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StartseiteSport am Wochenende"Eine Liebeserklärung der Familie"19.09.2021

Schumacher-Doku"Eine Liebeserklärung der Familie"

Die Netflix-Dokumentation "Schumacher" zeigt das Leben der Formel-1-Legende. Anno Hecker sagt im Dlf, den Machern des Films sei es gelungen, die zwei getrennten Welten des Rennfahrers und des Menschen Michael Schumacher zu verbinden und Parallelen aufzuzeigen.

Anno Hecker im Gespräch mit Jessica Sturmberg

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Michael Schumacher geht in Sportsachen spazieren.  (Mandoga Media)
Eine neue Dokumentation zeigt das Leben von Michael Schumacher (Mandoga Media)
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Anno Hecker, Motorsport-Experte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und langjähriger Beobachter der Karriere von Schumacher lobt die Dokumentation. Michael Schumacher, der sein Privatleben relativ früh relativ stark abschottete, werde erfahrbarer.

Die Familie kommt zu Wort und so werden Parallelen zwischen dem Rennfahrer und dem Menschen Michael Schumacher sichtbar: Schumacher habe daheim auch sehr müde noch stundenlang mit seinen beiden Kindern gespielt.

Auch ehemalige Mitarbeiter betonen das Zwischenmenschliche: Der technisch detailversessene Schumacher habe auch im größten Stress ein Danke und großen Respekt für alle gehabt, er habe alle Mechaniker und laut den Filmemachern auch die Namen ihrer Frauen gekannt.

Zwei Gründe für die Offenheit der Familie

Interessante Frage für Hecker: Warum hat sich die ansonsten öffentlich so zurückhaltende Familie geöffnet? Sie selbst sagt, es sei ein Geschenk für den Ehemann, Vater und Sohn. Hecker vermutet, es sei auch eine Erklärung für die Öffentlichkeit: Die Familie hatte seit Schumachers Skiunfall mit den schweren Kopfverletzungen 2013 nichts nach außen gelassen.

Dieser Film sei so auch nur mit der Familie möglich gewesen, meint Hecker. Sie habe Türen zu vielen Gesprächspartnern geöffnet, die Schumacher über seine Karriere begleitet hatten. Es habe zwar ein Autorisierungsrecht der Interviews gegeben, davon sei aber  nicht Gebrauch gemacht worden. Sowohl die Familie als auch die Filmemacher hätten betont, dass die Bilder und Aussagen authentisch und nicht zurückgeschnitten seien.

Mick Schumacher, Rennfahrer und Sohn von Michael Schumacher (imago/Laci Perenyi) (imago/Laci Perenyi)Mick Schumacher in der Formel 1 - "Hart erarbeitet"Der Regisseur Michael Niermann hat Mick Schumacher sechs Jahre lang auf seinem Weg in die Formel 1 begleitet. Im Interview erzählt er, wie unsicher das Unterfangen zu Beginn war, wie Schumacher mit seiner familiären Herkunft umgeht und was die Stärke des neuen Formel 1-Piloten ist.

Berührend sei, wie Sohn Mick Schumacher, der mittlerweile selbst in der Formel 1 fährt, sich zum Ende äußert: Er würde alles dafür geben, sich mit seinem Vater gerade jetzt auszutauschen. Der Film erkläre und beleuchte auch Verlust und Nähe. So sei die Dokumentation zumindest zum Teil eine Liebeserklärung der Familie an Michael Schumacher.

Keine Beleuchtung der Gründe des Ehrgeizes

Einziger Wermutstropfen für Hecker: Der Grund für Schumachers unbändigen, teilweise grenzüberschreitenden Ehrgeiz werde nicht beleuchtet. Der rühre aus seiner Anfangszeit im Motorsport als Jugendlicher oder junger Erwachsener, meint Hecker. Das habe Schumacher sehr weh getan, darum hätte Motorsportjournalist Anno Hecker gerne mehr als Andeutungen dazu gehört.

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