Dienstag, 17.09.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteMusikjournalInstrumente vom Schrott19.08.2019

Schlagzeuger Christoph SietzenInstrumente vom Schrott

Launische Diva und bester Freund - Musiker und ihre Instrumente

Der Luxemburger Christoph Sietzen findet sein Instrumentarium nicht zwingend bei Sotheby’s oder in den schicken Verkaufsräumen nobler Instrumentenbauer. Kürzlich war er in musikalischer Mission unterwegs: beim Schrotthändler seines Vertrauens.

Christoph Sietzen im Gespräch mit Jochen Hubmacher

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Christoph Sietzen am Schlagwerk mit Schlegeln in der Hand (Stefan Sietzen)
Christoph Sietzen war 2014 Preisträger beim Int. Musikwettbewerb der ARD (Stefan Sietzen)
Mehr zum Thema

Ragna Schirmer und ihre Flügel Ein Geben und Nehmen

Eine Liebe fürs Leben Frank Peter Zimmermann und die Lady Inchiquin

Komponist Georg Friedrich Haas hat ein neues Schlagzeugkonzert geschrieben. Als Solist benötigt Christoph Sietzen dafür eine "Klangwand" aus 48 Metallgegenständen. Diese hat er beim Schrotthändler gefunden. Dabei seien Metallteile, die hohe und scharfe Klänge hervorbringen, einfacher aufzutreiben gewesen als jene, mit denen sich tiefere, obertonreiche Klänge produzieren lassen. Der Schlagzeuer ist schließlich bei den Ölfässern fündig geworden.

Vom Wert eines Instruments

Wenn es um Instrumente wie eine tolle Geige geht, vielleicht sogar eine Stradivari, sind schnell Millionensummen im Spiel. Man spricht dann von einem "wertvollen" Instrument und meint damit oft nicht nur den Preis, sondern auch den musikalischen Wert. Die 370 Euro, die Christoph Sietzen beim Schrotthändler bezahlt hat, klingen dagegen nach Peanuts. Dennoch haben die Metallteile für ihn einen musikalischen Wert. Wichtig sei, dass eine Idee und eine Klangvorstellung dahinter stecken, so Sietzen.

LKW-Führerschein von Vorteil

Die Frage, ob der Schlagzeuger manchmal Geiger oder Pianisten beneidet, die auf die Bühne kommen, ihr Instrument auspacken oder bereits spielfertig vorfinden und dann einfach loslegen können, beantwortet Christoph Sietzen mit einem klaren Ja. "Das Ab- und Aufbauen ist sicher nicht mein größter Spaß!"  Man werde jedoch entschädigt dadurch, ein fast unbegrenztes Instrumentarium zu haben. Logistisch bedeutet dies für Schlagzeuger allerdings auch, dass sie bei Reisen oft nicht mehr mit einem 3,5 Tonner auskommen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk