
Aus der SPD kamen unterschiedliche Reaktionen. Der frühere Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Roth, bezeichnete Putins Vorstoß als - Zitat "durchsichtiges Manöver". Der SPD-Politiker sagte dem "Tagesspiegel", er betrachte die Idee auch als Affront gegen die USA. Der SPD-Außenpolitiker Ahmetovic sagte hingegen dem "Spiegel", das Ziel müsse sein, mit am Verhandlungstisch zu sitzen. Deshalb müsse jedes Angebot ernsthaft geprüft werden. Dem schloss sich auch sein Parteikollege Stegner an. Er begrüße jede Initiative, die den Krieg beenden könne.
Putin hatte Altkanzler Schröder als Unterhändler ins Spiel gebracht, um auch die europäische Seite wieder an Verhandlungen über ein Kriegsende zu beteiligen. Schröder und der russische Präsident sind seit langem befreundet. Der 82-jährige Sozialdemokrat steht wegen Tätigkeiten für russische Öl- und Gaskonzerne in der Kritik. Schröder hatte kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges im März 2022 Gespräche mit Putin in Moskau geführt. Diese waren ohne Ergebnis geblieben.
Putin zu Ukraine: "Denke, Angelegenheit neigt sich dem Ende zu"
Putin hatte gestern nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor Journalisten in Moskau gesagt, er denke, die Ukraine-"Angelegenheit" neige sich dem Ende zu. Eine friedliche Lösung des Konflikts sei zwar Sache Russlands und der Ukraine, betonte der Kremlchef, "aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar." Obwohl sich die USA um Vermittlung bemüht hätten, könne er sich von europäischer Seite Schröder als Vermittler vorstellen. Von allen europäischen Politikern würde er Gespräche mit Schröder bevorzugen, sagte Putin.
Schröder hatte Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Ende Januar in einem Gastbeitrag für die "Berliner Zeitung" zwar als völkerrechtswidrig bezeichnet, sich dabei aber auch gegen eine "Dämonisierung Russlands als ewiger Feind" ausgesprochen. Zudem plädierte er für eine Wiederaufnahme der Energielieferungen aus Russland.
Deutliche Kritik an Russland-Äußerungen des Altkanzlers
Für seine Äußerungen war Schröder vor allem von den baltischen Ländern kritisiert worden. Der estnische Außenminister Tsahkna bezeichnete sie als "schlichtweg entsetzlich". Dies sei ein "heimtückischer Versuch" des Altkanzlers, Europa zu spalten. Letztlich gehe es Schröder darum, Europa davon abzubringen, den Druck auf Russland aufrecht zu erhalten.
Diese Nachricht wurde am 10.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






