Vor NATO-Gipfel
Rutte betont Steigerung der Verteidigungsausgaben: Bündnispartner der USA investieren inzwischen vier Prozent

Die NATO-Staaten haben nach Angaben von Generalsekretär Rutte ihre Verteidigungsausgaben seit dem vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Rutte betonte vor dem NATO-Gipfel in der Türkei, die europäischen Bündnisländer sowie Kanada investierten zusammen inzwischen vier Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit.

    NATO-Generalsekretär Mark Rutte spricht während einer Pressekonferenz im NATO-Hauptquartier in Brüssel und gestikuliert mit beiden Händen.
    NATO-Generalsekretär Mark Rutte (Archivbild) (picture alliance/AP Photo/Virginia Mayo)
    Er erwarte zugleich, dass jedes Mitgliedsland auf dem Gipfel in Ankara glaubwürdige Pläne vorstelle, wie es das Ziel von fünf Prozent erreichen wolle. Die NATO-Staaten hatten sich im vergangenen Jahr vor allem auf Drängen von US-Präsident Trump darauf verständigt, bis spätestens 2035 mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren. Hinzu kommen sollen noch einmal 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Ausgaben etwa bei der Infrastruktur. Deutschland will das Fünf-Prozent-Ziel bereits im Jahr 2029 erreichen.

    Merz spricht mit Trump über deutsche Verteidigungsausgaben

    Vor dem Gipfel erläuterte Bundeskanzler Merz US-Präsident Trump die Erhöhung der deutschen Verteidigungsausgaben. Diese hatte Trump kürzlich als "lächerlich" kritisiert. Nach Angaben aus Regierungskreisen machte Merz nun in einem Telefonat mit ihm deutlich, dass die vom US-Präsidenten herangezogenen Zahlen veraltet seien. Der Bundeskanzler hatte bereits am Freitag darauf hingewiesen, dass Deutschland seine Verteidigungsausgaben innerhalb von vier Jahren verdoppele. Er sprach von der größten Kraftanstrengung jemals zur Stärkung der deutschen Verteidigungsfähigkeit.
    Diese Nachricht wurde am 06.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.