Roadmap" festgehalten werde. Vielmehr habe er den Eindruck, dass die WADA-Spitze alles dafür tut, die Russen möglichst schnell wieder in die olympische Familie zu holen.
Seppelt liegt ein Brief vor, den der russische Sportminister an den Prüfausschuss der WADA geschickt hat: "Da steht zum Beispiel drin, dass man den Schmid-Report anerkennt. Das ist der Bericht des IOC, aber nicht der des WADA-Ermittlers McLaren." McLaren hatte im russischen Sport systematisches Doping nachgewiesen. "Und man hat gesagt, dass man den Zugang zu den Laboren erst dann gewährt, wenn die Rusada wieder zugelassen worden ist. Man knüpft das also an Bedingungen", so Seppelt. "Es ist ein Krieg um Worte, der hier gerade stattfindet".
Wie kam der Prüfausschuss zu seiner Empfehlung?
Seppelt zeigte sich verwundert über die Ausschuss-Empfehlung: "Der Ausschuss stand unter massivem Druck. Die Mitglieder halte ich eigentlich für integer. Vielleicht wollen sie zur Normalität zurückkehren. Aber das allein kann es ja nicht sein. An Prinzipien muss man festhalten, sonst macht ein Anti-Doping-Kampf keinen Sinn."
Den Zeitpunkt der Empfehlung genau eine Woche vor der endgültigen Entscheidung der WADA hält Seppelt für "merkwürdig". "Warum tut man den Russen schon jetzt einen Gefallen und sagt: ‚guckt mal hier, wir lassen euch schon jetzt wieder zu‘?" Das sei alles nicht nötig. Offensichtlich gebe es einen Schulterschluss mit Russland.