
Der geschäftsführende Regierungschef Schulze begründete dies in einem Schreiben an den MPK-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Schnieder, mit der unsicheren Regierungsbildung in Magdeburg. Dies wurde dem Deutschlandfunk bestätigt. Die AfD ist im Parlament stärkste Kraft, braucht aber einen Partner für eine Mehrheit.
Die BSW-Fraktionsführung in Sachsen-Anhalt kritisierte Schulze für dessen Plan. Dieser habe die Wahl verloren und versuche jetzt offenbar, seinem Nachfolger Gestaltungsmöglichkeiten zu nehmen, hieß es. Das BSW warf Schulze ein fragwürdiges Demokratieverständnis vor.
Regierungschef Schulze von der CDU bleibt bis zur Wahl eines neuen Ministerpräsidenten zunächst im Amt. Am Nachmittag wählte ihn die CDU-Fraktion zu ihrem neuen Vorsitzenden.
+++ BSW-Gründerin Wagenknecht spricht sich dafür aus, einen AfD-Politiker zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt zu wählen.
Es wäre bundesweit das erste Mal, dass die Partei den Präsidenten eines Landesparlaments stellen würde. Zusammen mit den BSW-Abgeordneten gäbe es dafür im neuen Landtag in Magdeburg eine Mehrheit, der bis zum 6. Oktober zusammentreten muss. Der AfD steht als größter Fraktion im ersten Wahlgang das alleinige Vorschlagsrecht zu.
Wagenknecht sagte dazu der Zeitschrift "Stern": "Ob wir jemanden wählen, hängt natürlich von der konkreten Kandidatur ab. Aber es ist für uns unstrittig, dass der AfD als mit Abstand stärkster Fraktion das Amt des Parlamentspräsidenten zusteht."
+++ Nach der SPD haben sich auch die Grünen in Sachsen-Anhalt offen gezeigt für den Vorschlag des BSW zu einem überparteilichen Ministerpräsidenten.
Spitzenkandidatin Sziborra-Seidlitz nannte dies in der "taz" eine sehr ungewöhnliche Idee, die aber nicht an ihrer Partei scheitern solle. Die Alternativen seien eine AfD-geführte Regierung oder eine Pattsituation, in der kein neuer Regierungschef gewählt werde. Ein unabhängiger Kandidat sei der letzte Strohhalm, so Sziborra-Seidlitz. Der SPD-Spitzenkandidat Willingmann hatte den Vorschlag gestern ebenfalls nicht generell ausgeschlossen. Er halte das zwar nicht für das allererste Mittel der Wahl: "Aber wenn es zur Auflösung einer Blockade führen könnte, sollte man es auch nicht a priori ablehnen."
Das BSW hatte bereits vor der Wahl für einen überparteilichen Ministerpräsidenten plädiert, der mit wechselnden Mehrheiten unter Einbindung aller Parteien und damit auch der AfD regiert.
+++ Die ehemalige Bundeskanzlerin Merkel hat sich bestürzt über das starke Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geäußert.
Das Wahlergebnis sei "einfach schockierend", sagte die frühere CDU-Vorsitzende auf der Digitalmesse Digital X in Köln. Ihr als CDU-Mitglied blute das Herz. Man erlebe gerade einen wirklichen Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik. Bei ihrem Auftritt äußerte sich Merkel auch kritisch über die sogenannte Brandmauer, mit der sich die CDU von der AfD abgrenzt. Damit könne man Menschen nicht überzeugen, betonte die Altkanzlerin. Stattdessen müsse Politik klar sagen, was man für das Land wolle und konkrete Ziele benennen. So könne deutlich gemacht werden, warum eine Zusammenarbeit mit der in Teilen rechtsextremen Partei nicht möglich sei.
+++ In Sachsen-Anhalt werden nach der Landtagswahl 25 Wahlbezirke im Burgenlandkreis neu ausgezählt.
Es sei nicht zwingend mit anderen Ergebnissen zu rechnen, teilte der örtliche Wahlleiter mit. Es sei jedoch seine Aufgabe, die Plausibilität so herzustellen, dass der Kreiswahlausschuss das endgültige und amtliche Wahlergebnis feststellen könne.
In 24 Wahllokalen fehlen in den Tabellen zur Ergebnisfeststellung Zwischensummen. In einem weicht die Niederschrift von der Schnellmeldung der Ergebnisse ab. - Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gab es rund 2.600 Wahlbezirke.
+++ Der Grünen-Innenpolitiker von Notz hat Verfassungsschutzbehörden und Innenministerium aufgefordert, dringend Schutzmaßnahmen für den Fall einer AfD-Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt in Kraft zu setzen.
Er sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern offenbar erst in dieser Woche über ihr weiteres Vorgehen beraten wollten, komme zu spät und könne fatale Folgen haben. Dass es nun plötzlich verschiedene, schleunigst einberufene Runden sowohl auf politischer Ebene als auch auf der der betroffenen Behörden gibt, nehme man zur Kenntnis.
Von Notz fügte hinzu: "Diese hätte man vor Monaten einberufen müssen." Spätestens seit dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt müsse den Verantwortlichen "klar sein, dass es sich hier ganz bestimmt nicht um rein hypothetische Szenarien handelt und man sich endlich mit der notwendigen Entschlossenheit kümmern muss".
+++ Die AfD will nach Angaben des parlamentarischen Geschäftsführers der Landtagsfraktion, Rausch, allen im Landtag von Sachsen-Anhalt vertretenen Parteien Sondierungen anbieten.
Die Frage sei, ob die anderen Parteien bereit seien, dies anzunehmen, sagte Rausch im MDR. Auf Nachfrage nannte er CDU und BSW als konkrete mögliche Gesprächspartner.Beide Parteien schlossen eine Koalition mit der vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuften Partei allerdings bereits aus. Das BSW ist zu einer Zusammenarbeit bei Sachthemen bereit.
+++ Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Wüst fordert eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD.
Deren Prüfung müsse ergebnisoffen sein und dürfe auch nicht automatisch zu einem Verbotsverfahren führen, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. In diesem Zusammenhang warnte er vor "Schnellschüssen", denn das Verbot einer politischen Partei könne nur der letzte Weg sein, wenn man die deutsche Verfassung schützen wolle. Aus Wüsts Sicht sollten in der Arbeitsgruppe der Verfassungsschutz, aber auch Verfassungsrechtler und weitere Experten von Bund und Ländern beteiligt sein.
Hintergrund der Debatte ist unter anderem die Frage, inwieweit sich eine Beteiligung der AfD an der künftigen Landesregierung in Sachsen-Anhalt auf die Sicherheitsarchitektur im bundesdeutschen Föderalismus auswirken könnte.
+++ Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt debattiert die SPD über die soziale Ausgewogenheit der Reformpläne im Bund.
Der SPD-Spitzenkandidat für die Abgeordnetenhauswahl in knapp zwei Wochen in Berlin, Krach, sagte im Deutschlandfunk, wenn 81 Prozent der Menschen mit dem Reformpaket unzufrieden seien, dann könne man nicht einfach so weitermachen. Konkret forderte Krach, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren beizubehalten und die geplanten Kürzungen beim Wohngeld zurückzunehmen. Den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt bezeichnete Krach als Hilferuf. Nicht alle AfD-Wähler seien rechtsextrem, sondern viele sorgten sich um ihre persönliche finanzielle Situation.
Der Bundesfinanzminister und SPD-Ko-Vorsitzende Klingbeil sagte zum Auftakt der Haushaltsberatungen im Bundestag, die Frage der Gerechtigkeit der Veränderung müsse im Mittelpunkt stehen, wenn man Vertrauen zurückgewinnen wolle.
+++ In Halle an der Saale ist ein Teilnehmer einer Anti-AfD-Demo mit einer Luftdruckwaffe angeschossen worden.
Bei der Abschlusskundgebung habe der 25-Jährige plötzlich einen Schmerz im Gesicht gespürt, teilte die Polizei mit. Mutmaßlich habe ihn eine unbekannte Person aus einem der angrenzenden Wohnhäuser mit einem Druckluftgeschoss getroffen. Beamte durchsuchten zwei Häuser, konnten aber keinen Tatverdächtigen fassen. Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Der leicht verletzte 25-Jährige wurde nach kurzer Behandlung durch Rettungskräfte entlassen.
+++ Der Landrat im Salzlandkreis, der SPD-Politiker Bauer, hat Gespräche der übrigen Parteien mit dem Wahlsieger AfD gefordert.
"Die AfD ist demokratisch gewählt und deutlich stärkste Kraft", sagte Bauer dem Nachrichtenportal "t-online". "Sie darf jetzt nicht ignoriert und ausgeschlossen werden." Alle Parteien sollten jetzt miteinander reden und Koalitionsmöglichkeiten ausloten. Sie hätten die Verantwortung, eine Regierung zu bilden.
+++ Der Bundestagsabgeordnete Müller hat seine Absicht bekräftigt, nach der herben Wahlniederlage der CDU für den Landesvorsitz in Sachsen-Anhalt zu kandidieren.
Er wolle die Parte
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in dem Bundesland wieder in ihrer ganzen Breite sichtbar machen, sagte er im Deutschlandfunk
. Müller bezeichnete es als eine Mammutaufgabe, Sachsen-Anhalt auf den richtigen Weg zu bringen. Dabei schloss er eine Zusammenarbeit sowohl mit der AfD als auch mit der Linkspartei aus. Der bisherige Ministerpräsident und Landesparteichef Schulze hatte gestern Abend angekündigt, die CDU-Spitze in Sachsen-Anhalt neu aufzustellen. Neuwahl sollte Ende November oder Anfang Dezember stattfinden. Schulze hatte nach dem Wahlergebnis Konsequenzen angekündigt.
Der Politikpodcast:
Sachsen-Anhalt hat gewählt – und jetzt?
Briefing: Sachsen-Anhalt - Blauer Erfolg stürzt CDU in die Krise
Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
