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Schuldenstreit mit GriechenlandSchäuble verlangt klare Ansage von Athen

Wolfgang Schäuble beim Treffen der Finanzminister in Brüssel. (picture alliance/dpa/Thierry Monasse)
Wolfgang Schäuble provoziert freundschaftliche Ratschläge aus Athen. (picture alliance/dpa/Thierry Monasse)

Die Aussagen von Wolfgang Schäuble im DLF sorgen in Athen noch immer für Empörung. Er habe sich abwertend über das griechische Volk geäußert, so Regierungschef Alexis Tsipras. Der Bundesfinanzminister zeigt sich davon beim Treffen mit seinen EU-Amtskollegen unbeeindruckt.

Wolfgang Schäuble hat von der griechischen Regierung eine klare Aussage verlangt, ob sie das Ende Februar auslaufende Hilfsprogramm noch verlängern will. Griechenland müsse sich bis Ende Februar entscheiden, ob es dieses Programm will, sagte der CDU-Politiker nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. "Niemand der Kollegen hat bisher verstanden, was Griechenland am Ende wirklich will."

Schäuble sprach in der Griechenland-Frage von einer "völlig einmütigen Position in der Eurogruppe" aus den Finanzministern der Währungsunion, die am Montag getagt hatte. Dabei war zum zweiten Mal in einer Woche der Versuch gescheitert, mit dem hochverschuldeten Griechenland einen Kompromiss zu finden. Die Eurogruppe setzte Griechenland daraufhin eine Frist bis Ende der Woche, um einen Antrag auf Verlängerung des Programms zu stellen.

Da dieses vom Bundestag und anderen Parlamenten gebilligt werden müsse, "brauchen wir nicht in erster Linie eine Bitte Griechenlands, das Programm zu verlängern", sagte Schäuble.

Streit um DLF-Interview

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras sagte in Athen, er habe keine Eile, einen Kompromiss zu erzielen. Aussagen Schäubles vom Vortag kritisierte er. Dieser habe seine Selbstbeherrschung verloren und sich abwertend über das griechische Volk geäußert. Er schätze den deutschen Minister und wolle ihm freundschaftlich sagen: "Es wäre besser, er würde Völker bemitleiden, die mit hängendem Kopf gehen."

Schäuble hatte im Deutschlandfunk gesagt, die Griechen täten ihm leid. Sie hätten eine Regierung gewählt, die sich im Augenblick ziemlich unverantwortlich verhalte.

Wachsende Ungeduld

Nach dem erneuten Scheitern der Verhandlungen mit Griechenland wächst unter deutschen Politikern die Ungeduld mit Athen. Der CSU-Wirtschaftspolitiker Hans Michelbach forderte im Deutschlandfunk einen sofortigen Stopp aller EU-Zahlungen.

Der SPD-Finanzexperte Carsten Schneider schloss einen Austritt des Landes aus der Euro-Zone nicht aus. Linke und Grüne warben dagegen eindringlich für einen Kompromiss mit dem von der Pleite bedrohten Land.

(bor/tön)

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